
Als erster der großen Spieleverlage hat Amigo bereits sein komplettes Herbstneuheitenprogramm veröffentlicht und mit der Auslieferung begonnen. Die Spielwiese liefert einen Überblick.

Das Partyspiel Privacy von Reinhard Staupe, erstmals 2004 erschienen, hat wie schon zu Jahresbeginn von der Spielwiese angekündigt, einen Nachfolger erhalten. Uns hat deshalb als Erstes interessiert, ob sich die zweite Edition Privacy 2 vom Spielablauf her unterscheidet. Vergleicht man die Spielanleitungen der beiden Spiele, tut sie es nicht. Sie sind fast wortident.
Somit gilt, was die Spielwiese bereits vor vier Jahren ihren Lesern dringend ans Herz gelegt hatte: Privacy 2 in einer möglichst großen Runde zu spielen. Spielmaterial ist für bis zu zwölf Spieler vorhanden. Denn je kleiner die Runde, desto größer ist die Gefahr, dass ein Spieler zur Manipulation verleitet wird oder ein Mitspieler geoutet werden kann. Denn die Fragen – 180 aus der ersten Ausgabe und 180 neue – gehen zum Teil doch kräftig ans Eingemachte. Deshalb auch der klare Hinweis auf der Schachtel, dass es sich nicht um ein Familienspiel handelt, sondern um ein Spiel für Erwachsene.
Spieler waren aufgerufen worden, für die neue Ausgabe Vorschläge für Fragen zu machen. Davon wurde etwa 500 Mal Gebrauch gemacht. Sie sind im Spiel mit dem Namen des Einsenders gekennzeichnet. Kleine Kostproben der Bekenntnisse, um die es im Spiel geht: "Ich sehe mir gern Casting-Shows an", "Ich bin der Intelligenteste hier am Tisch", "Ich habe schon mal beim Sex telefoniert" oder auch "Ich habe schon mal auf einem wichtigen Formular eine Unterschrift gefälscht".
Da sich aber grundlegend nichts geändert hat, können Sie den Spielwiese-Test 855 von Privacy deshalb auch für die neue Edition als Kaufentscheidung nehmen. Nichtsdestotrotz werden wir natürlich nach unseren Testrunden eventuelle Ergänzungen vornehmen.
Jetzt kocht auch Amigo
Da alle Welt nur noch am Kochen zu sein scheint oder zumindest den Fernsehköchen dabei zusieht, kommt auch Amigo nicht um ein entsprechendes Spiel herum. Als Kochpartner hat sich der Verlag dazu Stefan Marquard ausgesucht, den selbst ernannten Freibeuter der Küche. Bei Stefan Marquards Küchenlatein, so heißt das Spiel, geht es darum möglichst viel über Gerichte und Zutaten zu wissen. Wie beim Klassiker Trivial Pursuit entscheiden Position der Spielfigur und die Farbe des Feldes, aus welcher Kategorie die Frage gestellt wird. Gesammelte Fragekarten werden zu "Menüs" umgewandelt und bringen die ersehnten Punkte. Kurzum: Ein Quizspiel für Hobbyköche und Ernährungsinteressierte, garniert mit vier Rezepten von Marquard.
Vier weitere Neuheiten

- Herr der Ziegen von Günter Burkhardt ist eine Kombination aus Lege- und Sammelspiel. Ziegenkarten werden zu einem Quadrat ausgelegt, die eine Weide bilden. Nun spielen die Spieler Karten mit dem Zweck aus, dass Ziegen ihrer Farbe um die Weide wandern und in der Reihe, in der sie stehen, Ziegenkarten austauschen. Im späteren Verlauf sollen die Ziegenkarten mit kleinen Ziegen der eigenen Farbe besetzt werden, und dabei möglichst neben dem eigenen Ziegenstall, um das Punktemaximum herauszuholen. Die Grafik steckt voller lieber Details, weshalb es dazu auch ein Gewinnspiel gibt (siehe Spielwiese-Links), das aber nicht ganz einfach ist.
- Byzanz ist das erste von drei neuen Kartenspielen bei Amigo. Genauer gesagt, ist es ein Versteigerungsspiel. Es geht um Waren und Händler. Wer bei den Auktionen zu Beginn ein glückliches Händchen hatte, hat dafür in der Endphase den Nachteil, erst zum Schluss beim Plündern der liegen gebliebenen Waren zuzulangen. Autor ist Emanuele Ornella.
- Bei Poison greift Reiner Knizia einmal mehr das Thema Zaubertränke auf. Die Spieler legen Karten mit bestimmten Zahlen in farblich passenden Reihen an. Wer dabei die Summe von 13 an Zahlenwerten überschreitet, muss die Reihe als Minuspunkte zu sich nehmen, kann das Ganze aber später noch ausgleichen, wenn er die meisten Tränke einer Farbe gesammelt hat.
- Von Michael Feldkötter kennen wir bisher das Stichspiel Beim Jupiter (Kosmos 2008). Hier begibt er sich thematisch zu den Indianern. Die Spieler spielen pro Runde drei Karten aus, mit denen in der Tischmitte Totems gebildet werden. Punkte bekommt man, indem man diese Totems mit bestimmten Karten abschließt. Der Reiz ist dabei wertvolle Marterpfähle zu bekommen, das Risiko ist, dass andere schneller sind.
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