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Klaus Teuber ist Spieler des Jahres 2004

 

> Preisträger im Porträt:
de Cassans sind Spieler des Jahres 2001
Kappler/Rüttinger sind Spieler des Jahres 2002
• Klaus Teuber ist Spieler des Jahres 2004
> Spieler des Jahres – Der Preis
> Home

   

Der "Spieler des Jahres 2004": Klaus Teuber

"Online- Welten geben dem Brettspiel neuen Push"
    

Der Siedler von Catan-Erfinder und „Spieler des Jahres 2004“ im Porträt. Wiederholt hat er die Grenzen des traditionellen Brettspiels überschritten.

Das macht ihm kein anderer Spieleautor nach: Bei rund 20 veröffentlichten Familien- und Erwachsenenspielen (berücksichtigt man Die Siedler von Catan mit allen Erweiterungen und Varianten als eine Einheit) wurde fast jede fünfte Spielidee Spiel des Jahres. Von anderen Spielepreisen im In- und Ausland einmal ganz abgesehen.

2004 kam die von der Spielwiese vergebene Auszeichnung „Spieler des Jahres“ hinzu. Für die Jury hatte den Ausschlag gegeben, dass Teuber im Vorjahr mit der Adaptierung des erfolgreichen PC-Spiels Anno 1503 das Augenmerk zahlreicher Computerspieler auf das traditionelle Brettspiel gelenkt hatte. Das passte haargenau ins Bild: Klaus Teuber kennt nicht nur keine Scheu vor anderen Spielewelten als jener aus Pappe und Holz – er ist geradezu der Vorreiter für das Zusammenwachsen bzw. das gegenseitige Ergänzen ganz unterschiedlicher Spielmedien.

Wer ist der Mensch Klaus Teuber? 1952 geboren, beginnt Teuber nach dem Abitur ein Chemiestudium, wird Zahntechnikermeister und übernimmt 1990 den väterlichen Betrieb bei Darmstadt. Neben Tanzen und Lesen ist Spiele erfinden seine Leidenschaft. Gleich sein erstes Werk Barbarossa wird 1988 Spiel des Jahres. 1990 und 1991 wiederholt er den Erfolg mit Adel verpflichtet und Drunter & Drüber.

Endgültig in den Olymp der Spielebranche bringt ihn 1995 Die Siedler von Catan. Trotz des weltweiten Mega-Erfolgs bleibt Klaus Teuber ein scheuer, seine Frau sagt: zurückhaltender und überaus bescheidener Vertreter der in seinem Kielwasser wachsenden Schar der Spieleautoren. Vier Jahre lang hadert er denn auch, sein Dentallabor zu übergeben und hauptberuflich Autor zu werden. Nicht wenige erblicken in diesem Zögern Koketterie, denn die Catan-Dampfwalze mit X Erweiterungen und Ablegern rollt und rollt. Auch erweckt Catan den Anschein, es müsse der ganzen Spielebranche blendend gehen.

Doch so, wie die Harry-Potter-Bücher ein Einzelphänomen sind und keineswegs eine ganze Generation zum Lesen anderer Bücher verführt, verhält es sich auch mit den Siedlern. Teuber weiß, dass Erfolg nicht beliebig vermehrbar ist. Die vielen Catan-Einzelprodukte täuschen: Im Gegensatz zu anderen Autoren plagiert sich Klaus Teuber in all den Jahren äußerst selten selbst. Er gießt nicht eine Spielidee leicht verändert unter verschiedenen Titeln bei mehreren Verlagen immer wieder auf. Er konzentriert sich auf das Catan-System. Auch wenn beispielsweise Die neuen Entdecker, Ozeanien und Die Siedler von Catan von ihrer Entstehungsgeschichte her zusammengehören, stecken jeweils ganz andere Überlegungen und Anforderungen dahinter.

Viele Autoren sehen zuerst einen bestimmten Modus oder Mechanismus für ein neues Spiel, Teuber denkt sich Szenarien und Geschichten aus, die er dann in Spiele umzusetzen versucht.

Klaus Teuber am PC: Wanderer zwischen den Spiele-Welten (Foto: Reich der Spiele)

 

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de Cassans sind Spieler des Jahres 2001
Kappler/Rüttinger sind Spieler des Jahres 2002
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Der "Spieler des Jahres 2004": Klaus Teuber

"Online- Welten geben dem Brettspiel neuen Push"
    

Der Siedler von Catan-Erfinder und „Spieler des Jahres 2004“ im Porträt. Wiederholt hat er die Grenzen des traditionellen Brettspiels überschritten.

