HANDEL. "Totalabverkauf" und "Alles 50 Prozent" steht auf den Schildern an Österreichs einstmals führendem Spielwarengeschäft und einem Vorreiter im Onlinehandel.
Die positiven Bewertungen im Internet werden wohl noch länger zu finden sein, wie etwa "DAS Spezialgeschäft für Strategiespiele in Wien" – die Adresse im Internet selbst ist bereits nicht mehr ansteuerbar, und auch für den physischen Laden kommt dieser Tage das Aus. Die "Spielerei" in der Wiener Mariahilferstraße sperrt zu. "In etwa einer Woche", erklärt Inhaberin Brigitte Perfahl.
1975 gegründet
Sie geht in Pension. Das Geschäft war 1975 gegründet worden und entwickelte sich trotz seines kleinen Verkaufsraumes zu einem der bekanntesten Spielefachgeschäfte Österreichs. Und unter Freaks auch darüber hinaus. Die "Spielerei" war in den 80er- und 90er-Jahren mit Sicherheit die beste Adresse für Spieler im Großraum Wien. Was nicht lagernd war, konnte in der Regel besorgt werden. Die "Spielerei" war eines der wenigen Fachgeschäfte zu der Zeit, das auch "Exotisches" führte oder auftrieb. Brigitte Perfahl konnte sich lange Zeit auf ein engagiertes und vor allem sehr sachkundiges Personal stützen.
Onlineversand scheiterte
Der Wissens- und Kompetenztransfer ins Internet-Zeitalter wurde zwar versucht, scheiterte allerdings. Der "1. Österreichische Spieleversand" hatte eine vielleicht zu komplizierte Benutzeroberfläche und letztlich gegen die großen Anbieter keine Chance.
Alles ist vergänglich, wie wir wissen. Wenn Pioniergeister wie Brigitte Perfahl die Segel streichen, ist es bitter. Sie stehe in Verhandlungen mit einem möglichen Nachfolger … lassen wir uns überraschen.

… Spaß, geselliges Zusammensein und Köpfchen anstrengen!