Spielwiese-Test 1279: Istanbul – Das Würfelspiel

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Dichte Atmosphäre

Das Kennerspiel des Jahres 2014 hat einen kleinen Bruder bekommen. Er erfreut mit zahlreichen Möglichkeiten, dem Ziel näher zu kommen, durch die meisten Rubine der smarteste Händler zu werden.

 

Nr. 1279: Istanbul – Das Würfelspiel | Spielwiese-Code  |  | G | 8 |  |


2017: Pegasus

 Was ist's? 
  • Sammelspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Rüdiger Dorn
  • Grafik: Chris Conrad, Andreas Resch
  • Spieldauer: 20-40 Minuten
  • Verlag: Pegasus
  • ca.-Preis: 20,– €

 Für wen?  

  • Gelegenheitsspieler

 Was braucht's?  

  • Gute Chancenabwägung um so früh als möglich Rubine sichern.
 
   

 

 
  Auf einem kleinen Tableau in der Tischmitte warten die Rubine auf die Spieler. Von wo sie genommen werden, hängt von den Würfeln und Warenplättchen ab. Auf jeden Fall: Es wird von Rubin zu Rubin teurer.

Bild: spielwiese.at

   

 Die gute Nachricht  

Gutes Gesamtpaket für einen sehr fairen Preis.

 Die schlechte Nachricht  

Spielanleitung sollte in wichtigem Detail klarer sein.


 

 Rein ins Spiel!  

Es ist ein kleiner Wettstreit um die Ehre unter Händlern im Basar. Autor Rüdiger Dorn und der Verlag Pegasus vermitteln mit Istanbul – Das Würfelspiel zu diesem, natürlich frei erfundenen Kräftemessen eine dichte Atmosphäre. Allerdings hat die Sache auch ein Wermutstropfen. Die ansonsten gut aufbereitete Spielanleitung hapert in einem wesentlichen Detail. Es hätte deutlicher beschrieben gehört, dass für die Aktionen im Spiel sowohl die Würfel als auch die Warenplättchen – auch gemischt! – verwendet werden können. Lediglich am unteren Seitenrand „Anmerkung: Wenn von ,Waren’ die Rede ist, darfst du immer sowohl die Warensymbole auf den Würfeln als auch Warenplättchen einsetzen.“ hinzuschreiben, ist etwas dürftig.

Prompt gab es in einer unserer Testrunden das Problem, dass sich das mit den Aktionen als schwierig und unbefriedigend gestaltete. Selber schuld, hätte man genauer lesen sollen … Aber bekanntlich ist das Regellesen und -vermitteln nicht jedermanns Sache und Gelegenheitsspieler zucken bei (netto) sechs Seiten schon einmal zusammen. Selbst wenn wie hier viele hilfreiche Illustrationen das Ganze auflockern.

Istanbul – Das Würfelspiel ist nämlich für Gelegenheitsspieler gedacht. Es ist der kleine Bruder des komplexeren Brettspiels Istanbul, das 2014 zum Kennerspiel des Jahres gewählt wurde. Für rund 20 Euro bekommt man allerhand Material geboten. Einen Spielplan als Auslage für die Rubine, die man sammeln soll, Rubine und Kristalle, recht viel Geld, Plättchen für vier verschiedene Waren (eine fünfte Sorte dient als Joker), sogenannte Moscheeplättchen (wir sind ja in einem muslimischen Land), Übersichtskarten und natürlich Würfel.

Die Aufgabe stellt sich recht einfach dar. Als Erster sechs Rubine sammeln (bei vier Spielern sind es fünf), die allesamt auf einem Tableau angeordnet sind. dazu gleich mehr. Wer an der Reihe ist, würfelt und sucht sich die besten Würfelkombinationen aus. Die Würfel zeigen die vier verschiedenen Waren, Geld und Karten. Jeder Würfel darf für die zwei Aktionen, die ein Spieler hat, nur einmal eingesetzt werden. Würfel mit gleichen Waren bringen beispielsweise die entsprechenden Warenplättchen.

Das Gemeine bei Istanbul – Das Würfelspiel ist, dass die begehrten Rubine immer teurer werden, je mehr die Spieler schon aus der Auslage genommen haben. Diese ist in mehrere Sektoren unterteilt. Für jede Ware gibt es einen Bereich mit vier Rubinen, der erste und zweite Rubin kostet vier Plättchen der entsprechenden Ware Tuch, Gewürze, Obst oder Schmuck, der dritte Rubin fünf Warenplättchen und der vierte sechs Warenplättchen. Rubine kann man auch mit Geld kaufen. Dazu zeigt eine eigene Leiste den ansteigenden Preis von 10 bis 20 Lira an. Auf zwei weitere Möglichkeiten Rubine zu erstehen, wollen wir hier aus Platzgründen nicht eingehen. Auch sie sind schlüssig.

Das würde bereits für ein komplettes Spiel genügen. Istanbul – Das Würfelspiel bietet freilich noch ein paar Turbos. Da sind vor allem die Moscheeplättchen zu nennen. Sie sind durchgängig positiv und kosten eine bestimmte Anzahl an Warensymbolen auf den Würfeln oder, wie eingangs erwähnt, Warenplättchen oder auch als Mischung aus beidem. Wer ein Moscheeplättchen erwirbt und vor sich ablegt, darf zum Beispiel ab sofort mit sechs anstelle von fünf Würfeln sein Glück versuchen, bekommt am Beginn seines Spielzugs immer drei Lira oder, besonders mächtig, darf drei und nicht nur zwei Aktionen ausführen.

Zweiter Turbo sind die Basarkarten. Sie sind ein besonders erfreuliches Spielelement, denn zahlreiche Basarkarten sind nicht nur dem Spieler am Zug nützlich, sondern sorgen auch bei seinen Mitspielern für Einnahmen. Und nur der Vollständigkeit halber: Die Kristalle im Spiel können dafür erworben werden, um einmal beliebig viele Würfel neu zu werfen. Das kann nicht schaden.

So sammeln die Spieler relativ schnell Warenplättchen und nähern sich zügig dem Spielziel. Trotz Glücksfaktor ist es ein recht ausgewogenes Spiel, das verschiedene Strategien zulässt. Mit durchschnittlich 30 Minuten bei vier Spielern ist auch die Spieldauer genau richtig für jene, die zwischendurch einmal ein thematisches Würfelspiel ausprobieren möchten, das mit einer guten Gestaltung und einem hohen Spannungsbogen überzeugt.

 

 Nochmals spielen?  

Durchaus. Und es gerade noch klein genug, um es mit auf die Reise zu nehmen.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt

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