Von den Blumen und Bienen
Man könnte, wenn man wollte, sich gut merken, was da alles schon „gelaufen“ ist. Das aber würde den betont harmonischen Charakter von Happy Bee irgendwie stören. Es ist nämlich ein schön illustriertes Spiel und es ist unaufgeregt.
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Nr. 1475: Happy Bee | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
sehr einfacher Zugang
Die schlechte Nachricht
Irgendwie ist das Spiel dann aber fast zu harmonisch
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| Wir sind in Runde 3 oder 7, in der Hugo, Anja und Max je drei Bienenkarten ausgespielt haben. Jetzt werden die Mehrheiten festgestellt. Hugo hat zwei und damit 1 hellblaue Bienenkarte mehr wie Max ausgespielt. Hugo erhält die hellblaue Blumenkarte. Hugo erhält auch die violette Blumenkarte, weil er diese Farbe als einziger ausgespielt hat. Das trifft auch bei Anja für die hellbraune Blumenkarte zu. Max geht leer aus. Zwei hellgrüne Bienenkarten hatte auch Anja ausgespielt, weshalb es hier zu einem – folgenlosen – Gleichstand kommt. Die hellgrüne Blumenkarte kommt zurück in die Schachtel. Alle Spieler reichen ihre Handkarten nun an ihre linken Nachbarn weiter und nehmen die zuvor ausgespielten Bienenkarten für die nächste Runde auf die Hand. |
| Bild: Helvetiq, spielwiese.at |
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Rein ins Spiel!
Ja, Happy Bee stellt einen aufklärerischen Anspruch an sich. Am Ende der Spielanleitung ist auf einigen Seiten schön illustriert, wie die Bestäubung unserer Früchte und Gemüse vonstattengeht und wie das Nebenprodukt Honig beschaffen ist, den die Bienen aus verschiedenen heimischen Pflanzen produzieren. Diesem Ansinnen „Fun by Nature“, das auf der Packung steht, ordnet sich die gesamte Gestaltung des Spielmaterials, der Anleitung und der Schachtel unter. Klingt nach drögem Lernspiel, ist es aber nicht.
Wir verkörpern in diesem Spiel die Bienen. Die Bienen, das sind Karten. In der ersten von neun Runden fliegt eine Biene aus, in der zweiten sind es zwei, dann drei … nach der fünften Runde geht es wieder runter bis auf eins. Wobei die – gleichzeitig! – ausgespielten Bienenkarten jeweils so lange am Tisch liegen bleiben, bis „abgerechnet“ ist und die verbliebenen Handkarten an den linken Nachbarn weitergegeben worden sind. Wir draften, wie das heute heißt.
Dadurch mischt sich das Angebot auf der Hand von Runde zu Runde immer wieder neu. In einer Partie ist immer eine Spielfarbe mehr im Spiel als es der Anzahl der Spieler enspricht. Drei bis sechs Personen können bei Happy Bee mitmachen. Sie werden es nicht bereuen. Es funktioniert in allen Konstellationen problemlos.
Während alle Bienenkarten immer gemischt und jedem sieben Stück zugeteilt werden, sind die Blumenkarten streng nach (botanisch falsch) sogenannten Familien sortiert und in einzelne, verdeckte Stapel aufgeteilt. Nur die oberste Karte einer Art liegt offen und zeigt eine Zahl zwischen 1 und 5. Das sind auch die Punkte, die am Ende zählen. Die entsprechende Blumenkarte kassiert jener Spieler, der am meisten Bienen der gleichen Farbe ausgespielt hat. In der ersten und letzten Runde kann das eine einzige Biene sein, er muss allerdings der einzige Spieler sein, der diese Farbe ausgespielt hat. Denn: Bei Gleichstand (und auch, wenn niemand die Farbe bedient hat) bekommt niemand die Blumenkarte. Sie geht zurück in die Schachtel. Für die folgende Runde wird wieder die oberste Blumenkarte aufgedeckt.
Wenn man sich merkt, welche Bienenkarten der linke Nachbar gerade ausgespielt hat und welche man ihm weitergegeben hat, dann wüsste man, was er in der neuen Runde auf der Hand hat. Zur besseren Chanceneinschätzung und so. Könnte man so machen. Aber so ernst nehmen wir das Spiel Happy Bee dann doch wieder nicht. Es ist flüssig und unaufgeregt, die Gestaltung sehr schön. Nicht mehr, nicht weniger.
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| Nochmals spielen? Als Start in einen gepflegten Spieleabend gut vorstellbar. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Helvetiq zur Verfügung gestellt |




