
NEUHEITEN. Denkriesen, von vielen als Phänomen mit billig produzierten Partyspielen abgetan, war auf der Messe „Spiel“ durchaus einen Besuch und näheren Blick wert.
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Bei Velmohra tauchen wir nach Perlen ab, die uns neue Fähigkeiten für unser Schreibblatt geben. Bilder: spielwiese.at |
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Autor Hamlet erklärte spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller auf der "Spiel" in Essen sein Erstlingswerk. |
Quickborn liegt ein Paar Kilometer außerhalb von Hamburg. So kommt, dass einige Prominente dort zumindest für eine gewisse Zeit ihre Zelte günstiger als in der Hansestadt aufschlugen. Dieter Bohlen etwa, Mike Krüger oder auch der 68er-Schriftsteller und Liedermacher Franz Josef Degenhardt. In Quickborn ist auch der 2012 gegründete Verlag Denkriesen zuhause. Den Anfang machte das Trinkspiel Klattschen, dann folgte bald die überaus erfolgreiche Reihe Stadt – Land –Vollpfosten.
Derlei ABC-Gewerk und alkoholschwangeres Vergnügen, das sich mächtigen Zulaufs erfreut, bleiben wir an dieser Stelle abhold. Denn die Norddeutschen überraschen in diesem Jahr mit mehreren ernsthaften Titeln. Auf der Messe „Spiel“ in Essen stand Velmohra im Vordergrund, der Untertitel lautet Im Bann der Tiefe und zeigt die Richtung. Es ist eine Mischung aus Sammel- und Schreibspiel, die auf zwei Ebenen vor sich geht. Einerseits sind Perlen als Plättchen in der Schachtel angeordnet und zeigen bestimmte Hexfeld-Muster. Diese Muster sollen wir auf unseren Schreibblättern nachbilden, um so die Perlen zu „ertauchen“. Diese Perlen widerum erlauben neue Fähigkeiten für den Spielverlauf. Auch ein Seeungeheuer hat Hamlet ins Spiel eingebaut.
Hamlet? Das ist der Autor, er ist von Beruf Spielwarenverkäufer und heißt tatsächlich so. Er bezeichnet seinen Namen als Fluch und Segen gleichzeitig. Reüssiert sein Erstlingswerk, erklärt er spielwiese.at, habe er noch viele andere Spielideen in der Pipeline.
Jetzt hat auch Reiner Knizia ein Spiel bei diesem Verlag: Mücken drücken. Bis zu sieben Spieler kloppen sich um die besten Karten, die nach und nach aufgedeckt werden, bis einer auf den Stapel haut und hofft, dass er damit neben „guten“ möglichst wenig „schlechte“ Karten erworben hat.
Auch Ralf zur Linde kennt man als Autor. Von ihm ist Reiss aus. Auch wenn der Titel falsch gedruckt ist, er verspricht Spaß: Begriffe raten, hier nur mit einem Blatt Papier, das zerrissen, zerknüllt, gefaltet oder sonst wie gestaltet werden darf. Apropos Riss. Filmriss von Jürgen Heel mag manchem sogleich bekannt vorkommen. Das Spiel gab es schon einmal als Storiez bei Amigo.
Schließlich noch Top or not. Ein einfaches Kommunikationsspiel im weitesten Sinn mit Aufgaben- und Wörterkarten. In jeder Runde wird eine Aufgabe aufgedeckt und alle Spieler legen verdeckt Wortkarten, die ihrer Meinung nach am besten passen. Der wechselnde „Bewerter“ entscheidet anschließend, welche Wörter die Aufgabe am besten treffen – und vergibt Punkte. Davor wird heftig argumentiert und diskutiert.
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Alle Details in der besten Online-Spieledatenbank auf deutsch
Die Serie dient der Übersicht. Deshalb sind Details wie Anzahl der möglichen Spieler, Spieldauer, Altersempfehlung etc. in der Regel weggelassen. Du findest die Details zum Spiel aber natürlich auf spielescout.info, der besten Online-Spieledatenbank auf deutsch von spielwiese.at.
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Alle bisher in der Serie veröffentlichten Meldungen:
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