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Spielwiese-Test 692: Quickely Dice

Neuerfindung von Würfelpoker, Kniffel & Co.

Quickely Dice – das gar nicht soo schnelle Spiel der Würfel. Der "Umweg" über Karten erlaubt zusätzliche Möglichkeiten zu punkten.

Aus Die Spielwiese 61 (2001)
 

 

Mit Würfeln werden die passenden Felder auf den Karten besetzt. So bringt man die Karten in Besitz.

Foto: Spielwiese

 

 "Mit Hilfe der Würfel sammeln die Spieler Karten und legen sie als ,Wege' und ,Straßen' ab." Es klingt so einfach, was man auf der unscheinbaren Packung liest. Ist es im Grunde genommen auch, aber es kann eine gute Weile dauern. Von wegen "schnelle Würfel" (Quickely Dice, der Name des Spiels)!

Zweites Manko: Wollen mehr als zwei Personen ernsthaft spielen, brauchen sie mindestens ein zweites Exemplar des Spiels mit anderen Farben oder gleich das so genannte Regenbogenset mit allen Farben.

Damit genug des Jammerns, kommen wir zu den positiven Seiten des Spiels. Würfel und Karten sind bei Quickely Dice gelungen miteinander verknüpft. Auf den Spielkarten sind Würfelpunkte (oder Joker) abgebildet, jeweils zwei in einer bestimmten Farbe (die Grundpackung hat beispielswiese Rot und Grün). Dazu gibt es in den gleichen Farben noch jeweils vier normale Augenwürfel. Mit den Würfeln werden die Karten belegt, reservieren heißt das in diesem Spiel. Zweck der Übung ist, damit die Karten zu erhalten, die man dann später für seine Auslagen benötigt.

Begonnen wird folgendermaßen. Die 54 Karten eines Grundsets werden gemischt und als verdeckter Stapel zurecht gelegt. Die obersten zwei Karten werden aufgedeckt und nebeneinander gelegt. Wer an der Reihe ist, würfelt in der ersten Runde mit zwei Würfeln, später kann er es sich aussuchen, ob er mit einem, zwei oder drei Würfeln sein Glück versucht. Mit einem oder zwei Würfeln ist es eine Kannbestimmung, ob man einen Würfel auslegt. Bei drei Würfeln muss man oder – wenn kein Würfel passt – eine Karte abgeben.

Auslegen bedeudet, dass eine gewürfelte 5 auf das 5er-Feld einer offenen Karte gelegt werden kann, eine 3 auf ein 3er-Feld usw. Die Farben der Karten spielen hier noch keine Rolle, es kann also ein roter Würfel auch auf andersfarbige Karte gelegt werden. Somit können – und bei mehr als zwei Spielern ist das ständig der Fall – auch mehrere Würfel auf dem gleichen Feld einer Karte liegen. Bisher wird damit ja erst reserviert.

Die Karte darf man erst in Besitz nehmen, wenn beide Felder mit eigenen Würfeln belegt wurden. Die Würfel kommen an ihre Besitzer zurück, die abgeräumte Karte wird auf die Hand genommen. Nach jedem Spieler wird vom Stapel eine neue Karte aufgedeckt und ausgelegt, auch für jede abgeräumte Karte gibt es Ersatz vom Stapel. Das Beste ist, unter einem Mal Würfeln eine noch unbesetzte Karte zu ergattern: Zur Belohnung gibt es dann wahlweise eine weitere noch nicht reservierte Karte von der Auslage oder die oberste vom Stapel.

Der Rest der möglichen Aktionen ist im Grunde genommen Yahtzee, Würfelpoker & Co – eben nur mit dem "Umweg" über die Karten. Die Karten sammelt man für Straßen, Drillinge und andere Mehrlinge. Bei Quickely Dice lauten die Bezeichnungen halt anders. Eingetragen werden die Punkte auf einem mitgelieferten Block. Auch die Bonuspunkte fehlen hier nicht, nämlich für den ersten Weg (drei oder vier Zahlen in Folge), für die erste Straße (fünf oder sechs Zahlen Folge), bester Weg und beste Straße. Wobei bei der Ablage der Karten immer nur die von sich selbst aus gesehen obere Reihe bestimmend ist.

Wir erinnern uns: Jede Karte hat zwei Würfelbilder. Das erlaubt gegenüber herkömmlichen reinen Würfelvarianten zusätzliche Möglichkeiten, zu Punkten zu kommen. Nur ein Beispiel: Ein Spieler hat eine Straße ausgelegt (oberes Kartenbild), gleichzeitig sind einige der zweiten Würfelbilder (unteres Kartenbild) identisch und er kassiert für diese Mehrlinge zusätzliche Punkte.

Quickely Dice vergößert also das Potenzial der bekannten und überaus beliebten Spiele dieses Prinzips. Und das ohne aufgesetzt zu wirken. Das ist doch eine ganze Menge für ein kleines Spiel.


 

 Nr. 692: Quickely Dice

 

Spielwiese-Code  |   | G | 8 |

2001: Motiva
  • Würfelpoker-Variante für 2 und mehr Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Walter Remme
  • Verlag: motiva
  • ca.-Preis: € 7,50 für ein Grundset, 19,80 für das Regenbogenset

   Themen: abstrakt

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz 
      Anspruch
  
   Glücksanteil 

  • Zielgruppe: Erwachsene, Familien
  • Spieldauer: 30 und doft auch mehr Minuten
  • Spielmaterial und Schachtel: gut
  • Spielanleitung: etwas unübersichtlich, weil unter anderem auf verschiedene Blätter verteilt
  • Anspruch: kein besonderer
  • Spielreiz: hoch, auch mit größeren Kindern
  • Glücksanteil: naturgemäß bei Wüfelspielen hoch

 -Service:

Spielanleitung zum Herunterladen
 



 



 

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