Das macht ihm kein anderer Spieleautor nach: Bei rund 20 veröffentlichten Familien- und Erwachsenenspielen (berücksichtigt man Die Siedler von Catan mit allen Erweiterungen und Varianten als eine Einheit) wurde fast jede fünfte Spielidee Spiel des Jahres. Von anderen Spielepreisen im In- und Ausland einmal ganz abgesehen.

2004 kam die von der Spielwiese vergebene Auszeichnung „Spieler des Jahres“ hinzu. Für die Jury hatte den Ausschlag gegeben, dass Teuber im Vorjahr mit der Adaptierung des erfolgreichen PC-Spiels Anno 1503 das Augenmerk zahlreicher Computerspieler auf das traditionelle Brettspiel gelenkt hatte. Das passte haargenau ins Bild: Klaus Teuber kennt nicht nur keine Scheu vor anderen Spielewelten als jener aus Pappe und Holz – er ist geradezu der Vorreiter für das Zusammenwachsen bzw. das gegenseitige Ergänzen ganz unterschiedlicher Spielmedien.

Wer ist der Mensch Klaus Teuber? 1952 geboren, beginnt Teuber nach dem Abitur ein Chemiestudium, wird Zahntechnikermeister und übernimmt 1990 den väterlichen Betrieb bei Darmstadt. Neben Tanzen und Lesen ist Spiele erfinden seine Leidenschaft. Gleich sein erstes Werk Barbarossa wird 1988 Spiel des Jahres. 1990 und 1991 wiederholt er den Erfolg mit Adel verpflichtet und Drunter & Drüber.

Endgültig in den Olymp der Spielebranche bringt ihn 1995 Die Siedler von Catan. Trotz des weltweiten Mega-Erfolgs bleibt Klaus Teuber ein scheuer, seine Frau sagt: zurückhaltender und überaus bescheidener Vertreter der in seinem Kielwasser wachsenden Schar der Spieleautoren. Vier Jahre lang hadert er denn auch, sein Dentallabor zu übergeben und hauptberuflich Autor zu werden. Nicht wenige erblicken in diesem Zögern Koketterie, denn die Catan-Dampfwalze mit X Erweiterungen und Ablegern rollt und rollt. Auch erweckt Catan den Anschein, es müsse der ganzen Spielebranche blendend gehen.

Doch so, wie die Harry-Potter-Bücher ein Einzelphänomen sind und keineswegs eine ganze Generation zum Lesen anderer Bücher verführt, verhält es sich auch mit den Siedlern. Teuber weiß, dass Erfolg nicht beliebig vermehrbar ist. Die vielen Catan-Einzelprodukte täuschen: Im Gegensatz zu anderen Autoren plagiert sich Klaus Teuber in all den Jahren äußerst selten selbst. Er gießt nicht eine Spielidee leicht verändert unter verschiedenen Titeln bei mehreren Verlagen immer wieder auf. Er konzentriert sich auf das Catan-System. Auch wenn beispielsweise Die neuen Entdecker, Ozeanien und Die Siedler von Catan von ihrer Entstehungsgeschichte her zusammengehören, stecken jeweils ganz andere Überlegungen und Anforderungen dahinter.

Viele Autoren sehen zuerst einen bestimmten Modus oder Mechanismus für ein neues Spiel, Teuber denkt sich Szenarien und Geschichten aus, die er dann in Spiele umzusetzen versucht.

Klaus Teuber am PC: Wanderer zwischen den Spiele-Welten (Foto: Reich der Spiele)

> Teil 2: Die Catan-GmbH

Der "Spieler des Jahres 2004": Klaus Teuber

"Online- Welten geben dem Brettspiel neuen Push"

Durch diese Annäherungsweise an ein neues Spiel konnte vermutlich auch nur er auf die Idee kommen, mit der Erfindung von „Prof. Easy“ den Spielern einen innovativen „Spieleerklärer“ an die Hand zu geben, der sie übers Thema in die jeweiligen Verästelungen eines Spiels und seiner spezifischen Regeln einführt: „Es haben so viele Leute Probleme, mit einem Spiel warm zu werden. Das war der Anstoß.“

