Auch wenn nur Händler, Fachpublikum und akkreditierte Medien Zutritt haben: Die Spielwarenmesse in Nürnberg ist fast allen ein Begriff und die Frankenstadt ein Nabel der Spielzeugindustrie. Warum eigentlich? Eine spannende Geschichte.
24. JULI 2026
Noris, Zoch, NSV, J.W. Spear & Söhne als heute oder früher bedeutende Spieleverlage, das Deutsche Spielearchiv im Haus des Spiels … und natürlich die Spielwarenmesse, die seit drei Jahren auch die „Mutter“ der Spielemesse in Essen ist.
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Wir Brett- und Kartenspielfans finden also viele Anknüpfungspunkte mit der fränkischen Großstadt. Noch mehr gibt es, wenn wir über unseren Tellerrand hinausschauen und die überbegrifflichen Spielwaren heranziehen. Wobei beides ineinander verzahnt ist.
Doch warum ist es so? Warum ausgerechnet Nürnberg? Drei Jahreszahlen dazu:
- 1400: Zwei Handwerker, sogenannte Dockenmacher, fertigen in Nürnberg kleine Tonfiguren und gedrechselte Puppen – die Ururahnen von Barbie
- 1793: Spielzeug kann erstmals per Post bestellt werden – aus der Region Nürnberg
- 1914: 243 Spielwarenbetriebe – in einer einzigen Stadt!
Bis in die 1960er Jahre war Nürnberg vor allem mit seiner traditionellen Blech- und Zinnwarenproduktion – denken wir nur an Eisenbahnen (Märklin & Co), Spielzeugautos (Schuco & Co.) – ein globales Schwergewicht der Spielzeugindustrie. Den Strukturwandel zum billigen Plastikspielzeug haben die Nürnberger Spielwarenhersteller verpasst. Auch in Sachen Elektronikspielzeug werden sie die USA und Asien nicht mehr einholen können.
Überlebt und reüssiert hat dennoch eine Handvoll Unternehmen in der Region. Die Simba-Dickie-Gruppe beispielsweise, mit Noris, Zoch und einmal Goldsieber. Oder Playmobil.
Diese bewegte Geschichte hatte der frühere Direktor des Spielzeugmuseums Nürnberg, der Wirtschaftshistoriker Helmut Schwarz (1952-2022) recherchiert, woraus die Spielwarenmesse den Auftakt einer Geschichte-Reihe „Toy History“ bildet, die auch noch andere Regionen in Deutschland beleuchten wird. Anlass ist das Jubiläum, dass die Spielwarenmesse dieses Jahr zum 75. Mal stattfand. spielwiese.at berichtete.
Die ersten drei von neun geplanten Folgen sind bereits online. Sie haben meine Empfehlung „lesenswert“.
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