Buchstabensuppe
Schnell und einfach: Auf dieses Erfolgsrezept greift auch das Wörterspiel Kerflip! zurück. Dabei werden keine Buchstaben an andere angelegt, sondern alle suchen sich gleichzeitig aus einer wilden Buchstabenmischung ihr Wort aus.
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Nr. 1173: Kerflip! | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die großen Buchstaben sind nur Fotografen-Deko, es geht um die kleinen Lettern aus dem Beutel und auf dem Spielbrett: Daraus schnellstens ein Wort filtern ist die Aufgabe bei Kerflip!. Je länger, desto mehr Punkte. Am besten als Erster, das bringt für jeden Buchstaben doppelte Punkte. Die Bonuskarten sind Beiwerk. Über das ganze Spiel hinweg ist entscheidend, in jeder Runde ein Wort zu finden. Lieber kurz, als gar keines. Bild: Amigo |
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Die gute Nachricht
Wem Scrabble und dessen Kopien zu lange dauern, findet endlich eine gute Alternative.
Die schlechte Nachricht
Die Farbgebung ist gewöhnungsbedürftig. Im amerikanischen Original (orange statt lila) ist die Optik wesentlich harmonischer.
Rein ins Spiel!
Es geht um zwei Dinge, um viele Punkte zu erzielen sind beide wichtig und voneinander abhängig. Es geht erstens darum, in einer zufälligen Buchstabenansammlung ein (möglichst langes) Wort zu erkennen. Und zweitens geht es darum, das vor den Mitspielern zu tun, also um Schnelligkeit.
Bei Kerflip! lukriert der Schnellste einer Runde einen klaren Vorteil. Jeder von ihm verwendete Buchstabe zählt jeweils 10 Punkte. Die anderen Spieler, die auf eine Letter angewiesen sind, die bereits ein Spieler vor ihm verwendet hat, müssen sich dafür mit jeweils 5 Punkten begnügen.
Damit beim Werten nichts durcheinander gerät, setzt Autor Damon Tabb eine genial einfache Idee um. Alle Lettern sind beidseitig bedruckt, vorne weiß und hinten lila – ein bereits verwendetes Buchstabenplättchen wird einfach umgedreht. Wer als Erster ein Wort genannt hat, stellt die Lettern zusammen, dann folgt der Spieler, der als zweiter ein Wort genannt hat usw.
Soweit auch zu den einfachen und klar verständlichen Regeln von Kerflip! Oder genauer: der Grundregel. Der wichtigste Unterschied zu Scrabble und dessen Varianten ist, dass nicht Buchstaben angelegt werden müssen, sondern alle Spieler gleichzeitig quasi aus demselben Topf an Buchstaben das Beste zu machen versuchen. Eine Anleihe wurde bei Scrabble allerdings dennoch genommen: Einige „schwierige“ Buchstaben haben noch kleine Zahlen als Fußnote. Wer diese Buchstaben in sein Wort einbauen kann, darf Bonuskarten ziehen. Diese bringen zusätzliche Punkte – oder auch nicht. Das stellt sich erst am Ende heraus. Diese Zufälligkeit stört und passt nicht zu einem Spiel, bei dem es auf die eigene Entscheidung bzw. eigene Fähigkeiten ankommt. Dieser Teil von Kerflip! wäre entbehrlich gewesen.
Das Fazit fällt trotz dieser Ungereimtheit positiv aus. Schnell erklärt, schnell gespielt (eine Partie endet, wenn der Vorrat an Lettern aufgebraucht ist), herausfordern, in jeder Runde anders und immer sind alle Spieler gleichzeitig am Werk.
PS.: Der Schachteleinsatz dient als "Spielfläche", verwendete Buchstaben werden nach jeder Runde einfach über die Kante in die Schachtel geschoben. Am Spielende werden die Buchstaben über eine Schüttöffnung in den Beutel gekippt. Einfach, vorbildlich.
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Nochmals spielen?
Ja. Weil fast jeder in fast jeder Runde „sein“ Wort findet. Auch wem Wörterspiele nicht so liegen, hat trotzdem seine Chancen, er ist jederzeit beteiligt und fühlt sich nicht ausgeschlossen. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Amigo zur Verfügung gestellt |

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