Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg war endlich die fertig produzierte Konsole yvio, die als Herzstück des Brettspielsystems fungiert, zu sehen. Sie soll im Laden 59,90 Euro kosten. Eine Menge Heu, aber aufgeteilt auf die vielen Spiele, die angekündigt sind, relativiert sich dieser Preis rechnerisch. Lesen Sie die Details über das System, das das Gesellschaftsspiel revolutionieren soll.
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Herzstück des yvio-Systems ist die Konsole, die in die Mitte des Spielplans platziert wird und drahtlos die Daten austauscht und speichert
Foto: Public Solution
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Integraler Bestandteil jeder yvio-Konsole wird das Hörspiel "Mia und der Zauberstein" sein. Damit macht der Hersteller auch auf eine vielfältige Einsetzbarkeit des Geräts aufmerksam.
25 bis 40 Euro pro Spiel
Die Spiele für yvio selbst werden zwischen 24,99 und 39,99 Euro kosten. Für die Markteinführung im Juni sind drei so genannte Bundles vorgesehen: Ein Spiel plus yvio-Konsole werden dann jeweils 20 Euro billiger als bei einem Einzelkauf sein. Man kann zwischen dem Quizspiel Thinx von Michael Palm und Lukas Zach, dem Abenteuerspiel Tarascon – Im Labyrinth der Drachen von Markus Geiger und dem akustisch untermalten Ratespiel übers Tierreich Elefant, Tiger & Co. von Kai Haferkamp wählen.
Verkaufs- und Marketingleiter Matthias Krämer kündigte im Gespräch mit der Spielwiese eine breite Fernsehwerbung für das System auf das Weihnachtsgeschäft hin an. Wobei er einräumt, im Handel noch auf gewisse gedankliche Schranken über das neuartige System zu stoßen: "Wir sehen uns bei Media Markt und Saturn … Media Markt und Saturn sieht uns dort – noch – nicht." Die Konsole selbst wäre nicht das Hindernis, so Krämer, aber die Spielbretter, die in den Augen der Manager der beiden wichtigsten Konsumelektronikmärkte ein Fremdkörper wären.
Dabei seien ja auch die Spielbretter voll mit Elektronik, sagt Krämer, auch wenn man es nicht sieht oder fühlt. Trotz Innnenleben sind die Spielbretter faltbar, was kleinere Schachteln ermöglicht. Das ist übrigens der erste Unterschied, den man zu den Brettern von King Arthur und Die Insel feststellt, mit denen Ravensburger 2003 und 2005 einen ernsthaften Versuch unternommen hatte, Elektronik ins klassische Brettspiel zu bringen. Der gravierende Unterschied liegt allerdings in der Technologie. Details werden erwartungsgemäß von Public Solution nicht verraten, "um uns einen Vorsprung am Markt zu wahren", sagt Krämer, "ich kann nur so viel sagen, dass es sich um induktive Einkopplung handelt."
Wie der Spielwarenhandel reagiert, wird das Ende der Spielwarenmesse in der nächsten Woche zeigen. Jedenfalls hat sich Otto E. Umbach als Boss der Händlerorganisation idee+spiel öffentlich bereits kräftig als Fan des yvio-Systems ins Zeug gelegt.
Bei Autoren angeklopft
Zu den namhaften Autoren kam die Dresdner Technologieschmiede, die hinter dem yvio-System steckt, über banales Nachfragen, wer in der Autorenszene für die Umsetzung dieser neuen Spielart in Frage käme. Dazu mussten die Brettspielautoren teilweise ordentlich umdenken. Denn vieles, was in der angestammten Brettspielwelt normal ist, ist hier überflüssig, weil es der Computer in der Spielbrettmitte erledigt und automatisch mit dem Geschehen auf dem Brett kommuniziert.
Und obwohl die Spielregel bzw. Einführung ins Spiel die yvio-Konsole akustisch vornimmt, werde es auch bei diesen Spielen weiterhin eine gedruckte Spielanleitung geben. Für Traditionalisten.
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