Zugänglich
Für diesen Titel hat Autor Reiner Knizia tief in seine Mottenkiste gegriffen. Da ist ein bisschen Africa (Goldsieber, 2001), ein wenig Durch die Wüste (Kosmos, 1998) dabei und selbst Euphrat & Tigris (Hans im Glück, 1997) blitzt durch das Geschehen. Solange etwas G’scheites dabei herauskommt, muss man nichts dagegen haben. Und es kam Gutes dabei heraus.
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Nr. 1681: Rebirth | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
schneller Einstieg mit einem überzeugendem 1-Chip-1-Zug-Mechanismus
Die schlechte Nachricht
Die Erläuterungen auf den Missionskarten sind teilweise nicht eindeutig
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| So kann Schottland am Ende aussehen: Ein großes Plus des Spiels Rebirth ist trotz seiner Kleinteiligkeit die unverwechselbar zuzuordnenden Felder, Plättchen und anderen Spielmaterialien. |
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| Auf der Seite Irland wird es noch kompetitiver, denn da gibt es bei den Missionen für die "Schnelleren" stets mehr Punkte zu holen. Bilder: Frosted Games |
Rein ins Spiel!
Es sind Schottland und Irland, in denen nach der großen Apokalypse das Spiel handelt. Die Überlebenden wollen ihre Länder „wiedergebären“, wagen den „Aufbruch in eine neue Zeit“, so Titel und Untertitel des kurzweiligen Brettspiels, das schon vor zwei Jahren als Kickstarter-Projekt auf Englisch war. Wie weit hergeholt die Geschichte ist, die da erzählt wird, lassen wir beiseite. Jedenfalls: Jeder von uns verkörpert einen Clan und was wollen Clans? Richtig, Macht und Einfluss. Der drückt sich am Spielende in Siegpunkten aus.
Zurecht wird in der Anleitung empfohlen, zuerst auf der Schottland-Seite des Spielplans zu spielen. Das meiste, das hier mehr oder eher weniger interaktiv geschieht, bildet dann die Basis für die anspruchsvollere Wiederbelebung Irlands.
Der Spielplan ist eine grobe Landkarte Schottlands, gebildet aus Hexfeldern in hauptsächlich fünf Varianten. Einmal Nahrung, einmal Energie, dann leere Felder, Felder für Siedlungen sowie Felder, die für Burgen und Kathedralen reserviert sind. Jeder Spieler hat einen Haufen Plättchen erhalten – übrigens sehr hilfreich nicht nur durch eine eigene Farbe, sondern auch eine eigene Form differenziert. Diese Plättchen liegen verdeckt und in jeder Runde zieht jeder Spieler nur eines (!) davon und spielt es aus. Energieplättchen und Nahrungsplättchen gehören auf entsprechend gekennzeichnete Felder, können aber auch auf leere Felder gelegt werden.
Was bisher jeden Neuling gefreut hat: Sofort gibt es Punkte. Für das erste Plättchen 1 Punkt, wird ein zweites gleiches eigenes Plättchen daran gelegt gibt es sofort zwei Punkte. Und dann noch mehr: Die Summe der gleichen eigenen Plättchenkette oder -gruppe ist gleich Punkte. Wir sagen nur: Das lohnt sich. Wir sagen aber auch: Es lohnt sich derartige Anhäufungen deiner Mitspieler zu vereiteln oder zu unterbrechen.
Wobei du mit der Zeit in immer größere Dilemmata kommst, wofür du dein aktuelles Plättchen einsetzt. Sind ein, zwei, drei oder vier Häuschen darauf, hast du gar keine andere Wahl, als sie in eines der Felder zu legen, die Siedlungen darstellen. Dafür gibt es ausnahmsweise nicht sofort Punkte, sondern erst wenn alle Felder einer Siedlung belegt und sie somit abgeschlossen ist. Dann kommt es bei der Punktevergabe darauf an, wer mehr Häuschen platziert hat.
