• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Spielwiese-Test 1199/524: Bison

Das Steppen-Schach

Alex Randolph hatte es immer schon verstanden, das abstrakte Schach mit einem konkreten Thema zu versehen. Von einem neuen Spiel, das schon mit dem Start in die Jahre gekommen ist.

 

 Nr. 1199/524: Bison | Spielwiese-Code  |  | E | 7 |


2016: Piatnik


1999: Piatnik


1990: Schmidt


1975: Pelikan

 Was ist's? 

  • Schlagspiel für 2 Spieler ab 7 Jahre
  • Autor: Alex Randolph †
  • Grafik: Lisa Plangger
  • Spieldauer: 20-30 Minuten
  • Verlag: Piatnik
  • ca.-Preis: 24,– €

 Für wen? 

  • Gute Taktiker und Randolph-Fans

 Was braucht's? 

  • Wie beim Schach eine klares Konzept

 

 
 

Äußerst minimalistisch für heutige Ansprüche: Bison, die Neuauflage eines Klassikers aus den 70er Jahren.

Bild: Piatnik

   

 Die gute Nachricht 

Freunde streng taktischer Spiele werden sich über die Neuauflage freuen

 Die schlechte Nachricht 

Für heutige Ansprüche an begeisternde Spiele bleiben den Spielern zu wenig Möglichkeiten


 

 Rein ins Spiel!  

Was Die Spielwiese in Ausgabe 51 schrieb, hat genau 17 Jahre später noch immer Gültigkeit. Daher nur einige Aktualisierungen und Anmerkungen. 1999 hieß das Spiel Buffalo, die Neuauflage 2016 nennt sich Bison. Im deutschsprachigen Raum ist es der mittlerweile fünfte Name des Spiels (siehe Kasten Rund ums Spiel).

Die wechselseitigen Abhängigkeiten der Figuren mit unterschiedlichen Zugmöglichkeiten beim ausgeklügelten Schach hatten es dem 2004 verstorbenen Doyen der Spieleerfinder, Alex Randolph, immer schon angetan. So ist in den 70ern auch Prärie entstanden, damals für die längst Legende gewordene Pelikan-Serie.

Piatnik hat dieses Zweipersonenstück nun schon zum zweiten Mal wiederbelebt und adaptiert. Das Thema, eine Art Steppen-Schach, ist geblieben: Einsamer Indianer mit vier Hunden gegen antrabende Büffelherde.

Ein ungleicher Kampf. Der Spieler, der in die Rolle des Indianers schlüpft, muss schon sehr auf Zack sein, um den anderen Spieler mit den Bisons schlagen zu können. Wenn dieser keinen Fehler begeht, hat der "Indianer" kaum eine Chance. Es gilt allerdings für beide Seiten: Schon ein kleiner taktischer Fehler ist kaum mehr auszumerzen. Wie siegt eine Partei? Der „Bison“, wenn er eines seiner Tiere auf die gegenüber liegende Seite bringt. Der „Indianer“, wenn er alle Bisons zugunfähig macht. Seine vier Hunde (Dame-Funtion) stoppen Bisons, schlagen (König-Funktion) kann sie aber nur der Indianer. In Analogie zum Schach ziehen die Bisons wie Bauern.

Eine einzelne Runde ist kurz und dauert fünf bis zehn Minuten. Es folgt ein Seitenwechsel und wer zweimal erfolgreich war, ist schließlich Sieger.

In der neuen Ausgabe hat Piatnik eine Variante des Spiels ausgelassen, die mehr Pep ins Spiel bringt. Zitat aus dem Spielwiese-Test von 1999: „In der Anmerkung zur Spielanleitung ist zu lesen: ,Buffalo ist ein schnelles Spiel … Hat der Spieler mit den Büffeln gewonnen, versucht er in der nächsten Partie das Spiel mit zehn Büffeln zu gewinnen; gewinnt er wieder, spielt er mit neun Büffeln. … dieses System hilft dem schwächeren Spieler sein Spiel zu verbessern.’ – Ein Lernspiel? Eine Verarschung? Nein, denn ein Sieg des Indianers ist prinzipiell möglich. Aber … siehe oben.“

Die interessante Ausgangslage bei Bison ist geblieben. Zu einem Meisterstück von Alex Randolph reicht es trotz Holzfiguren aber nicht.

 

 Nochmals spielen? 

Nein. Die einst gute Spielidee ist einfach deutlich spürbar in die Jahre gekommen. Es fehlt, was man nachhaltigen Reiz nennen könnte.

 Rund ums Spiel 

  • Das Spiel erschien erstmals 1975 in der legendären Pelikan-Serie zuerst als Prärie, wurde dann in Büffeljagd umgetauft.
  • Weitere Ausgaben folgten mit den Titeln 1980 als Prairie bei Schmidt und 1999 als Buffalo bei Piatnik
  • Obwohl also stets das von Alex Randolph verwendete uramerikanische Thema von Indianern, Prärie und Bisons aufgegriffen wurde, kam das Spiel in den USA völlig abstrakt als Trespass auf den Markt. Hier gab es auch kein Spielbrett, sondern wie beispielsweise bei 4 Gewinnt! eine vertikale Spielfläche, die zwischen die beiden Spieler gestellt wurde.
  • Nicht zu verwechseln mit Bison bei Phalanx

 

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .