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Spielwiese-Test 1132: Einfach spielen: 5 vor 12

Aperitif

5 vor 12 ist das Spiel mit dem größten Spielreiz der neuen Ravensburger-Serie Einfach spielen. Nicht unbedingt neu von der Idee her, aber eine flotte Mischung aus Ziehen, Setzen, Ärgern und darüber reden.

 

 

 

Die Bildreihe zeigt, wie tückisch 5 vor 12 sein kann. Die 1, 6, 7 und die 19 hatte dieser Spieler als erste Zahlenplättchen gezogen und diagonal zum Start platziert. Wohl an der 7 wird's sich spießen, denn da ist noch viel Luft bis zur 20 als höchstmögliche Zahl

Bilder: Die Spielwiese

 
  So kam's dann auch. Die 7 wurde "geopfert" und zurückgelegt. Die gezogene 14 erwies sich allerdings ebenfalls als unglücklich. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit, als sie hier zu platzieren. Denn über Eck mit der 13 passt ausschließlich eine 12 – und gerade sie zu ziehen …
   
 
  … braucht schon sehr viel Gottvertrauen. Also opferte der Spieler zuerst die 9, legte sie in den Vorrat zurück und hoffte, dass er sie beim nächsten Mal dann gegen die 14 austauschen kann. Alles sinnvoll und regelkonform, aber ein Verlust von mindestens zwei Zügen.
   

 Wie schon bei Kreuz & quer aus derselben neuen Reihe Einfach spielen agieren auch bei 5 vor 12 die Spieler für sich alleine. Dieses Spiel ist aber deutlich kommunikativer. Anfangs noch haben die Mitspieler gute Ratschläge auf Lager, spitzt es sich gegen Ende des Spiels zu, bleiben sie aus und an ihre Stelle treten die Aufforderungen einem anderen Spieler ja keine Vorlage zu liefern. Denn 5 vor 12 ist primär ein Setzspiel, aber mit dem Was-liegt-das-liegt wird es nicht so streng genommen. Gelegte Zahlenplättchen können immer wieder einmal zurück in den allgemeinen Topf kommen.

Aber der Reihe nach.

Jeder Spieler hat eine Spieltafel mit 4 x 4 Feldern erhalten, außerdem Zahlenplättchen von 1 bis 20 in einer Farbe. Die Farbe spielt nur für die Spielvorbereitung eine Rolle und stellt sicher, dass immer so viele einzelne Zahlen im Spiel sind, wie Spieler am Tisch sitzen. Die Spieler werfen ihre Zahlenplättchen nämlich zu Beginn auf einen großen gemeinsamen Haufen. Der wird ordentlich gemischt und alle Zahlenplättchen müssen verdeckt liegen. Nacheinander nehmen und setzen die Spieler jeweils ein Zahlenplättchen, bis jeder seine Ausgangslage hat: Vier Zahlenplättchen in einer Diagonale. Dann geht das eigentliche Spiel los.

Die Aufgabenstellung ist einfach: sowohl senkrecht wie waagrecht müssen stets höhere Zahlen folgen. Wer als Erster seine Tafel voll hat, gewinnt. Die Spieler bedienen sich dazu aus dem allgemeinen Vorrat. Sie nehmen ein Zahlenplättchen und positionieren es der Regel entsprechend.

Für jeden Spieler gibt es einen Kärtchensatz von 1 bis 20. Die Farben spielen im Spiel selbst keine Rolle.  
   

Risiko gehört dazu

Was einfach klingt, ist dennoch tückisch. Denn jedes Zahlenplättchen muss zu allen anderen auf der Tafel passen. Soll man also große Zahllücken lassen? Dafür ist bei 4er-Reihen und 4er-Spalten einfach zu wenig Platz. Soll man es riskieren und eine 5 ganz weit links bzw. ganz weit oben setzen? Wenn dann eine 1, eine 2, die 3 oder die 4 gezogen wird …

So setzt jeder nach eigenem Gutdünken und nach eigener Risikobereitschaft. Das geht selten ganz ohne Probleme oder ohne Korrektur. Die ist möglich. Man darf bei 5 vor 12 ein neues Zahlenplättchen auch ausdrücklich gegen eines austauschen, das schon liegt. Klingt gut, hat aber eineinhalb Haken: Man gerät auf jeden Fall um einen Zug ins Hintertreffen, weil sich die Spieltafel durch diese Aktion ja nicht weiter füllt. Und das ausgetauschte Zahlenplättchen kommt nun offen in den allgemeinen Vorrat und kann von einem Mitspieler verwendet werden. Es sollte also keine Zahl sein, die einem Mitspieler womöglich zum Sieg verhilft.

Fazit

Es spielt relativ viel Glück mit, doch das wird durch die Spannung, die jeden Spieler unweigerlich erfasst, nicht so bewusst erkannt: Man vertraut ja seinem inneren Wahrscheinlichkeitsrechner und glaubt, alles "richtig" zu machen. Rundum ein kleiner und sehr vergnüglicher Spielspaß: ideal als Aperitif für einen Spieleabend. 

 Nr. 1132: Einfach spielen: 5 vor 12

 

Spielwiese-Code |     | E | 8 |  |

 2012: Ravensburger

  • Setzspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Michael Schacht
  • Grafik: Walter Pepperle
  • Verlag: Ravensburger
  • ca.-Preis: 14,– €

   Themen: Zahlen

      Preis-Leistungsverhältnis  
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz
      Anspruch
  
   Glücksanteil  

  • Zielgruppe: Familien, Fans von Setz- und Legespielen
  • Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
  • Schachtelinfo: zusammen mit dem großen Bild ist recht klar, wie's läuft
  • Spielmaterial: gut
  • Spielanleitung: gut mit hilfreichem Beispiel
  • Anspruch: Risikobereitschaft
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: hoch

 -Service:

Rund ums Spiel

  • Das Spiel eignet sich auch sehr gut für zwei Personen
  • Es ist eins von dreien der neuen Serie Einfach spielen. Die beiden anderen Der große Wurf und Kreuz & quer haben wir ebenfalls getestet.


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