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Spielwiese-Test 491: Activity Kinder / Activity – My first / Activity Kindergarten

Beim "kleinsten" Activity trampeln die Dickkäuter

Version, die die Ausdrucksfähigkeit fördert. Kinderversionen von Erwachsenen- oder Familienspielen können doch brauchbar sein. Piatnik beweist es mit Activity Kinder.

Aus Spielwiese 49 (1998)

Nun ist die Activity-Welt auch für den Spielernachwuchs erschlossen.

Foto: Piatnik

 Die jetzt vorliegende Kinderversion des österreichischen Erfolgsspiels Activity hat durchwegs die Erwartungen erfüllt, die man an ein solches Vorhaben stellen darf. Oder besser gesagt: muß. Da wären zum Beispiel, daß die Kinder dabei Spaß haben sollen, es auch ohne Hilfe unter sich der Erwachsenen spielen können (was ab sieben Jahre gut funktioniert, sobald mindestens ein Kind halbwegs lesen kann), und die Aufgabenstellungen auch tatsächlich kindgerecht sind und ihrer Erlebniswelt entsprechen.

Die fünf Punkte als Maximum (1998, inzwischen sind sechs die Obergrenze, Anm.) hat die Spielwiese trotz einiger Schwächen beim Material (siehe Kasten) gegeben, weil die Hauptkriterien für ein Kinderspiel dieser Art erfüllt sind. Die Macher von Activity Kinder haben sich nicht damit begnügt, nur ein paar einfacher zu erratende Begriffe zusammenzustellen. Sie wurden übrigens, wie das gesamte Spiel, in Zusammenarbeit mit mehreren Kindergärten erarbeitet.

Dem in seiner Urform abstrakten Erwachsenenspiel wurde ein Thema verpaßt: Zwei Elefanten sind im Urwald zur Wasserstelle unterwegs, und da die Dickhäuter zwei Teams zugeordnet sind, geht es – we­nigstens pro forma – darum, zuerst das erfrischende Naß zu erreichen. Das setzt mindestens vier Spieler voraus. Zu dritt ist Acitivity Kinder nur in einer kooperativen Variante spielbar, die vor allem für Kindergärten oder Spielgruppen gedacht ist. Dabei wird ein Elefant gemeinsam möglichst schnell ins Ziel gebracht.

Vier Jahre als Altersangabe ist unterste Grenze, da Kinder in diesem Alter gerade erst begonnen haben, sich an bestimmte Regeln, die Activity Kinder erfordert, zu halten. Vor allem sich zu zügeln und das "Geheimnis", um welchen Begriff es sich gerade handelt, nicht vorzeitig zu verraten.

Noch ein Wort zu Thema und Material. Elefanten als Spielfiguren sind zweifelsohne gut gewählt, Kinder lieben Elefanten. Daß sie so groß und dazu noch aus Holz sind, ist eine angenehme Überraschung. Eine Stärke des Spiels liegt darin, daß der Pfad durch den Urwald variabel in zweifachem Sinne ist. Es handelt sich um sechs bogenförmige Teile mit jeweils drei Feldern. Somit kann der Parcour nicht nur in verschiedenen Schlangenformen gelegt werden, was der Abwechslung gut tut, auch wenn das fürs Spiel selbst keine Rolle spielt. Es kann damit auch die Länge des Spiels beeinflußt werden: Soll das Spiel kurz dauern, um die Kinder nicht zu überfordern, werden einfach weniger Teile ausgelegt.

Das Spiel beinhaltet 165 Begriffe, die auf Karten einmal als Wort benannt sind, für die Leseunkundigen, aber auch als Illustration vorhanden sind. Diese Zeichnungen sind kindgerecht ausgeführt und in fast allen Fällen eindeutig (wo es um Tätigkeiten geht, kann man auch einmal ein Auge zudrücken). Drei Möglichkeiten, die Mitglieder des eigenen Teams einen Begriff erraten zu lassen gibt es: zeichnen, pantomimisch darstellen und umschreiben, ohne dabei das gesuchte Wort in den Mund zu nehmen. Das Kind, das den anderen etwas vormacht, darf sich laut Regel aussuchen, welche Möglichkeit es für den gesuchten Begriff wählt. Auch das kommt den kleinen Spielern sehr entgegen.

Wie wird nun gezogen? Ein imaginärer Elefant hat im Dschungel bereits Spuren hinterlassen: rote, gelbe und blaue Abdrücke. Wird ein Begriff erraten, dann wird der Elefant auf das nächste Feld gezogen, das dieselbe Farbe wie die Rückseite der Aufgabenkarte hat. Die Farben sagen nichts über den Schwierigkeitsgrad aus.


 

 Nr. 491: Activity Kinder

 

Spielwiese-Code |  | E | 5 |

2018: Piatnik

2010: Piatnik

1998: Piatnik

  • Kommunikationsspiel für 3 bis 16 Spieler ab 4 Jahre (Achtung: Schachteln im Umlauf mit Altersangabe 3 Jahre! Das ist eindeutig zu nieder. 4 Jahre ist unterste Grenze)
  • Autor: Hablit/Eberl//Catty
  • Verlag: Piatnik
  • ca.-Preis: 22,– €

   Themen: Begrifferaten

      Preis-Leistungsverhältnis   
    Spielmaterial 
      Wiederspielreiz        
      Anspruch
  
   Glücksanteil       

  • Zielgruppe: Kindergärten und Familien mit kleineren Kindern
  • Spieldauer: 10 bis 30 Minuten
  • Spielmaterial und Schachtel: Schachtel unspektakulär in Activity-Linie; Karten könnten griffiger sein. Im Schachteleinsatz wäre auch eine Vertiefung für die Spielplanteile gewünscht. Ginge sich aus!
  • Spielanleitung: lieblos, aber eindeutig
  • Anspruch: Zeichnen, beschreiben, darstellen und raten können
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: subjektiv – welche Aufgaben man eben bekommt
 Das Spiel hat seiner ersten Veröffentlichung zwei Mal seinen Namen geändert


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