
Auch heute nehme ich dich mit auf einen Trip über die Spielwarenmesse in Nürnberg. Dieses Mal geht es weniger um einen Blick hinter die Kulissen als um einen Blick über den Tellerrand.
30. JÄNNER 2025
Eines der beliebtesten "Spiele" auf der Spielwarenmesse unter Kollegen ist eine möglichst profunde Antwort auf die Frage zu finden, welchen oder welche Trends denn in diesem Jahr den Ton angeben werden. Für ein endgültiges Verdikt ist es nach dem dritten Tag noch zu früh, aber nach x Standbesuchen klart sich das Bild langsam auf.
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Unbestritten ist, dass es dieses Jahr noch mehr Stadt-Land-Fluss- und Quiz-Spiele geben wird. Ob man es nun für möglich hält oder nicht, der Boom der Schreibblöcke, die als Spiele daherkommen, scheint ungebrochen. Nicht nur Denkriesen und andere einschlägige Verlage haben ihr Programm ausgeweitet, es kamen auch weitere Anbieter dazu.
Was Lizenzthema angeht, hat Disney wieder einmal die Nase vorn. Es sind viele Verlage, die auf Stitch aus der "Real"-Neuverfilmung von "Lilo & Stitch" setzen, die im Mai in unsere Kinos kommt. Noch mehr als Stitch-Spiele wird es natürlich Stitch-Spielzeug geben. Was andere Figuren und Theman angeht: Neben unvermeidlichen Affen, Fischen, Eichhörnchen und Dinosaurieren erleben Würmer ein kleines Revival.
Hat die Jury Spiel des Jahres mit der ersten Verleihung an ein Zweipersonenspiel einen guten Riecher gehabt? Auffallend viele Verlage bringen 2025 neue Zweipersonenspiele heraus, manche gleich mehrere. Mit der Auszeichnung für Sky Team im vergangenen Sommer kann das nichts zu tun haben: Dazu wäre die Vorlaufzeit zu kurz gewesen. Eine interessante Theorie dazu stellte ein Verlagsvertreter auf: Während der Pandemie konnten auch Autoren nicht hinaus und mussten sich vielleicht mit ihren Partnern fürs Ausprobieren neuer Ideen begnügen. Dass die Umsetzungen gerade jetzt auf den Markt kommen, ließe sich auch zeitlich gut einordnen.
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Dass bestimmtes Spielzeug oder Kinderfiguren als Thema für Brett- oder Kartenspiele aufgenommen werden, das kennen wir zur Genüge. Selten ist es umgekehrt wie in einer aktuellen Kooperation von Happy People aus Bremen und Ravensburger in Oberschwaben. Die Firma aus dem Norden ist nach eigenen Angaben "Marktführer in den Bereichen Aufblas-Spielzeug und Wasser-Spielzeug" und bringt in diesem Frühjahr Outdoor-Varianten einiger Ravensburger-Titel, nämlich Pools, Schwimmmatratzen und Sprinklermatten von Monsterstarker Glibberklatsch, Kakerlakak, Lotti Karotti und Tempo, kleine Fische!.
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Am Rande einer so großen Messe wie der Spielwarenmesse sind quasi zeitgleich auch Tausende Menschen dicht gedrängt in den Öffis unterwegs. Da bekommst du das eine und andere Gespräch mit, ob du nun willst oder nicht. Unterwegs sind nicht nur Messebesucher, unterwegs ist natürlich auch Standpersonal. Das ist in der Regel weiblich und jung. Warum auch immer. Das wäre ein anderes Thema und bevor du jetzt in eine bestimmte Vorurteilsrichtung denkst, eine Episode, die überraschen würde, wäre sie ein Einzelfall.
Ist sie nicht. In Variationen habe ich die Kernaussage schon mehrmals vernommen: An den Ausstellerständen großer Messen tummeln sich offenbar Faulpelze. "Die spielte drei Stunden lang nur am Handy rum!", "Okay, hat sie gesagt, hat die Gläser dann aber doch nicht weggeräumt", "Wenn ich Chefin wäre, wäre die nach der zweiten Mahnung weg!" oder "Es ist ja schlimm, wenn wir über unsere Genossinnen klagen müssen, aber ich glaube, bei manchen ist das Handy an der Hand angewachsen."
Entweder fällt das angebliche Nichtstun den männlichen Kollegen oder den Chefs nicht auf oder sie folgen andere Prioritäten (siehe oben). Denn es sind immer nur Frauen, die sich in der U-Bahn oder im Bus allein wähnen und beklagen. Interessant auch dies: Es sind junge Frauen, gegen oder um die 30 und nicht jene mit jahrzehntelanger Berufserfahrung.
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Was denkst du darüber?

