60 Jahre Spielwarenmesse in Nürnberg und 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Die "Aktion fair spielt" hat den gemeinsamen Geburtstag zum Anlass genommen, auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorbildliche und wenig vorbildliche Spielzeughersteller auszuzeichnen.
"Nürnberger Trichter" als Negativauszeichnung
"Für deutsche Unternehmen sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, so die Schirmherrin der Aktion, Christa Nickels. "Doch leider", so Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, "sieht die Wirklichkeit anders aus. Deshalb haben wir aus einer Gruppe von 34 Unternehmen stellvertretend die Firma Riethmüller ausgelost, die den 'Nürnberger Trichter' erhalten hat. Diese Unternehmen haben bislang noch keinen Nachweis erbracht, dass ihre chinesischen Lieferanten den Verhaltenskodex des internationalen Spielwarenverbandes einhalten. Ein Skandal, schließlich geht es hier um Menschen- und Arbeitsrechte."Vertreter der Firma Riethmüller waren bereit, am Stand mit der Aktion fair spielt über die Probleme und Versäumnisse zu reden. Sie betonten, ihre Zulieferer würden Menschen- und Arbeitsrechte achten und sagten zu, sich der Initiative des deutschen sowie des internationalen Spielwarenverbandes anzuschließen.
Fristverlängerung bis 30. Juni
Der Deutsche Spielwarenverband hatte angekündigt, ab 2009 alle Unternehmen, die keine Selbstverpflichtung eingehen, aus dem Verband auszuschließen. Diese Frist wurde nun bis 30. Juni 2009 verlängert, weil von den "Nachzüglern" bisher nur wenige der Aufforderung gefolgt sind."Die Aktion fair spielt", so Nickels, "fordert den Deutschen Spielwarenverband auf, seine Ankündigung nicht durch weitere Fristverlängerungen aufzuweichen."

