Pausetaste fürs Hirn
Es nützt gar nichts, über Gewinnen oder Verlieren bei Pechvogel zu grübeln. Es ist und bleibt ein Glücksspiel. Aber eines, das schlicht und gute Unterhaltung garantiert.
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Nr. 1374: Pechvogel | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Das Pech ist schwarz: Wertungsmarker, Murphy, Frustrate, Pechplatte, Würfel (v.l. im Uhrzeigersinn) Bild: Zoch |
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Die gute Nachricht
Hier wird Pech endlich einmal zum Heros erhoben
Die schlechte Nachricht
Die Spielanleitung könnte sorgfältiger sein
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Rein ins Spiel!
Du hast es schon bei den Schlagworten gemerkt: Wir nähern uns nicht mit Bierernst diesem Spiel an. Es wäre auch unnötige Mühsal, den Ernst zu ergründen. Das hat sich auch Zoch gedacht und alles auf den Nonsens abgestimmt. Pechvogel muss natürlich in einer rabenschwarzen Schachtel, mit rabenschwarzen Würfeln und einer Weiß-auf-Schwarz-Spielanleitung ausgestattet sein. Wie heißt es da so schön und treffend in der Anleitung? „Das Würfelspiel, bei dem schiefgeht, was schiefgehen kann!“
Zoch-Spiele sind für ihren eigenen Humor bekannt und geschätzt. Pechvogel erfüllt diese Erwartung zu 100 Prozent. Da ist das Gemeine, das Perfide, da ist das Unkonventionelle in einen augenzwinkernden Rahmen verpackt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt, heißt es, aber die zwei Nachsätze offenbaren die Geisteshaltung: „Haben mehrere Spieler die meisten Punkte, gibt es mehrere Nichtverlierer. Alle anderen verlieren“.
Nun aber endlich dazu, was eigentlich abgeht. Sieben Würfel mit 3 bis 7 und einem Pechvogel. Wer an der Reihe ist, muss so lange würfeln, bis sein Ergebnis entweder vier gleiche Zahlenwerte oder drei Pechvögel ist (trifft beides ein, hat man Glück und Pech zugleich). Nach dem ersten Wurf muss sich der Spieler auf eine Zahl festlegen und legt alle entsprechenden Würfel auf die Pechplatte in der Tischmitte. Jeder Würfel, der einen Pechvogel zeigt, muss ebenfalls auf die Pechplatte.
Sammelt man – durch Würfelglück – vier gleiche Zahlen an, erhält man einen der entsprechenden Punktemarker. Diese werden am Spielende ihren Werten entsprechend addiert.
Sammeln sich allerdings drei Pechvögel an, kassiert man ein sogenanntes Frustrat. Das sind kleine schmuddelige graue Steine. Mit ihnen hat es am Ende auf sich, dass jeder drei Minuspunkte zählt. Und Murphys Law folgend, also, wie der Wiener zu sagen pflegt: Wenn’st kein Glück hast, kommt auch noch das Pech hinzu, ist auch ein – und nur einer! – Marker Murphy im Spiel: Hat man ihn zu Spielende, zählt jeder Frustrat nicht drei, sondern sieben Minuspunkte. Murphy hat immer derjenige Spieler, der zulletzt über Ziel geschossen hat: Entweder mehr als vier gleiche Zahlen oder mehr als drei Pechvögel.
Also will jeder Frustrate loswerden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeitenl. Den eigennützigen: Man darf einen Wurf wiederholen, der einem nicht in den Kram passt. Den gemeinen: Passt einem der Wurf des aktiven Spielers nicht in den Kram, weil er etwa vier Gleiche angesammelt hätte, schiebt man ihm einen Frustrat rüber und der Wurf ist ungültig, der aktive Spieler rmuss neu würfeln.
So geht es dahin, ohne wirkliche Befeuerung des menschlichen Fortschritts, bis alle Punktemarker vergeben sind.
Pechvogel ist das ideale Spiel, um fürs Hirn 20, 30 Minuten lang die Pausetaste zu drücken. Das tut gut, gerade jetzt in Corona-Zeiten. Egal, ob man zu zweit oder zu fünft ist. Natürlich: Je mehr Spieler, desto mehr wogt das Geschehen hin und her. Ernst gemeint ist sowieso nichts.
Freiich haben sich die Leute von Zoch etwas dabei gedacht, die Altersempfehlung mit 8 Jahr eanzusetzen. Das funktioniert auch, aber trotzdem meinen wir: Spielt der Nachwuchs mit, sollten er schon so rund um 10 Jahre alt sein, um den subversiven Witz dieses Spieles auch zu verstehen.
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| Nochmals spielen? Klar doch! |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Zoch zur Verfügung gestellt |




