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Spielwiese-Test 1177: Die Kunst, aufzuräumen

Andere Sicht der Dinge

Nicht sinnvoll, aber vergnüglich, lautete das Verdikt des WDR2-Kritikers. Wie recht er hat.

 

 Nr. 1177: Die Kunst, aufzuräumen  Spielwiese-Code     |  E  |  8  |     | 


2015: Metermorphosen

 Was ist's? 

  • Merkspiel für 2 und mehr Spieler ab 6 Jahre (wir würden eher sagen, ab 8 Jahre)
  • Autor: Ursus Wehrli
  • Grafik: Anja Mathey
  • Spieldauer: 15 Minuten
  • Verlag: Metermorphosen
  • ca.-Preis: 18,– €

 Für wen? 

  • Geschenkartikel für dezidierte Chaoten oder dezidierte Pedanten. Und für Freunde hintersinniger Kunst

 Was braucht's? 

  • Spielerisch: Merkfähigkeit.

 

 
 

Bilder: Metermorphosen/Ursus Wehrli

   

 Die gute Nachricht 

Ein Spiel, das Nicht-Spieler neugierig macht.

 Die schlechte Nachricht 

Okay, sie schauen sich vor allem die Bilder an. Ja und?


 

 Rein ins Spiel!  

Um es zu allererst deutlich festzuhalten: Das kann keine Spielkritik werden. Deshalb auch keine Wertung. Klar, es ist ein Memospiel. Aber die Regeln wurden nicht abgeändert und schon gar nicht neu erfunden. Es funktioniert so, wie jeder die Regeln unter dem Begriff Memory versteht.

   
     

Was hat das Ganze also an dieser Stelle zu suchen? Nun, es soll einfach deutlich machen, dass die Welt des Spielens unheimlich viele Facetten hat, dass ein Kinderspiel auch Erwachsene zu begeistern vermag, wenn man einen entsprechenden Inhalt bietet. 

Der ist in diesem Fall einfach nur schön.

Und er ist hintersinnig. Das ist die Kunst, die der Schweizer Ursus Wehrli verfolgt: Alltägliches buchstäblich aus dem gewohnten Bild zu nehmen und es neu – ordentlich! – zusammenzusetzen. Weil ein paar seiner Werke mit Spielen zu tun haben, sind sie hier stellvertretend für 34 weitere dargestellt. Der aufgeräumte Sandkasten, das "ordentliche" Schachspiel. Zum Drüberstreuen noch, ganz unten, wie Wehrli den Wiener U-Bahn-Plan seziert hat.

Wehrlis Anspruch ist, unsere Sichtweisen zu verändern. Dafür wird er international gelobt, er macht Ausstellungen, von seinen Werken gibt es Bücher, Poster – und jetzt eben dieses Spiel bei Metermorphosen. Einem kleinen Verlag, der gerne ungewohnt mit Dingen spielt.

Damit ist Metermorphosen erfolgreich. Gerade bei Erwachsenen, die das Andere suchen. Zum Beispiel als Geburtstagsgeschenk. Dafür eignet sich Die Kunst, aufzuräumen hervorragend und bringt die Geburststagsrunde, sei sie noch so abgebrüht, so steif, so "erwachsen", garantiert zu einem Spiel zusammen.

Wie gesagt, die Welt des Spielens hat viele Facetten. Man muss nur offen dafür sein.

PS.: Das Spielmaterial – von der Schachtel bis zu den Bildkarten – ist exzellent!

 Nochmals spielen? 

Nehmen Sie Ihr Exemplar beim nächsten Besuch mit und schauen, was passiert. 

 Rund ums Spiel 

  • Ursus Wehrli, Jahrgang 1969, ist Kabarettist, Bildender Künstler, Fotograf und Aktionskünstler
  • Natürlich gibt es zu seinem Projekt, das dem Spiel zugrunde liegt, eine Webseite

Das Rezensionsexemplar wurde von Metermorphosen zur Verfügung gestellt

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