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Spielwiese-Test 1176: Abluxxen

Der mit den Pinselohren …

Selten passen der Mechanismus eines Kartenspiels mit dem Titel so gut zusammen. Beute zu machen ist bei Abluxxen weniger schwer, als daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

 

 Nr. 1176: Abluxxen  Spielwiese-Code  |     |  G  |  10  |     | 


2014: Ravensburger

 Was ist's? 

 Für wen? 

  • Kartenspielfans und Schadenfrohe.

 Was braucht's? 

  • Entscheidungskraft, was ich will: Denn jedes Abluxxen lässt verschiedene Möglichkeiten zu. Man könnte auch sagen: Es braucht eine überlegte Taktik.

 

 
 

Kartenklauen oder "Verschwinden lassen" bei Abluxxen anhand dieses Beispiels: Der Spieler unten rechts hat zwei Zwölfer gelegt. Bei den beiden Spielern oben liegen ebenfalls zwei Karten (Bedingung 1), deren Wert auch noch niedriger ist (Bedingung 2), nämlich Neuner und Siebener. Bei diesen Spielern wird abgeluxxt. Der Spieler links unten bringt seine drei (!) Karten fürs Erste ins Trockene …

Bild: Ravensburger

   

 Die gute Nachricht 

Ein erfrischend anderer Mechanismus für (Karten-)Spieler.

 Die schlechte Nachricht 

Weil man hier ungewohnte Denkpfade betritt, fällt manchem Spieler der Einstieg nicht so leicht. Aber das gibt sich ziemlich schnell. 


 

 Rein ins Spiel!  

Lynx lynx. Zu deutsch Eurasischer Luchs. Der mit den Haarpinseln an den Ohren und dem Stummelschwanz. Der Raubkatze wird nachgesagt, besonders scharfsichtig und hellhörig zu sein („Augen wie ein Luchs", „Ohren wie ein Luchs") und verstohlen – „jemandem etwas abluchsen."

Und da sind wir exakt beim Spiel Abluxxen angekommen. Wenn Sie als aktiver Spieler einem Mitspieler Karten wegnehmen oder ihn dazu bringen, bereits ausgelegte Karten wieder wegzugeben, dann macht Ihr Mitspieler das nicht freiwillig. Schließlich zählt jede abgelegte Karte am Ende einen Punkt. Abluxxen ist also ein eher gemeines Spiel.

Doch es gibt genug Spieler, die das freut. Die guten Verkaufszahlen bestätigen das.

Wer an der Reihe ist, spielt eine oder mehrere gleiche Zahlenkarten aus. Zum Beispiel zwei Sechser oder auch nur eine Zehn. Liegen schon Karten vor ihm, legt er sie versetzt obenauf. Jetzt geht’s im Uhrzeigersinn ans Eingemachte. Bei jedem Mitspieler, vor dem ganz oben gleich viele Karten liegen und deren Wert(e) niedriger ist als die vom aktiven Spieler ausgespielte(n) Karte(n), wird zugeschlagen. Abgeluxxt, wie das im Spiel heißt. Daraus erbeben sich verschiedene Möglichkeiten.

Zuerst entscheidet der Spieler, der das Ganze ausgelöst hat, ob er die betreffenden Karten des Mitspielers will. Dann nimmt er sie zu sich auf die Hand. Will er sie nicht, muss der angegriffene Spieler entscheiden, was damit passiert. Liegenlassen gilt nicht! Entweder nimmt nun er sie auf seine Hand zurück oder legt sie auf den Ablagestapel und muss dafür entsprechend viele neue Karten nachziehen.

Weil am Ende jede Karte auf der Hand Minuspunkte zählt, riecht das zuerst einmal verdächtig nach Nachteil. Das muss es nicht zwingend sein. Nachziehen ist auch aus einer offenen Auslage in der Mitte möglich. Vielleicht gibt es dort Karten, die wunderbar zur Hand passen.

Für Abluxxen gibt es verschiedene Taktiken. Mit wenig ausgespielten und entsprechend hohen Karten hat man eher leichtes Spiel, andere Spieler zu schädigen. Andererseits ist man ab der nächsten Runde selbst ein leichtes Opfer, wenn nur eine oder zwei Karten bei sich obenauf liegen. Karten abzuluxxen, also sich vom Mitspieler zu nehmen, sollte gut überlegt sein, weil sie die eigene Hand füllen. Das birgt gegen Ende des Spiels ein hohes Risiko: Minuspunkte! Meistens, aber auch nicht immer, auf der sicheren Seite ist man, möglichst viele Karten desselben Wertes auszuspielen. Zum Beispiel fünf Siebener. Vielleicht hat zwar gerade kein anderer Spieler fünf gleiche Karten vor sich liegen und es gibt nichts abzuluxxen. Dafür hat man gute Chancen, seine fünf Karten über die Runde zu bringen, damit sie am Ende zählen.

Doch um die schwer berechenbare Dynamik von Abluxxen anzudeuten, es kann auch Folgendes passieren: Der linke Nachbar legt doch fünf höhere Karten aus, meine fünf Karten sind weg, wodurch auf meinem Stapel nun – sagen wir – drei Neuner die Spitze bilden. Und dann legt der nächste oder übernächste Spieler drei Zehner, Elfer, Zwölfer oder Dreizehner (so hoch geht’s) und auch die drei Neuner sind futsch. Muss natürlich nicht sein, denn man hat ja Glück und von Anbeginn ein tolles Blatt, das man vornezu aus der Auslage passend ergänzt.

Jaja, träumen Sie weiter …

Was von Anfängern gerne übersehen wird: Nach dem linken Nachbarn wird bei dessen Nachbarn kontrolliert und womöglich abgeluxxt, dann beim nächsten usw. Die Kettenreaktion, die jedem Zug folgen kann, überblicken Neulinge noch nicht ganz, wie sich in unseren Testrunden bestätigt hat. Ist ja auch ungewohnt. Da kommt eben die Scharfsichtigkeit des Luchses ins Spiel. Bei allen Unwägbarkeiten dieses Kartenspiels war es aber so, dass noch jeder Testspieler mit der Aufgabe gewachsen ist und Abluxxen einen Heidenspaß bereitet hat.

 

 Nochmals spielen? 

Natürlich! Am besten zu viert oder fünft. 

 Rund ums Spiel 

Das Rezensionsexemplar wurde von Ravensburger zur Verfügung gestellt

 

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