Südsee-Feeling
Das Legespiel Maori entführt die Spieler in die Südsee. Sich dort seine Inselwelt zu erschaffen, hat durchaus seine Tücken.
![]() |
|
|
16 Inselkärtchen stehen in der Auslage (Mitte) zur Verfügung, allerdings muss man sie mit dem Entdeckerschiff ansteuern, um sie zu erhalten. Ziel ist es die Kärtchen auf seinem eigenen Tableau zu wertvollen Inseln zusammenzufügen.
Bild: Hans im Glück |
Die Südsee mit ihren malerischen kleinen Inseln ist für viele eine Traumdestination. Maori entführt uns dorthin bzw. wir sind es, die dort ein Inselparadies erschaffen sollen. Und zwar so, dass es möglichst viele Punkte bringt. Punkte bringen vollständige Inseln mit Palmen, Hütten und Blumenkränzen darauf. Außerdem gibt es Punkte für Boote und Muscheln, und Minuspunkte für Wasserflächen, die am Ende unbebaut sind – wenn kein Inselplättchen darauf liegt.
Jeder Spieler hat mit seinem noch leeren Tableau die gleiche Ausgangssituation. 16 Felder darauf sind vorerst Wasserfläche, aus denen sich auf spielerisch wundersame Weise Inseln erheben werden. Maori ist ein Legespiel: Die Inseln setzen sich aus End- und Mittelstücken zusammen, es gibt jedoch auch Kärtchen mit fixfertigen Inseln, die genau ein Feld beanspruchen.
Mit dem Schiff ringsum
Zu den Kärtchen kommt man, indem man mit dem Entdeckerschiff rund um die Auslage von vier mal vier Kärtchen zieht, und sich – Kann-Bestimmung – aus der Reihe, wo das Entdeckerschiff stehenbleibt, eines nimmt.
Dieses Prinzip kennen Spielefans von Kupferkessel & Co. Der Autor ist auch derselbe. Günter Burkhardt hat sich allerdings nicht selbst plagiiert – Kupferkessel & Co ist ein Zweipersonenspiel, bei dem es aufs Merken ankommt, Maori ist ein Mehrpersonenstück, bei dem es ums geschickte Legen geht.
Es gibt noch weitere Unterschiede. Man muss nicht unbedingt in seinem Zug ein neues Kärtchen nehmen. Alternativen sind schon gesammelte Kärtchen aus seinem "Speicher" zu nehmen und aufs Tableau zu legen, nichts tun oder auch Kärtchen von seinem Tableau entfernen.
Man darf/muss gemein sein
Nur eines muss auf jeden Fall getan werden: das Entdeckerschiff bewegen. Und damit sind Neid, Missgunst und Bosheit Tür und Tor geöffnet. Maori kann man furchtbar gemein spielen, nach dem Motto: Wenn es mir schon nichts nützt, dann schade ich wenigstens dem nächsten Spieler. Denn dessen Zugweite ist bekannt – sie hängt davon ab, wie viele Boote er auf seinem Inselreich stehen hat. Man kann verhindern, dass der Mitspieler zu "guten" Kärtchen kommt.
Denn die Crux bei Maori ist eine zweifache: Die End- und Mittelstücke der Inseln (es gibt keine "Kurventeile"!) können nicht x-beliebig auf dem Tableau platziert werden. Die Palmen und Hütten darauf müssen aus der Perspektive des Spielers immer "aufrecht" stehen. Mit anderen Worten: Manches Teil wäre einfach toll, allerdings ist seine Ausrichtung für den momentanen Zweck unbrauchbar. Und dann gibt es die Teile, die man voller Hoffnung entweder gleich nach dem Erwerb aus der Auslage auf sein Tableau oder in seinen "Speicher" gelegt hat, weil sie ja soo vielversprechend waren. Aber wenn nichts passendes hinzukommt, ist alles für die Katz. Dann kann man Inseln nicht vervollständigen oder hat einen sinnlosen Zug gemacht, was sich aber erst später herausstellt.
Unter Beobachtung
Das alles hat man gegenseitig unter Beobachtung. Zur Punktemaximierung müssen komplette Inseln gelegt werden, solche mit Hütten und Palmen sind wertvoller also solche ohne Hütten, und das Nonplusultra sind geschlossene Blumenkränze. All diese Symbole befinden sich unterschiedlich verteilt auf den einzelnen Inselkärtchen. Recht schnell merkt man, dass der Platz auf dem Tableau eigentlich ziemlich beschränkt ist. Ein einziges fehlendes passendes Teil kann die beste Gewinnrechnung über den Haufen werfen. Und deshalb kann man bei Maori die Mitspieler über die Auslage ganz schön hängen lassen.
Freilich sollte das nicht im Vordergrund stehen. Andererseits ist genau das die Würze des Spiels: Ohne den Kampf um die besten Kärtchen der Auslage ist Maori ein eher beschauliches Spiel mit schönem Material und einer guten Grundidee. Nicht mehr und nicht weniger.
![]() |
Nr. 1044: Maori |
|
|
Spielwiese-Code | |
|
|
|
|
Themen: Seefahrt, Inseln
|
|
Spielanleitung zum Download |
|
Auszeichnungen
|
|
|
|
|


| G | 8 |
|
Glücksanteil
-Service:
… Leute besser kennen lernen, Kommunikation und vor allem: Theater spielen!