Entspanntes Tempelbauen
Ananda kommt aus dem Altindischen und bedeutet Glückseligkeit oder Wonne. Damit sind wir auch schon beim Thema Meditieren. Wir schicken unseren Mönch herum, damit er dabei möglichst viel Ananda abbekommt.
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Nr. 1558: Ananda | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Handschmeichler als Spielmaterial, das gefällt
Die schlechte Nachricht
Die Größe der Felder des Spielplans und die der Bausteine passen nicht zusammen. Das stört.
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| Die Farbe, auf die der Mönch am Beginn des Zugs gestellt wird, bestimmt auch, dass sie weiter ausgedehnt wird. Grenzenloses Wachstum gibt es allerdings nicht, weil Flächen auch wieder überbeut werden. |
| Bild: spielwiese.at |
Rein ins Spiel!
Am Anfang waren ein Mönch (des Startspielers) und ein zweiteiliger Baustein. Dieser wurde zufällig gewählt und lässt uns nicht ohne Grund an Domino denken. Wobei wir es hier mit einer Art dreidimensionalem Domino zu tun haben. Aber der Reihe nach. Bei Ananda muss man nämlich abstrakt um die Ecke denken.
Die Bausteine haben zwei Felder, die Felder haben eine von sechs Farben. Hat ein Baustein zweimal die gleiche Farbe, ist das immer gut. Man freut sich. Beim Legen von Bausteinen willst du nämlich eine möglichst große Fläche der gleichen Farbe erzielen. Je größer die Fläche, desto mehr bzw. höhere Karten der gleichen Farbe kannst du ablegen. Ja, Karten sind auch im Spiel. Und nur um die geht es zum Schluss, wenn abgerechnet wird.
Bei Ananda muss man mit ein paar Zügen zuerst einmal ins Spiel kommen, um zu verstehen was da gegenläufig abgeht. Wir probieren’s mit einem Beispiel.
Paul hat aus seinem Vorrat drei Bausteine gelegt und damit eine Fläche von sieben gelben, aneinander liegenden Feldern geschaffen. Nun legt er, für alle sicht- und kontrollierbar eine Karte mit einer gelben 1 und eine Karte mit einer gelben 3 ab. 3+1=4. Vier Punkte, die Paul am Ende sicher hat. Nun kommt die Differenz zur geschaffenen Fläche ins Spiel: 7 (Felder) minus 4 (Gesamtwert der abgelegten Karten) ergibt drei. Paul darf als Abschluss seines Zugs drei Bausteine aus dem allgemeinen Vorrat zu sich nehmen.
Klar? Paul hätte auch als Karten eine 5 und eine 2 auslegen können, dann aber keine Bausteine nachziehen können. 7-5-2=0. Oder hätte er nur die Karte 2 ausgelegt, hätte er fünf Bausteine zu sich nehmen dürfen. 7-2=5. Was nicht geht: Karten mit einer Summe ablegen, die höher als die Summe der Felder ist.
Das Dilemma ist immer das gleiche: Je besser ich passende (Farbe!) Karten ablegen kann, umso weniger Bausteine erhalte ich, was meine Möglichkeiten im nächsten Zug einschränkt. Und umgekehrt. Und irgendwann gibt es keine Bausteine mehr, also sollte man sich ranhalten. Da kann die Wonne dann gegen Ende der Partie schon auf die Probe gestellt werden.
Auf ein paar sinnvolle Einschränkungen, wie und wo nicht gelegt werden darf, wollen wir hier nicht eingehen, bis auf die wichtigste. Als Erstes eines Zugs musst du deinen Mönch auf eine andere Fläche versetzen, die noch nicht von einem anderen Mönch (Spieler) besetzt sein darf. Versetzt du deinen Mönch zum Beispiel auf ein blaues Feld, vergrößerst du anschließend diese blaue Fläche mit deinen Bausteinen. Soweit du kannst – und spielst nach Möglichkeit blaue Karten zum Punkten aus.
Wenn ein Mönch seine Fläche (aus der vorigen Runde) verlassen muss, hinterlässt er womöglich ein „riesiges“ Gebiet. Das freut den oder die nächsten, die dran sind. Wobei es bei Ananda eben darauf ankommt, durch geschicktes Legen zweierlei zu erreichen: Selbst gut abzuschneiden, aber beim Legen der Bausteine gleichzeitig zu antizipieren, was der nächste und eventuell übernächste Spielermachen könnte. Da die Bausteine sehr rasch auch in der zweiten, dritten oder gar vierten Ebene übereinander gelegt werden, tun sich großartige taktische Möglichkeiten auf, zumal man auch zwei oder mehrere Flächen der gleichen Farbe verbinden darf. Gezählt wird immer am Ende eines Zugs, was aus der Vogelperspektive als verbunden sichtbar ist.
Fazit
Es ist ein recht ruhiges Legespiel, bei dem wieder einmal alle am gleichen Feld bauen. Das Ergebnis soll laut Story ein Tempel werden. Was Ananda von den meisten gängigen Legespielen jedoch klar unterscheidet, ist die Einbeziehung der Wertungskarten und deren unmittelbare Auswirkung darauf, wie man seinen Vorrat an Bausteinen wieder auffüllt.
Das ist spieltechnisch sehr gut gemacht.
Auch das Material der Spielsteine bereitet Freude. Es hsndelt sich um sogenannten Urea-Kunststoff. Urea ist nur ein anderes Wort für Harnstoff, der bekanntlich eine wichtige Rolle bei unserem Stoffwechsel spielt, aber auch in der chemischen Industrie allerlei Anwendungen findet. Wenn dir bei anderen Spielen ähnliches Material unterkommt, beispielsweise bei dem wunderbaren Ta Yü (Kosmos, 1999) und Begriffe wie Harnstoffharz oder Harnstoff-Formaldehyd-Harz fallen, kurz als UF-Harze bezeichnet – das ist alles das Gleiche. Kein Pipifax!
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| Nochmals spielen? Ja, gerne. Kam in unserer Testrunden gut an. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Zoch zur Verfügung gestellt |




