Vorstoß in die Playmobil-Welt
Man braucht viel Platz und auch ein bisschen Kleingeld. Noch nie kam Ravensburger so nahe an die Erfüllung von Bubenträumen.
|
|
![]() |
| Wenn das nicht verlockend ist: Riesiges Spielmaterial in einer Riesenschachtel | |
Zum Abfeuern der Kanonen ist ein bisschen Übung nötig. Die Kanonenkugeln (Pfeile) haben eine Buben sehr befriedigende Reichweite |
|
![]() |
|
| Gespielt wird am Boden auf einem 1x1,60 Meter großen Spielplan. | |
Es ist wie vieles im Leben eine Frage der Größe. In der Buben- und Männerwelt erst recht. Und wenn ein Siebenjähriger eine Spieleschachtel mit seinen Händen kaum umfassen kann, dann ist das in seinen Augen schon mal super.
Playmobil weiß das und Ravensburger auch. Wenn man also auf dem Gebiet der grinsenden Plastikmännchen wildern will, dann muss man klotzen, nicht kleckern. Die beiden Piratenschiffe von Piraten auf Schatzjagd sind so groß, dass sie sogar auf dem 1 x 1,60 Meter großen Spielfeld noch eine stattliche Figur machen. Außerdem gibt es noch einen Turm, der auch noch gut und gerne 40 Zentimeter misst. Wir sind also mittendrin in der Karibik, wo die Freibeuter einander sich das Zahnweh neidig sind: Mann gegen Mann, Schiff gegen Schiff.
Nachdem selbige zusammengesetzt sind, was relativ schnell, einfach und ohne Erwachsenenhilfe geht, wird gekämpft. Man raubt nicht einfach, sondern muss immer mit Kanonen schießen, damit man sich einen Schatz unter den Nagel reißen kann.
Bubenherz, was willst du mehr?!
Getroffen werden müssen Laternen, Flaggen und Galionsfiguren oder die Klappen von Turm und Schiff, hinter denen die Schatztruhen verstaut sind. Am befriedigsten ist es offenbar, das Vordersegel des gegnerischen Schiffes zu treffen. Denn das klappt dann nach hinten, was für die Kids rechts eindrucksvoll ist. Geschossen wird übrigens mit Gummipfeilen, die in die Kanonen gesteckt werden.
Wenig Regeln
Ravensburger wäre kein Spieleverlag, gäbe es für das freibeuterische Treiben nicht bestimmte Regeln. Die sind allerdings überschauba, um es möglichst freundlich auszudrücken. Wer am Zug ist, dreht den Pfeil einer Drehscheibe, und ein Feld zeigt an, was zu tun ist. Das Schiff entweder ziehen oder in eine beliebige Richtung drehen - wichtig für die Schussposition! Aber das muss man Kindern nicht extra erklären. Die dritte Möglichkeit, die die Drehscheibe anzeigen kann, ist natürlich das Schießen selbst.
Auch hierbei strapaziert Ravensburger den kindlichen Intellekt nicht über Gebühr: Man darf zwischen den Kanonen auf dem Turm oder dem eigenen Schiff wählen und sie vorher noch ausrichten. Für Treffer nimmt sich der Schütze ein entsprechendes Aufgabenkärtchen. Wer alle drei Aufgaben erfüllt hat, hat gewonnen.
Ist Piraten auf Schatzjagd nun ein Spiel oder doch (nur) Spielzeug? Das spielt eigentlich keine Rolle. Es hat keinen, selbst älteren Buben gegeben, der nicht zumindest einmal bei der Sache mitgemacht hat. Wer als Elternteil wenigstens einmal sein Kind von Gameboy, Playstation oder Fernseher wegbekommen will, hat mit Piraten auf Schatzjagd beste Chancen. Der finanzielle Einsatz für dieses Ablenkungsmanöver ist zwar keineswegs gering, aber Ravensburger schert keineswegs vom Niveau der Mitbewerber aus. Was an Detailtreue und Spielfiguren im Vergleich mit Playmobil, Lego und No-names fehlt, macht Ravensburger - zumindest aus Bubensicht - durch die Kanonen wett.
Test 936: Piraten auf Schatzjagd
- Aktionsspiel für 2 und mehr Spieler ab 6 Jahre
- Ca.-Preis: 59,– €
- Verlag: Ravensburger
- Autor: Hausentwicklung
- Thema/Umfeld: der Titel sagt alles - mit diesem Spiel wagt sich Ravensburger ins von Playmobil dominierte Marktsegment vor
- Zielgruppe: Kinder, eigentlich nur Buben
- Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
- Spielmaterial: sehr gut
- Schachtelinfo: knapp, aber informativ
- Spielanleitung: gut
- Anspruch: Geschicklichkeit
- Spielreiz: sehr hoch bei der Zielgruppe durch den gewaltigen Aufforderungscharakter der Riesenschachtel und des großen dreidimensionalen Spielmaterials
- Glück: durchschnittlich
-Service:
Spielanleitung zum Herunterladen