Was wenige wissen: Für „Prof. Easy“ hat Teuber „auch finanziell ganz kräftig hinlangen müssen.“ Die 4000 bis 6000 Euro Entwicklungskosten pro Programm zahlte Teuber aus eigenem Sack. Erst 2004 erhält er für „Prof. Easys“ Erklärung von Candamir erstmals einen Zuschuss vom Verlag. Teuber: „Ich sehe das als Bestätigung.“

Auf Teubers Website www.catan.com wird man nicht nur durch Beispiele mit den oft komplexen Regeln vertraut gemacht. Man kann dort die Spiele auch elektronisch ausprobieren oder wird zu anderen Anbietern von Teuber’schen Online-Spielen verwiesen. Klaus Teuber sieht in den digitalen Spielwelten weder Widerspruch noch Konkurrenz zum traditionellen Brett- oder Kartenspiel: „Ich denke einerseits: die Stimmung, die man durch ein Brettspiel im Freundeskreis erlebt, kann das elektronische Spiel nie ersetzen. Andererseits: eine Community von Online-Spielern, die sich immer nachts um elf im Internet trifft, die will sich irgendwann auch persönlich kennenlernen und dann wird sie ein Brettspiel spielen. Das gibt dem Brettspiel an sich einen Push.“

Das Interesse verschiedener Firmen und Konzerne, die erfolgreiche Catan-Serie auch für andere Medien zu erschließen, war für ihn bestimmend, elektronischen Spielen mehr Augenmerk zu schenken und sich diesem globalen Trend nicht zu versperren. Damit kamen auf den stillen Hessen nicht nur technisch und handwerklich neue Herausforderungen zu: Das Verhandeln von Lizenzen liege ihm nicht, betont er, „ich brauchte da jemand, der mir hilft.“

Ernst wurde es vor rund drei Jahren, als Capcom Die Siedler von Catan in Japan herausbringen wollte: „Ich habe weder den Nerv noch die Zeit gehabt.“ Bei einem Spaziergang mit seinem Sohn Guido tat sich der Weg auf: „Er hat gemeint, er würde es sehr gern tun.“ Damit war praktisch die Catan GmbH gegründet, die „heute zwei Familien ernährt“. Die Firma ist de facto die Lizenzvermarktungsgesellschaft: Guido (links), der in den USA lebt und dort Internationales Recht und Wirtschaft studierte, ist Geschäftsführer und allgemeiner Ansprechpartner, Klaus der Entwickler, der zweite Sohn Benny wächst neben seinem Zivildienst langsam in die Firma und ist beispielsweise für die Prototypen zuständig.

Der vierte im Bunde ist Arnd Beenen (rechts), der vor allem externe Projekte koordiniert und „den elektronischen Part übernimmt“. Ohne den Überbau einer eigenständigen Firma ginge es heute gar nicht, machte Teuber die Erfarhung, „denn Firmen wie Microsoft oder T-Online würden mit einem Privatmann Verträge gar nicht mehr abschließen“.

 

> Teil 3: Woran Klaus Teuber derzeit arbeitet

Der "Spieler des Jahres 2004": Klaus Teuber

"Online- Welten geben dem Brettspiel neuen Push"

 

Klein Klaus bei der Einschulung in den 50ern

Das jüngste Kind ist der Catan-Shop, über den online Zubehör zu den Teuber-Spielen, Catan-Tassen oder seit kurzem auch kleine Spiele vertrieben werden: die „Klaus Teuber Classics“. Das sind eigene große Spiele, die „ihre Zeit gehabt haben, aus dem Programm eines Verlags fliegen und abgespeckt werden. Sie bekommen, in Anführungszeichen, damit ihr Gnadenbrot“, erklärt Teuber. So überarbeitet er derzeit Barbarossa.

Freilich ist auch weiterhin Neues zu erwarten, verspricht der Autor: „Momentan arbeite ich an einem Fantasy-Rollenspiel.“ Nachsatz: „Das gar nichts mit Catan zu tun hat.“

Für seine Neuerscheinungen hat sich Teuber an den Verlag Kosmos gebunden – ein Unikat in der Autorenszene. Diese Exklusivät sieht er pragmatisch: „Wenn man nur ein oder zwei Spiele pro Jahr macht, ist das kein Problem.“ Um viele Dinge kümmert sich außerdem die Gruppe TM-Spiele: Das T steht für Teuber, M für Rainer Müller. Weitere Mitglieder sind die Auch-Autoren Wolfgang Lüdtke und Peter Neugebauer sowie der selbstständige PR-Berater Fritz Gruber. Bis 2001 gab TM als Kleinlabel auch komplexe Spiele für die Freaks heraus, kümmert sich aber nach Markteinführung für Goldsieber (1995) nun schon seit 1997 vorrangig um die redaktionelle Bearbeitung der Kosmos-Spiele.