Sieht gut aus
Das „neue“ Schottland wächst und wächst und schaut auch gut aus. Das machen auch die kleinen Figuren für Burgen und Kathedralen aus. Jede Burg ist am Ende fünf Punkte wert. Das läppert sich und kann spielentscheidend sein. Wie man zu Burgen und Kathedralen kommt, ist „typisch Knizia“. Wer das erste Feld neben einem Burgen-Feld belegt, stellt dort eine seiner Burgen darauf. Sie ist ihm oder ihr so lange sicher, solange er mehr angrenzende Felder belegt als andere. Du kannst sicher sein: Der promovierte Mathematiker Knizia hat die Mehrheitensituationen von Rebirth und deren Auswirkungen sehr genau ausgeklügelt.
Die Spieler werden ihre ersten Plättchen nach Möglichkeit auf Felder legen, die genau zwischen einem Burgen- und einem Kathedralen-Feld liegen. Denn wer auf einem Kathedralen-Feld vertreten ist, zieht eine der verdeckten Missionskarten mit ganz unterschiedlichen Bedingungen, die am Ende jeweils fünf Punkte bringen. Auch sie entscheiden oft über Sieg oder Niederlage.
Rebirth ist somit ziemlich old school, wobei das keineswegs negativ zu verstehen ist.
Mal wieder Wettbewerb
Als Rebirth um Kennerspiel des Jahres 2026 nominiert worden war, hat das viele überrascht und insofern verstört, als dass die Schottland-Seite Familienspiel-Chrarakter besitzt. Erst wenn auf der „Rückseite“ die Irland-Variante gespielt wird, kann einigermaßen von Kennerspiel-Anspruch gesprochen werden.
Folgte man den Aussagen einiger Jury-Mitglieder bekam man den Eindruck, sie hätten entdeckt, dass es nach so vielen ausgezeichneten Kooperationsspielen noch immer Spiele mit Wettbewerb Mann gegen Mann gibt. Ja, Rebirth ist kompetitiv. Aber nicht bösartig.
Mit Leichtigkeit
Bevor wir uns Irland zuwenden, noch ein generelles Wort zu dem Spiel. Damit hat Knizia nicht die Welt neu erfunden, doch geben wir Rebirth gerne und mit Überzeugung einen fünften Punkt im Spielwiese-Test. Denn: Die Zugänglichkeit, mit der Rebirth auf der „einfacheren“ Seite überzeugt, überträgt sich auf die „kokmplexere“ Seite und diese Leichtigkeit des Einstiegs in beide Szenarien verdient Anerkennung.
Was ist nun der wesentliche Unterschied der beiden Seiten? Irland hat zum einen weniger vorgegebene Felder, die Spieler müssen sich mit ihren Nahrungs- und Energieplättchen offener und selbstständiger behaupten. Auch sind aus den gelben Kathedralen-Feldern Schottlands in Irland gelbe sogenannte Rundturm-Felder geworden. Auf jedes wird zu Beginn verdeckt ein rautenförmiger Rundturmbonusmarker (was für ein Wort!) gelegt, der Spielern, die angrenzend legen, einen Vorteil bringt. Es gibt sechs unterschiedliche Rundturmboni, die man keinesfalls unterschätzen darf. Zum anderen liegen acht spezielle Missionskarten für Irland offen neben dem Spielplan. Sie sind ähnlich jenen, die es in Schottland für die Kathedralen-Felder gibt, bringen jedoch nicht nur einem einzigen Spieler Punkte, sondern allen, die im Laufe der Partie die Bedingungen erfüllen.
Kurzum: Das in Schottland Erlernte lässt sich in Irland recht locker anwenden.
Klar wird aber auch, dass eine Partie Irland am Ende durchaus durch große Abstände auf der Punkteleiste entschieden wird, während in Schottland noch eher das Feld beisammen liegt.
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Nochmals spielen? Ja. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Frosted Games zur Verfügung gestellt |





