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Spielwiese-Test 369: Der zerstreute Pharao

Ein ver-rücktes Memory aus dem Pyramiden-Land

Das Spiel hat das Zeug zum Klassiker.

Aus Spielwiese 41 (1997)

 

 

Das Spiel in der aktuellen Ausstattung (2007) in der Serie Unsere besten Familienspiele.

 
Karten geben in den einzelnen Runden vor, welche Schätze unter den Pyramiden gefunden werden müssen.
 
Auf der Suche verschiebt man jeweils eine Pyramide. Auf den 48 Feldern gibt es davon nämlich nur 47.
 

 Da sage einer noch, das klassische Familienspiel sei tot! Wie macht man ein klassisches Familienspiel? Man nimmt das klassische Familienspiel Memory® und das klassische Familienspiel Das ver-rückte Labyrinth und mixt beides.

Freilich: ganz so simpel ist es denn doch nicht, auch wenn der "Verdacht" bei Der zerstreute Pharao naheliegt. Und wenn schon! Freuen wir uns, daß der Marktführer doch noch gute Spiele für ein breites Publikum zu machen imstande ist: nach Die Maulwurf-Company (Spielwiese 31) nun dieses Spiel, das – vorweg gesagt – knapp unter der Höchstnote anzusiedeln ist.

Was wird gebraucht? Merkfähigkeit mit doppeltem Anspruch. Man muß sich nicht nur merken, wo die gesuchten Gegenstände liegen, man muß sich auch merken, wie man zu ihnen gelangt.

In der ersten Runde ist das noch vergleichsweise einfach. Die oberste Suchkarte verlangt nach dem versteckten Pendant, das sich unter einer der 47 Pyramiden verbirgt. Pyramide um Pyramide läßt sich verschieben, da nur 47 auf den insgesamt 48 Feldern liegen.

In der zweiten Runde wird es dann schon haariger: Nach jedem gefundenen Schatz wird die ganze Schachtel mitsamt Spielbrett um 90 Grad gedreht. Da kommt man schon ein bißchen durcheinander!

Und in der Finalrunde kann nur noch Kopfweh als Ausrede herhalten: Wer an der Reihe ist, muß den Schatz in einem Durchlauf finden, ohne einen anderen aufzudecken. Sonst scheidet er sofort aus dem Spiel!

Soweit das Grundgerüst des Spieles, das zur Annahme hat, daß einem ägyptischen Herrscher bei der Schatzsuche geholfen werden muß, weil der arme Kerl ein bißchen vergeßlich ist. Storygerecht sind Pyramiden im Spiel, deren unterschiedliche Farben nichts zu bedeuten haben.

Gespielt wird in der Schachtel, die bis in den letzten Winkel ausgefüllt ist. Der Spielplan selbst besteht aus 48 Feldern, die mit einer Ausnahme von den Pyramiden verdeckt werden. Bei zwölf verschiedenen Schätzen ist statistisch jedes vierte Feld ein Schatzfeld (beim Herauslösen der Schatz-Chips aus der Stanzform muß übrigens darauf geachtet werden, daß die Chips ohne Bild nicht fortgeworfen werden – sie werden für die Leerfelder gebraucht!). Die Spieler verteilen die Schätze anfangs gemeinsam.

20 Mal sind in Runde 1 Schätze zu suchen, einige zweimal. Das bedeutet Glück für den Spieler, der einen schon einmal gefundenen Schatz erneut suchen muß. Warum die Redaktion die Schätze mit unterschiedlichen Werten versehen hat, ist nicht ganz nachzuvollziehen. Auch das bedeutet ein Glückselement, das eigentlich nicht sein müßte. Es wirkt sich in Runde 2 aus, wenn zu den Suchkarten noch Ereigniskarten dazukommen: eine besagt, daß man von den anderen Spielern eine Karte mit demselben Schatz erhält, den man "entdeckt" hat.

Ansonsten bringen die Ereigniskarten ordentlich Pfeffer in die Sache! Auch die einzige, die in der dritten Runde eingesetzt ist (der Spannung wegen auf keinen Fall weglassen, wie Ravensburger als Variante empfiehlt!): eine "sudden-death"-Karte, die untergemischt wird und sofortiges Ende bedeutet.

Dann zählen die Mitspieler die Werte ihrer gesammelten Schätze. Der Punktesieger gewinnt. Abgesehen vom überflüssigen Glücksfaktor, ist Der zerstreute Pharao das Muß-Spiel dieses Jahrganges. Damit liegt man auf keinen Fall daneben, weder bei Kindern (evtl. nur erste Runde), Gelegenheitsspielern noch Leuten, die gern einmal grübeln.

Nur eines: warum hat Ravensburger das Spielbrett nicht quadratisch gemacht?! Wollten uns die Schwaben nicht überfordern?



 Nr. 369: Der zerstreute Pharao

 

Spielwiese-Code  |   | G | 8 |

2007: Ravensburger (Neuauflage in der Serie Unsere besten Familienspiele

1997: Ravensburger

 

  • Merkspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Gunter Baars
  • Verlag: Ravensburger
  • ca.-Preis: 20,– €

   Themen: Herrscher, Ägypten, Schatzsuche

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz        
      Anspruch
      Glücksanteil  
      

  • Zielgruppe: Familien
  • Spieldauer: 40 Minuten
  • Schachtelinfo: sagt das Wesentliche aus, gut illustriert
  • Spielmaterial: gut
  • Spielanleitung: gut
  • Anspruch: Merkfähigkeit
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: hängt von Kartenverteilung in Runde 1 ab

 -Service:

Spielanleitung zum Herunterladen

Auszeichnungen

  • spiel gut


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