Was mit Katzen. Oder nicht?
Nein, trotz Namens und Gestaltung hat das Spiel gar nichts mit Katzen zu tun. Aber es ist schön und spricht ein ästhetisch orientiertes Publikum an.
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Nr. 1480: Café del Gatto | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Ansprechendes Spielmaterial, wie man es nicht alle Tage auf den Tisch bekommt, alles zusammen für einen sehr fairen Preis
Die schlechte Nachricht
Das Thema ist einfach nur aus der Luft gegriffen!
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| Ein paar Kaffeespezialitäten sind schon serviert (die Getränkeplättchen in der Tischmitte wurden schon genommen und bringen den Besitzern Punkte), reihum warten aber noch zahlreiche Tassen darauf, mit weißen Milch- und braunen Kaffeesteinen befüllt zu werden. Links oben die sogenannte Espressomaschine |
| Bild: Schmidt |
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Rein ins Spiel!
Der erste dicke Pluspunkt ist das Aussehen. Niedlich, farblich dezent und stimmig. Man verspürt sofort Laune, in diesem Kaffeehaus der Katzen (sic!) Platz zu nehmen. Nein, eigentlich sollen wir hier arbeiten und verschiedene Kaffeespezialitäten zubereiten. Auch gut.
Den zweiten Pluspunkt verdient Café del Gatto nicht für seine Originalität, aber für den durchaus offenen und runden Ablauf.
Kaffeegetränke bestehen aus – no, na! – aus Kaffe, viele aber auch noch aus Milch. Und da macht es auch den Unterschied, ob die Milch kalt oder heiß oder schaumig aufgeschlagen ist, und auch beim Kaffee selbst gibt es Termperatur-, vor allem aber Stärkeunterschiede. Und schließlich machen die jeweilige Menge und das Mischverhältnis die besondere Spezialität aus. Ach ja, und Zucker gibt es ja auch noch.
All das berücksichtig Café del Gatto beziehungsweise bestimmt den Sinn des Spiels. Und zwar auf eine überaus und buchstäblich griffige Art und Weise. Zentral im Spiel ist die sogenannte Espressomaschine, die keine ist (du siehst, das Spiel gaukelt einem pausenlos was vor). Es ist eine schräg gestellte Ablage für jeweils fünf weiße Milchsteine und fünf braune Kaffeesteine.
Diese Handschmeichler, die zuerst einmal verdeckt aus einem Beutel gezogen werden, sind Zwitterwesen. Auf der einen Seite weiß, auf der anderen braun, zeigen sie Zubereitungsarten durch Symbole an sowie einen Baristawert zwischen 1 bis 4. In der linken Spalte stapeln sich die Milchsteine, in der rechten die Kaffeesteine. Will ich einen dieser Steine, bezahle ich so viele Münzen wie der Baristawert des gegenüber liegenden Steines beträgt. Entnehme, also kaufe ich einen Milch- oder Kaffeestein, dann rücken die darüber befindlichen in der schrägen Espressomaschine nach unten nach, wodurch sich links und rechts sofort die Preise ändern. Zudem wird für die beiden obersten Reihen noch ein Zuschlag verlangt. Dieses Gefüge ist etwas gewöhnungsbedürftig, für Taktiker aber von hohem Spielreiz.
Mit den Milch- und Kaffeesteinen machst du … Espresso, Latte Macchiato … es gibt fünf verschiedene Kaffeespezialitäten in Form von unterschiedlich großen Tassen. Die sind aus festem Karton und zeigen pro Art, wie viele und auch in welcher Abfolge es weiße oder braune Milch- oder Kaffeesteine zur Zubereitung braucht. Jetzt kommt erst so richtig viel Taktik ins Spiel. Jeder von uns will ja möglichst wertvolle Kaffeegetränke zubereiten und servieren, was eine Wertung auslöst. Von jeder Art Tasse hat jeder Spiele nur eine. Das heißt, er oder sie kann nur einmal einen Latte Macchiato oder einen anderen Koffeinschub zubereiten. Wie viel das an Punkten bringt, das muss sich erst herausstellen.
Denn: Für jede Art Kaffee gibt es (je nach Spieleranzahl) bis zu 9 Getränkeplättchen, die offen am Tisch liegen, jedoch unterschiedliche Werte haben. Die Banbreite reicht von 1 bis 16. Um es einfach zu machen: Um ein Getränkeplättchen mit dem Wert 6 = Siegpunkte zu erhalten, müssen die Milch- und Kaffeesteine in meiner entsprechenden Art Tasse zusammen mindestens 6 Baristapunkte zählen. Gibt es überfällige Baristapunkte, erhalte ich für die Differenz Münzen. Zuvor schon wurde diese zu servierende Tasse mit Münzen belohnt. Gewertet wird nämlich auch das: Je mehr gleiche Zubereitungsarten die Milch- und Kaffeesteine aufweisen, desto mehr Münzen gibt es, die man später wieder für den Kauf von Milch- und Kaffeesteinen benötigt. Ob es 1 oder womöglich 7 Münzen gibt, das überlegt man sich schon, wie sehr sich die Mühe lohnt. Nicht allzusehr bemüht hat sich in diesem Zusammenhag der Verlag bei der Spielhilfe für diesen Teil der Wertung: Im Gegensatz zum übrigen Material ist der kleine Aufsteller dünn, lappig und fällt immer wieder um. Das muss als praktisch einziger Kritikpunkt gesagt sein.
Fazit
Abgesehen vom Spielmaterial und der lieblichen Gestaltung: Café del Gatto zieht seine Stärke daraus, dass die Spieler ständig im Dilemma stecken. Was gebe ich den Vorzug? Nehme ich für meine Kaffeespezialitäten möglichst identische Zubereitungen und kaufe die Steine womöglich sehr teuer ein, bringt mir das mehr Geld. Oder warte ich lieber auf hohe Barista-Werte (die ja auch teuer sein können), aber mehr Punkte einbringen? Das Auflösen dieser Diskrepanz ist die Herausforderung des Spiels.
Wer die dritte Aktionsmöglichkeit – nichts tun und dafür 2 Münzen bekommen – zu oft wählt oder wählen muss, gerät unweigerlich ins Hintertreffen. Dann passiert es fast sicher, dass man auf zwei oder mehr halb fertigen Kaffeegetränken sitzen bleibt, für die es keinen einzigen Punkt gibt.
Anders gesagt: Ein wirklich schönes klassisches Familienspiel.
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| Nochmals spielen? Das mag man gerne wieder spielen. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Schmidt zur Verfügung gestellt |




… Eintauchen in eine fremde Welt, in der andere Regeln herrschen, als in der Wirklichkeit.