Es gibt eine Antwort auf meine wiederkehrende Kritik, Verlage brächten praktisch keine Spiele zum wirklichen Leben heraus. Allerdings entpuppt sich der Hoffnungsschimmer als sehr gut gemachte Satire.
4. APRIL 2015
Via YouTube macht derzeit ein Werbespot für zwei Brettspiele die Runde. Nur: Die Spiele gibt es gar nicht.
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Spätestens beim zweiten Spiel wird die satirische Überzeichnung hoffentlich auch dem Letzten klar.
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So hochprofessionell gestaltet sind Video und das Spiel selbst, dass man zuerst glaubt, Mattel oder Hasbro hätten „The Glass Ceiling“ herausgebracht. Schnell wird aber klar, da stimmt was nicht. Die drei Mädchen – politisch überkorrekt ein weißes, ein schwarzes und ein asiatisches – werden mit Aktionskarten konfrontiert, wie etwa: "Dein College-Abschluss ist nicht unbemerkt geblieben. Dein Boss fühlt sich entmannt, die Beförderung geht an Blake, der nicht einmal einen Abschluss hat." Oder: "Dein Aussehen gilt als zu ablenkend für deine männlichen Kollegen." Ein Girl soll auf das Feld „HR“ rücken und kann natürlich noch nicht wissen, dass sich dahinter die euphemistische Bezeichnung „Human Resources“ verbirgt. Ein anderes Mädchen ist auf einmal „arbeitslos“.
Das Spiel sei „nicht fair“ und „es stinkt“, kommen sie schließlich überein.
Alles erfunden? Natürlich nicht. Die „gläserne Decke“ ist Realität und gut erforscht. Hinter dem Spot steckt der amerikanische TV-Sender Comedy Central. Er prangert mit dem fiktiven Spiel den Sexismus in der Arbeitswelt an. Und geht noch einen Schritt weiter. Als Abspann wird noch für das Gegenstück für Burschen geworben, das Brettspiel „Privilege“, gefüllt mit 100-Dollar-Noten und Donald Trump als Sponsor. Spätestens hier wird hoffentlich auch dem Letzten die satirische Überzeichnung offenkundig.
Auf das echte Spiel zum echten Leben muss ich wohl noch immer warten.
Hier kannst du das Video anschauen
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