
MESSE. Die Überraschungen sind ausgeblieben. Die Neuheitenschau auf der 62. Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg bringt mehr vom Alten. Die Spielwiese berichtet.
Waren die flaue Stimmung und das Ausbleiben wirklicher Highlights vor einem Jahr der Wirtschaftskrise geschuldet, spürte man – jetzt, im Aufschwung – auf der Neuheitenschau der Spielwarenmesse 2011 erneut keinen Schub an überzeugenden Ideen.
Wer nicht als Presse zugelassen ist, muss sich den Tag vor der Eröffnung folgendermaßen vorstellen. Zwei Geschoße eines riesigen Kongresscenters werden von kleinen und großen Ständen belegt, und mehrere Hundert Journalisten strömen ein, um über Neues und Gutes zu berichten.
Diese Chance wurde aus Spielersicht nicht genutzt.
Fernsehen gibt den Ton an
Schon seit mehreren Jahren ist alles auf Fernsehen und Bildberichterstattung ausgerichtet. Das gelang aber auch schon besser. Höchstens C-Promis als Blickfänge, wenn nicht gleich schon Look-alikes. Einzig zwei Seehunde sind authentisch. Sie "werben" für das neue Aktionsspiel Robby Robbe von Goliath. Amigo verzichtet ganz auf fotogenen Aufputz, wie auch Noris, Zoch, Huch, Hasbro.
Ravensburger hatte im Vorjahr noch das Stefan-Raab-Spiel vorgestellt, dieses Jahr einen Experimentierkasten.
Allein Drei Magier setzt sich mit zwei Kindern im Zaubererköstum um einen Zauberkessel für Die kleinen Zauberlehrlinge in Szene, und Pegasus lässt zwei "Ducks" (zum Memospiel Duckomenta Memo) aus Entenhausen durch die Reihen wandern.
Das Feld dem Spielzeug überlassen
Früher hatte die Spielebranche die Neuheitenschau bestimmt, heute gehört das Feld austauschbarem Spielzeug. Ferngesteuerte Mini-Hubschrauber und andere Flug- und Wurfgeräte in großer Zahl, Baukastensysteme – wenig, was am Abend noch im Kopf hängen geblieben ist. Ach ja: Barbie-Lover Ken ist aus der siebenjährigen Verbannung zurück, und Mattel inszeniert die Wiedergeburt als Einziger als fernsehgerechtes Spektakel.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch wenn die Vorabinformationen auch bei den Brett- und Kartenspielen darauf schließen lassen, dass 2011 ein großes Jahr der Ableger von bekannten Spiele und Spielmechanismen sein wird. In den Hallen, abseits der Neuheitenschau wird es denn doch noch ein paar wirklich neue Spieleideen zu entdecken geben.
Das ist Knochenarbeit. Die Spielwiese wird in den nächsten Tagen von den Fundstücken berichten.
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