Moorhuhn-Jagd – jahrelang einer der Klassiker unter den Computerspielen. Damit ließ sich viel Geld machen. Doch die Umsatze waren zum guten Teil nur vorgetäuscht und Anleger der Phenomedia AG verloren viel Geld. Nach vier Jahren (!) ist der Prozess gegen zwei Ex-Vorstände der Moorhuhn-Vermarkter heute in Bochum zu Ende gegangen. Die beiden müssen ins Gefängnis.
Erst zuletzt hatten die Angeklagten Geständnisse abgelegt. "Ich habe nicht mehr den Willen und nicht mehr die Kraft, um weiterzukämpfen", sagte der Ex-Vorstandsvorsitzende in seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung. Durch die Scheingeschäfte sei ein Schaden im deutlichen zweistelligen Millionenbereich entstanden, so die Staatsanwaltschaft.
1999 war die Phenomedia AG 1999 an die Börse gebracht worden. Ihnen sei darauf fremder Geld "regelrecht zugeworfen" worden. Die beiden Ex-Vorstände hatten sich im Frühjahr 2002 selbst angezeigt, der Aktienkurs stürzte ins Bodenlose.
Die Phenomedia AG war durch die Spielfigur Moorhuhn international bekannt geworden und viele hängten sich an den Erfolg an. Auch Ravensburger und SpielSpass hatten zeitweise Lizenzen für Brett- und Kartenspiele mit der Kultufigur.