Trotz TM- und Catan-GmbH-Struktur und der familiären Unterstützung bleiben Klaus Teuber nach eigenen Angaben nur etwa 25 Prozent fürs Entwickeln neuer Spielewelten, „vieles davon ist elektronisch“. Catan, seine Allegorie des ursprünglichen Island, lässt ihn nicht los: Catan plus soll das Spiel heißen, das man per eMail miteinander über die Teuber-Website spielen wird können.

Klaus Teuber hat die Spielewelt(en) in den vergangenen zehn Jahren wie kein anderer Spieleautor geprägt und mit seinen Ideen bereichert. Mehrmals hat er dabei Grenzen zwischen Tradition und moderner Technik verwischt. Mit der Auszeichnung „Spieler des Jahres“ wurde sein innovatives Engagement unterstrichen. Bescheiden wie immer, sagte er in einer ersten Reaktion: „Ich bemühe mich um neue Wege, den Menschen das Brett- und Kartenspiel näher zu bringen und zugänglicher zu machen. Deshalb freue ich mich sehr über diese Anerkennung.“

> Teil 4: Ludografie

Der "Spieler des Jahres 2004": Klaus Teuber

"Online- Welten geben dem Brettspiel neuen Push"

Die Ludografie (Stand 2004)

Familien- und Erwachsenenspiele:

1988 Barbarossa und die Rätselmeister/ASS, später Kosmos
1990 Asterix und die Römer/Ravensburger
1990 Einfallspinsel/ASS
1990 Timberland/Haba
1990 Licht und Schatten/Herder
1990 Adel verpflichtet/F.X. Schmid, später Alea
1991 Drunter & Drüber/Hans im Glück
1992 Der Fliegende Holländer/Huki, später Parker
1993 Vernissage/TM
1995 Die Siedler von Catan/Kosmos
1995 Galopp Royal/Goldsieber
1996 Entdecker/Goldsieber, ab 2001 Die neuen Entdecker/Kosmos
1996 Die Siedler von Catan – Kartenspiel/Kosmos
1997 Löwenherz/Goldsieber, später Kosmos
1999 Die Sternenfahrer von Catan/Kosmos
2001 Gnadenlos/Kosmos
2001 Sternenschiff Catan/Kosmos
2002 Abenteuer Menschheit/Kosmos/stern
2003 Anno 1503/Kosmos
2004 Candamir/Kosmos
2004 Ozeanien/Klaus Teuber Classics

Kinderspiele:

1990 Junior Barbarossa/ASS
1994 Brummi/Ravensburger
1995 Verrückte Tiere/Ravensburger
1996 Hallo Dachs/Goldsieber
1996 Phantasia in Kinderhand/Goldsieber
1997 Die Ritter von der Haselnuss/Goldsieber
1999 Fette Bäuche/Klee
2000 Rabatz auf dem Riesenrad/Klee
2001 Chip-Chip Hurra/Klee
2002 Das Steiff-Spiel/Kosmos
2003 Die Kinder von Catan/Kosmos

„Zwischen den Welten“:

1999 Catan - Die erste Insel/CD-ROM Ravensburger
2001 Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel CD- und Online-Version/Kosmos
2002 Catan-Onlinewelt auf T-Online
2002 Einführung von Prof. Easy als Online-Lernhilfe
2003 Anno 1503/Kosmos: Brettspielumsetzung eines PC-Spielerfolgs
2003 Die Siedler von Catan werden Vorbild für einen Roman von Rebecca Cable
2003 Teuber startet auf seiner Website mit vereinfachten Online-Adaptionen seiner Spiele
2004 Entwicklung einer Catan-Handyumsetzung
2004 Candamir/Kosmos: Adaption des Siedler-Romans als einfaches Rollenspiel
2004 Die Siedler von Catan als Online-Spiel für Microsofts MSN-Gamechannel

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