Wanderer auf stillem Beobachtungsposten
Interessante Verzahnungen des Spielmaterials machen Meadow zu einem Familienspiel, das nicht unterschätzt werden soll. Man muss schon sehr genau schauen und überlegen, was möglich ist und was man tut. Für den Einstieg ist die Spielanleitung mit vielen Beispielen illustriert.
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Nr. 1452: Meadow | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Ein hervorragendes Inlay, in dem das umfangreiche Spielmaterial vernünftig Platz findet!
Die schlechte Nachricht
Die Hintergrundgrafik der Wanderkarte verwirrt leider und macht die Auswahl sehr unübersichtlich
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Sowohl am Lagerfeuer (links) als auch durch Aktionen mit der Wanderkarte (oben) sammelt man wichtige Siegpunkte. Ausschlaggebend sind immer die Symbolkombinationen verschiedener Beobachtungs- und Landschaftskarten. Ein gutes Auge und Überlegen sind da schon sehr hilfreich … Bild: Asmodee |
Rein ins Spiel!
Es sind 184 wunderschön und naturalistisch gestaltete Karten mit Tieren, Pflanzen und Landschaften im Stil alter Aquarelle, die sofort beeindrucken. Aha, ein Lernspiel, hieß es sofort von einer Seite. Das passt in den Naturkundeunterricht, von anderer. Nun, nehmen wir die Karte mit Tabanus bovinus, oder auf Deutsch: die Rinderbremse. Männliche Exemplare sind reine Pflanzenfresser, weibliche haben es manchmal auch auf unser Blut abgesehen. Das kann man, wenn man unbedingt will, bei Meadow lernen, muss es aber keineswegs.
Es bleibt ein Familienspiel, wenn auch an der Grenze zum Kennerspiel. Aber weil es darum geht gewisse Wechselbeziehungen von Flora und Fauna herbeizuführen, ist das Nebenbei-noch-etwas-Erfahren ein Sahnehäubchen. Wissen schadet ja nicht. Der Untertitel lautet nicht ohne Sinn Im Reich der Natur.
In Meadow schlüpfst du in die Rolle eines Wanderers, der die Natur genießt und mit anderen Spielern um die schönsten Beobachtungen wetteifert. Das Spiel läuft über mehrere Runden, in denen jeder Spieler eine Aktion ausführt. Das Ganze ist Karten-basiert. Die sogenannten Beobachtungskarten (wie jene mit der Rinderbremse) zeigen für die Wertung wichtige Siegpunkte und ein oder mehrere Symbole, die man auf den Landschaftskarten findet. Vereinfacht gesagt: Um eine Beobachtungskarte auszuspielen, müssen das oder die geforderten Symbole bei meinen Landschaftskarten sichtbar sein.
Die Auswahl der Karten erfolgt über die zentrale Wanderkarte, auf der 4x4 Karten ausliegen. Sogenannte Wanderplättchen setzte ich ein, um von der Wanderkarte eine bestimmte Karte, soweit erreichbar, zu nehmen. Erreichbar bedeutet, dass das eingesetzte Wanderplättchen die Koordinate in der Auslage vorgibt. Weil Wanderplättchen dafür in Kerben am Rand der Wanderkarte gelegt werden und dort liegen blieben, reduzieren sich vornezu die Möglichkeiten etwas an bestimmter Stelle von der Wanderkarte zu nehmen. Das ist spielmechanisch sehr geschickt gelöst!
Der Rahmengeschichte nach erzählen sich die Wanderer am Lagerfeuer von ihren Naturbeobachtungen. Dort, am Lagerfeuer, gibt es eine zweite, nicht unwichtige Möglichkeit zu punkten. Wieder spielen die Wanderplättchen und die Symbole der Karten, die man bereits ausgespielt hat, eine Rolle.
Das Spielmaterial ist sehr, sehr gut. Nur der Hintergrund der Wanderkarte würde eine neutralere Gestaltung benötigen. So leidet Meadows an diesem Punkt an Unübersichtlichkeit, wie auch Testspieler bemängelten. Man muss schon sehr genau nach den Symbolen schauen, was als Nächstes Sinn macht. Interaktiv ist Meadows dabei nicht, schon eher gedankenversunken. Einander weh tun kann man nicht, außer unabsichtlich jemanden eine Karte wegschnappen. Wie schrieb eine Gruppe auf unseren Testbogen? „Ein typisches Habt-euch-lieb-Spiel.“
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| Nochmals spielen? Kommt darauf an … den einen ist es zu unspektakulär, die anderen wollen das degressive Auswahlsystem noch genauer ausloten. |
Rund ums Spiel
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