SPIELEMACHER. Mit Ende 2017 verlässt Walter Remme die Bühne der spielerischen Kleinkunst. Der Kopf von Motiva war und ist noch bis dahin, im wahrsten Sinne des Wortes, der Farbtupfen auf unzähligen Spieleveranstaltungen.
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Walter Remme mit Kollegin Viola Harrian auf dem Spielmarkt 2017 in Remscheid. Bild: spielwiese.at |
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Eigendefinition: „motiva Spielzeit e.V. entwickelt, produziert und fördert das Kulturgut Spiel. Wir legen Wert auf eine spielpädagogische Ausrichtung und den Einsatz von Naturmaterialien. Der Verein präsentiert und verkauft eigene sowie ausgewählte Spiele von befreundeten Verlagen auf Messen, Spieleveranstaltungen und bei vielfältigen Gelegenheiten, ... in Verbindung mit motivierender und erklärender Animation.“
Kommerzieller Erfolg blieb versagt
Eines der Spiele, 6 Richtige, wurde mit der Auszeichnung „spiel gut“ bedacht. Das war zu Beginn der Nullerjahre, als Motiva durchaus noch ernsthaft vorhatte, im regulären Spielzeughandel zu reüssieren. Was aus verschiedenen Gründen scheiterte. Überhaupt war Walter Remme nicht wirklich von Glück verfolgt. Aber darüber macht sich der gelernte Buchbinder keinen Kopf.
Sein Engagement für originelle und immer wieder auch gute Spielideen blieb davon ungebrochen. Aus der Firma Motiva wurde ein Verein und Walter Remme konzentrierte sich mit Gleichgesinnten auf den persönlichen Einsatz auf verschiedenen Messen und Spieleveranstaltungen. Markenzeichen: die Regenbogenfarben. Um sie herum tüftelte er an mehreren Spielen. Nebenbei mit Bambusstangen für Odaki, ein verkehrtes Mikado, mit Pentakuben und Soma-Würfeln, vielen bunten Kreiseln oder einer Riesenausgabe von Jenga als Hommage an deren Autorin Leslie Scott. Durchgängiger Aufforderungscharakter: extrem hoch!
Sein Credo, wenn er damit antritt: „Ich habe eine Kiste mit Material und spiele damit. Dann kommt jemand dazu und will mitspielen. Du musst selbst präsent sein! Dann gibt es auch einen Bezug zu dem Spiel, von wem es kommt und so weiter.“
Zum Abschied noch ein Hirndreher
Nach einem Berufsleben mit vielen Auf und Abs bereitet sich Walter Remme auf den Ruhestand vor. „Ich höre Ende Jahr auf“, verrät er spielwiese.at. Und lädt am Gesprächstisch gleichzeitig zum Ausprobieren seiner jüngsten Spielidee Varianto ein. Ein Zockerspiel mit Augenwürfeln, nur dass dabei die gegenüber liegenden Augen nicht, wie sonst, eine 7 ergeben, sondern anders verteilt sind. Ein kleiner Hirndreher, über den, wie zu allen seinen Spielen und das Kulturgut Spiel überhaupt, Walter Remme engagiert, ausgiebig und unterhaltsam philosophieren kann.
Der „Regenbogenmann“ wird vielen Veranstaltungen fehlen.
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