Reibungslos angriffslustig
Irgendein Detail stört bei Hybridspielen immer. Dieses hier von Pegasus hat unserer Meinung nach die üblichen Kinderkrankheiten überwunden.
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Nr. 1617: Boss Fighters QR Ⓐ | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Bringt für viele ein neues Spielgefühl
Die schlechte Nachricht
Das einfache Wiederverräumen der vielen Karten wird versprochen, funktioniert jedoch nicht gut – eine kleine Durchnummerierung an der Kante wäre zielführender gewesen
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| Smartphone geht auch, aber Tablet ist für alle übersichtlicher: Jede Karte und jeder Gegenstand hat auf der Rückseite einen QR-Code, deshalb erkennt die App alle Aktionen und steuert so den Kampf der Supermonster. Bild: spielwiese.at |
Rein ins Spiel!
Setzen wir das Statement gleich vorab: Boss Fighters QR Ⓐ funktioniert so reibungslos, dass man schnell „das mit der Technik“ vergisst. Die animierte Grafik auf dem Tablet oder dem Smartphone beeindruckt zwar, sie steht jedoch nicht im Vordergrund. Freilich hascht das Spiel da und dort nach Effekten, aber das tun traditionelle Spiele auch, wenn sie gut illustriert und gestaltet sind. Hier kommt halt noch hin und wieder Ton dazu. Das Entscheidende aber ist: Ob du eine Karte, die du ausspielst, auch noch kurz über die Kamera eures Tablets hältst, damit die App den QR-Code scannt, spielt im Vergleich zu einem normalen Spiel praktisch keine Rolle. Weil du ohnehin mit der Karte in der Hand deine Mitspieler zumindest grob informierst, was die Karte kann und warum du sie ausspielst.
Denn im Kern bleibt Boss Fighters QR Ⓐ ein Deckbauspiel. Ein Deckbauspiel mit rund 240 Karten und 80 weiteren Teilen. Beachtlich. Erst recht, wenn man den Preis von ca. 40 Euro betrachtet.
Im Vordergrund steht die Kommunikation der zwei bis vier Spieler. Es ist ein Kooperationsspiel. Wir müssen gemeinsam gegen die Supermonster, die Bosse, wie besonders zähe „Endgegner“ in Computerspielen genannt werden, kämpfen und sie besiegen. Es gibt in diesem Spiel insgesamt zehn Bosse, die immer stärker werden und jeder Boss ist in sich noch mit vier Schwierigkeitsgraden ausgestattet – der einfachste geht als Familienspielmodus durch. Man spielt die Bosse nacheinander. Ein sogenanntes Kampagnenspiel.
Ein Boss ist besiegt, wenn wir ihm gemeinsam das letzte Lebenslicht ausgeblasen haben. Umgekehrt siegt ein Boss, wenn auch nur ein einziger von uns sein letztes Leben verliert. Gekämpft wird im Uhrzeigersinn, wobei sich die Spieler immer wieder pro Runde absprechen, wer beginnt. Denn das hängt auch von den individuellen Fähigkeiten ab, die durch die Karten definiert sind. Hauptsächlich kommen als Effekte Angriff, Angriffsverstärkung und Schutz zum Tragen. Der Boss erwartet seine Gegner durch drei Schilde geschützt, deren Abwehrstärke und Zusatzeffekte äußerst variabel sind. Ein Schild schützt ihn vor einem Nahkampf, ein Schild im Fernkampf und eines bei Magie-Angriffen. Entsprechend sind auch die Karten ausgestaltet, die wir als Helden mit ins Spiel bringen und im Spielverlauf neue hinzu bekommen.
Das Schöne: Die App kennt alle Karten im Spiel. Sie hält auch alles fest und teilt es über das Display mit, mit Ausnahme unserer Lebenspunkte. Davon hat der Verlag abgesehen, weil wir sonst ungleich mehr und öfter unsere Karten hätten scannen müssen. Die solide Punktescheibe für jeden Helden tut's auch. Ein Dankeschön an dieser Stelle für die vernünftige Entscheidung.
Die App verrät aber nicht alles. Jeder Boss hat besondere gemeine und geheime Fähigkeiten, die wir herausfinden sollen. Er reagiert zum Beispiel auf bestimmte Arten von Angriffen besonders aggressiv und das sofort. Ansonsten führt ein Boss seine Attacken aus, nachdem jeder von uns reihum je drei Karten ausgespielt hat. Schon im Spiel gegen den Prinzen, das ist der erste von zehn Bossen, erlauben bestimmte Kombinationen das Ausspielen von mehreren Karten in einer Aktion. Das braucht es auch im Kampfgeschehen, damit wir gewinnen. Es braucht auch jene Aktionen, mit denen wir Mitspieler wieder aufpäppeln, die durch die Monsterattacken immer mehr Widerstandskraft verlieren. Sich gegenseitig zu beschützen, ist ein zentraler Punkt, wenn wir in Boss Fighters QR Ⓐ unser Vorgehen besprechen.
Ein letzter Punkt, ohne tatsächlich in die Details zu gehen: Es lauern von Boss zu Boss immer mehr Gefahren, es kommen allerdings auch immer mehr Hilfsmittel für die Helden hinzu. Boss Fighters QR Ⓐ wird komplexer.
Pegasus und das Autorenduo MIchael Palm und Lukas Zach wollen die Welt dieses Spiels noch ausbauen. Das Spielsystem lässt zu, dass über die App neue Hindernisse oder auch neue Bosse zum „Grundpaket“ hinzukommen werden. In unseren Testrunden sind wir bisher bis zum dritten Boss vorgedrungen (und haben ihn auch mehrfach besiegt) und alle Beteiligten waren beeindruckt, wie geschmiert die Karten von der App verarbeitet werden und wie problemlos die vielen Mechanismen und Effekte ineinandergreifen.
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Nochmals spielen? Ja! |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt |




