Lehrlingsgruß aus der Winkelgasse
Bei dem Thema Zaubereiladen schwingt natürlich der Gedanke an Harry Potter mit. Doch so platt lässt sich dieses Spiel nicht vereinnahmen.
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Nr. 1654: Morty Sorty Magic Shop | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
die überzeugende Spielmechanik
Die schlechte Nachricht
So überzeugend das Spielmaterial sonst ist: bei etwas schlechterer Raumbeleuchtung sind die Deckelfarben leider schwer auseinander zu halten
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| Jeder Spieler hat sein eigenes Regal, in das er in drei Reihen Gläser mit Zaubertrankzutaten stellt, von denen es vier Sorten (Farben) gibt. Am Ende gibt es exponentiell ansteigend Punkte für alles Mögliche. Zum Beispiel kann man sich durch bestimmte Konstellationen auch ein Abzeichen verdienen.
Bild: Schmidt |
Rein ins Spiel!
Wirklich neu ist bei diesem Familienspiel nichts, doch die einzelnen Komponenten sind derart gut zusammengebaut, dass das Ergebnis wirklich Freude macht – vor allem deshalb, weil Morty Sorty Magic Shop plötzlich an Dynamik zulegt.
Beim ersten Mal hätte man das gar nicht mehr erwartet. Aber der Reihe nach.
2 bis 4 Azubis arbeiten in Morty Sortys titelgebenden Laden für Zaubereiartikel. Deren Aufgabe ist es, ihre Regale sinnvoll zu befüllen. Sinnvoll bedeutet nach ein paar einfachen Regeln, wie zum Beispiel die nummerierten Gläser mit Zaubertrankzutaten in aufsteigender Reihenfolge in die Regale zu stellen. Die vier Deckelfarben bestimmen nebenbei, dass die Gläser nur an bestimmten Orten einsortiert werden dürfen. Alle Gläser warten zu Beginn in einem violetten Stoffbeutel. Pro Runde werden genau fünf Gläser … nein, nicht einfach nur gezogen! … ertastet und ungesehen aus der Hand fallen gelassen. Es ist nämlich so, dass die Gläser, konkret die Plättchen, auf ihren Vorder- und Rückseiten unterschiedliche Zutaten zeigen. Das ist im späteren Spielverlauf durchaus entscheidend.
Zuerst aber entscheidet der aktive Spieler als Erstes, welches der Gläser er zu sich in sein Regal nimmt. Dann geht’s im Uhrzeigersinn weiter. Gläser mit blauem Deckel sind zuvor schon an die sogenannte Spezialglas-Leiste angelegt worden. Einfacher gesagt: Das sind die Joker.
Was beim ersten Mal verwundert: Diese Joker werden gefühlt massenhaft am Tisch arrangiert, aber sonst passiert nichts mit ihnen und schon gar nicht bringen sie irgendeinen Vorteil.
Glaubst du.
Erst wenn du in deinem Regal drei unterschiedliche Zutaten in einer Spalte liegen hast, darfst du ein beliebiges Glas von der Spezialglas-Leiste nehmen und es bei dir sofort als Joker einsetzen. Wenn du es geschickt anstellst, profitierst du sogar von eventuellen Kettenreaktionen. Weil jede um eine dritte unterschiedliche Zutat ergänzte Spalte bringt sofort den nächsten Joker.
Bis es soweit kommt, dauert es freilich. Denn jeder Spieler hat 24 Plätze in seinem Regal. Doch dann legt das Spiel ordentlich an Tempo zu und entwickelt eine ganz andere Dynamik. Man staunt, wie schnell der ursprünglich als übermäßig empfundene Vorrat an Jokern dahinschmilzt.
Schlussendlich ist das Ausbildungsziel der Zauberladenlehrlinge Optimierung. Die Punktezahlen steigen exponentiell für jede platzierte der vier Zutaten, ebenso für besetzte Felder im Regal, die mit einem Schild versehen sind. Dafür nehmen die Punkte auf zwei Abzeichen mit Fleißaufgaben von Spieler zu Spieler ab, die deren Bedingungen erfüllen. Welche Abzeichen ihr für eine Partie nehmt, ist egal. Alle sind gut und die Wahl kann man dem Zufall überlassen. Hingegen sollte man bewusst danach trachten, sein Regal nicht zufällig, sondern möglichst von oben herab zu füllen. Belegst du alle acht Plätze der obersten Reihe, erntest du am Ende zehn Punkte. Füllst du die unterste Reihe, bringt dir das nur vier Punkte. Die Erklärung ist so einfach wie logisch: Oben dürfen nur Gläser mit goldenem Deckel hineingestellt werden, in der mittleren Reihe solche mit goldenen oder silbernem Deckel und ganz unten hat jedes belieibige Glas Platz.
Gewiss: Durch das blinde Entnehmen der Gläser aus dem Stoffbeutel spielt bei Morty Sorty Magic Shop auch eine gute Portion Glück mit. Das ist für ein Familienspiel völlig in Ordnung. Mit den kleinen schwarzen Katzen, die es auch noch im Spiel gibt, darf man da und dort das Glück ein bisschen korrigieren. Wie durch Zauberhand.
Fazit
Nicht magisch, aber ungemein sympathisch, rund und flüssig mit einer nach oben schnellenden Spannungskurve.
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Nochmals spielen? Gerne! |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Schmidt zur Verfügung gestellt |




