Eine Frage der Potenz
Ninety Nine ist wieder mal ein sehr knackiges Kartenspiel bei Kendi. Entscheidend ist, wie viele Karten ich mit der Zeit vor mir auslegen kann.
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Nr. 1628: Ninety Nine | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Ganz oben die drei "Erinnerungskarten" für die Ablagemöglichkeiten am Tisch. In diesem Beispiel spielst du zuerst die 9 auf den linken Stapel – gleiche Farbe – und dan die 10 nach der Regel, dass eine Karte ausgespielt werden darf, die einen um 1 höheren Wert als die andere haben darf. Bild: Kendi |
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Die gute Nachricht
schnell zu begreifen und meistens flüssig zu spielen
Die schlechte Nachricht
Wer Probleme mit dem Erkennen von Farben hat, muss leider darauf verzichten
Rein ins Spiel!
Bei diesem Kartenspiel merkt man wie Uno-verseucht wir alle sind. Aus guter alter Gewohnheit legt man eine Karte ab, die die gleiche Zahl zeigt wie jene, die schon liegt. Geht aber nicht! Denn …
Denn … Ninety Nine ist zwar ein Kartenablegespiel wie Uno, hat jedoch andere Bedingungen um seine Karten loszuwerden. Und das Ende ist ein anderes.
Was wir haben sind Zahlenkarten von 0 bis 10 in zehn Farben. Die Farben changieren in einem zum Teil engen Spektrum, wodurch sich das Spiel für Menschen mit Farbschwäche auf jeden Fall leider ausschließt. Alle erhalten zuerst einmal sechs Karten auf die Hand, die nach jedem Zug wieder auf sechs ergänzt wird. Zwei Karten liegen in die Tischmitte bereit und beginnen die zwei Ablagestapel. Auf beide können während eines Spielzugs mehrere Karten abgelegt werden, auch abwechselnd in beliebiger Reihenfolge. Sofern dabei eine von drei Bedingungen eingehalten wird:
- gleiche Farbe auf gleiche Farbe
- Kartenwert ist um 1 höher als die Karte, auf die gelegt wird
- Summe der ausgespielten und der auf die sie geleegt wird ergibt 10.
Diese drei Möglichkeiten bieten sehr oft ganz unterschiedliche Taktiken, eine, mehrere oder gar alle Karten in einem Zug loszuwerden. Eine 0 kann zum Beispiel auf eine 10 ausgespielt werden, weil die Summe ja 10 bleibt. Nicht möglich (aber immer wieder versucht) ist eine 1 auf eine 10 zu spielen. Auf jeden Fall macht die Tüftelei des optimalen Kartenausspielens großes Vergnügen, wobei die Regel mit der Summe 10 erfrischend ist und öfter möglich, als man eingangs denkt. Viele Karten auf die beiden Ablagestapel zu spielen bringt viele neue Karten auf die Hand. Es kann aber auch manchmal in die Hose gehen, weil es keine Garantie gibt, dass Besseres nachkommt. Wie im echten Leben.
Wo der Hund begraben liegt
Bleibt die Frage, wozu eigentlich und was hat es mit der namensgebenden 99 auf sich?
Zu Beginn deines Zugs musst du immer genau eine deiner Handkarten vor dir auslegen. Das ergibt mit den Runden eine Reihe, die wiederum 1.) aufsteigende Werte haben muss, wobei Lücken erlaubt sind, und 2.) nur unterschiedliche Farben haben darf. Aha, hier liegt also der sprichwörtliche Hund begraben!
Genau.
Mangels passender Zahl musst du manchmal leider zum Beispiel von einer 2 auf eine 6 springen … Oder du hättest zwar eine anschließende 3, aber deren Farbe liegt bereits vor dir aus …
Und dabei wolltest du doch eine möglichst lange Reihe bilden! Denn je länger, desto mehr Punkte gibt es. Ganz einfach nach der mathematischen Rechenoperation der Potenz: Kartenanzahl x Kartenanzahl = Punkte. Wenn ich nichts mehr anlegen kann (oder will), muss ich die Reihe abbrechen und werten. Spätestens mit einer 10 am Ende. Drei Karten ergeben (3x3) neun Punkte, vier Karten schon (4x4) 16 und wirklich interessant und oft spielentscheidend wird es ab sechs Karten nach der Formel 6x6=36. Denn …
Denn … mit 36 Punkten prescht man schon ganz ordentlich voran Richtung Ziel. Das Ziel und der augenblickliche Gewinn ist als Erste oder Erster 99 oder mehr Punkte zu schreiben.
Und übrigens: Ninety Nine ist schon irgendwie wie Uno, aber nicht so böse. Denn es gibt keine Aktionskarten, mit denen man andere ärgern kann.
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Nochmals spielen? Gerne, wobei es leider für maximal vier Spieler möglich ist |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Kendi zur Verfügung gestellt |




… Eintauchen in eine fremde Welt, in der andere Regeln herrschen, als in der Wirklichkeit.