AUSZEICHNUNG. Wer die begehrte Auszeichnung Kinderspiel des Jahres erhält, ist eine Mehrheitsentscheidung der in diesem Jahr sechsköpfigen "blauen" Jurorengruppe innerhalb des Vereins Spiel des Jahres. Und mehrheitlich fiel der Votum in diesem Jahr auf die Kombination von traditionellem Brettspiel und Elektronik.

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Autor Steffen Bogen jubelt, Jury-Koordinatorin Sabine Koppelberg überreicht Ravensburger-Geschäftsführer Michael Tiesler und -Redakteurin Katja Volk den begehrten Pöppel. Bild: Die Spielwiese |
Ausgereifte Elektronik-Einbindung
Eines war schon mal klar: Keines der drei nominierten Spiele hat irgendwie mit Realismus zu tun, sondern entführt die kleinen Spieler in eine Fantasiewelt – Drachen, Gespenster, Hexen … "Es zeigt sich, dass es keiner großen Lizenzthemen bedarf, um die Kinder zu faszinieren!", betonte Sabine Koppelberg von der Kinderspiel-Jury bei ihrer Begrüßung. Es seien tradtionelle Kinderspiel-Themen, die ankommen.
"Ich finde gut, dass es Strom hat …", sagt der 8-jährige Anton als Präsentations-Pate für Schnappt Hubi! Für jedes der drei nominierten Spiele hatte die Jury zur Preisverleihung in Hamburg zwei Kinder eingeladen, die erklärten, warum ihnen das jeweilige nominierte Spiel gefällt. Der kleine Anton meinte die Elektronik im Spiel.
Und die setzte sich – ein zweites Mal nach 2008 bei Wer war's?, ebenfalls von Ravensburger – durch. "Es ist die bisher aufwendigste Elektronik-Umsetzung in einem Brettspiel", sagten Ravensburger-Geschäftsführer Michael Tiesler und die betreuende Redakteurin Katja Volk. "Preisträger trotz Elektronik", meinte ein Mitglied der Kinderspiel-Jury, "weil sie im Gegensatz zu vielen anderen elektronischen Brettspielen hier nicht aufgesetzt ist." Sie ist integraler Bestandteil des Kooperationsspiels. Oder, wie es in der Jurybegründung heißt: "Die eingebaute Elektronik ist kein Selbstzweck, sondern unterstützt das gemeinsame Erleben und führt intelligent durchs Spiel."
Und Autor Steffen Bogen verriet der Spielwiese, dass ein Dreiviertel Jahr harte Arbeit und Feinabstimmung allein für den "technischen" Teil des Spiels dahintersteckt. Schnappt Hubi! war allerdings von Beginn an von ihm als Brettspiel mit Elektronik gedacht. Die grundlegende Idee "von zwei übereinanderliegenden Labyrinthen, die hatte ich schon länger". Im Dezember 2010 bei Ravensburger vorgelegt, ging es dann sehr schnell: Das Spiel kam bereits im Herbst 2011 auf den Markt.
Hohe Akzeptanz bei Verbrauchern
Rund 150 Neuheiten hatte die Kinderspiel-Jury nach eigenen Angaben genauer ins Visier genommen. Schon zum 12. Mal wurde dieser Hauptpreis der Jury Spiel des Jahres in diesem Jahr vergeben, das dritte Mal im Rahmen einer eigenen Veranstaltung, um den besonderen Stellenwert der Auszeichnung noch mehr zu unterstreichen. Der Vorjahrspreisträger Da ist der Wurm drin von Zoch verkaufte sich bisher rund 220.000 Mal.
Dass die Auszeichnung so gut angenommen wird von den Verbrauchern, sei dem Erfindungsreichtum und Innovationen der Autoren und Verlage geschuldet, erklärte Koppelberg: "Ob Memospiel, Geschicklichkeits- oder Reaktionsspiel, kooperativ oder gegeneinander spielbar –2012 ist ein ausgewogener Spielejahrgang. Die Bandbreite an guten Spielen ist für jede Altersgruppe groß."
Kritische Anmerkung
Es findet sich allerdings auch eine kritische Anmerkung in all dem Jubel. "Leider ist es nicht jeder Redaktion gelungen, ein klar überschaubares und vor allem stimmiges Regelwerk vorzulegen", so Koppelberg darüber, dass auf den ersten Blick tolle Spiele bei näherer Betrachtung durchgefallen sind. "Und insbesondere bei der für die Konsumenten wichtigen Altersangabe als Orientierung für ein passendes Spiel wünscht sich die Jury in Zukunft noch mehr Sorgfalt, so dass auch weniger spielgeübte Kinder nicht überfordert sind."
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