Bau dir dein eigenes Ökosystem!
Waldland führt uns in eine Gegend, die auch aus anderen Spielen bekannt ist.
.
![]() |
Nr. 1656: Waldland | Spielwiese-Code | |
|
|
Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
|
.
Die gute Nachricht
Das viele Spielmaterial lässt sich vorbildlich in kleinere Schachteln getrennt wieder einräumen
Die schlechte Nachricht
Gut gemeint, aber gefährlich durch Verrutschen: Die Zählleisten für Nahrung und Punkte direkt auf den Waldtableaus
![]() |
| Zentral bei Waldland sind die Sammelplätze (gekennzeichnet durch die Tannenzapfen): Dort liegen die Waldkarten aus, die man entweder nimmt oder um eine verdeckte Karte ergänzt, wenn sie einem nicht ins Konzept passen.
Bild: Piatnik |
Rein ins Spiel!
Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Brettspiel in die Natur des Nordwestens der USA begibt (was übrigens im echten Leben nie bereut werden würde). Sie hat geografisch konzentriert eine immense Vielfalt zu bieten. Das fordert geradezu heraus, es in einer Vielzahl an Karten mit Flora und Fauna ab- oder nachzubilden. Und wenn dann auch noch ein klein wenig die ökologische Moralkeule mitschwingt, landet man bei Spielen wie eben Waldland. Anleitungstext: „In Waldland versucht ihr, ein gesundes und ausgewogenes Ökosystem zu errichten.“
Ihr startet als Rotfuchs, Schwarzbär, Fleckenskunk, Puma oder Hummel und nehmt euch das entsprechende Tierplättchen. Das ist existenziell. Eine Testrunde hatte das übersehen und Waldland zog sich wie ein Strudelteig endlos dahin. Denn diese Startkarten haben Fähigkeiten, die du genau ein Mal in einer der drei Durchgänge (Saisonen) nutzt. Auch einige der übrigen 40 Tierkarten haben eine spezielle Fähigkeit, meistens aber bringen sie am Spielende Siegpunkte oder zeigen eine Voraussetzung, um Punkte am Ende einer Saison zu erzielen. Ein Beispiel eine der Karten Fischotter: Wer auf seinem Waldtableau Bonusplättchen mit Regen freischalten konnte, bekommt für jeweils 3 Regen einen Siegpunkt. Diese Karte Fischotter muss zuerst aber gekauft werden. Sie kostet im konkreten Fall 4 Nahrung, was vergleichsweise sehr teuer ist. Drei Tierkarten stehen immer in der Auslage zur Wahl. Tiere zu kaufen ist eine optionale Möglichkeit im Rahmen des Zugs.
Waldland dreht sich, fast sogar im wörtlichen Sinn, um die sogenannten Sammelplätze in der Tischmitte zwischen den Spielern. Dort wurden verdeckt Waldkarten abgelegt, und zwar je nach Spieleranzahl unterschiedlich viele. Wer an der Reihe ist, durchforstet diese Sammelplätze. Bis zu drei Mal darfst du das tun: Du siehst dir die Waldkarte(n) eines Sammelplatzes an und entscheidest dich, ob du sie zu dir nimmst oder nicht. Willst du sie, musst du alle bei dir auslegen. Mit ihnen bildest du Sets, die Punkte bringen, einen Effekt auslösen oder du kannst bei dir Bäume pflanzen und/oder wachsen lassen. Bäume sind dreidimensionale Pappgestecke auf deinem Waldtableau, Je nach Höhe eines fertigen Baums mit Wipfel gibt es mehr oder weniger Punkte. Und – siehe oben – zwischen zwei fertigen Bäumen werden Bonusplättchen freigeschaltet.
Behagt dir nicht, was auf der oder den Waldkarten ist, legst du sie wieder auf den Sammelplatz zurück und legst eine weitere Waldkarte verdeckt vom Nachziehstapel dazu. Dann darfst du bei einem zweiten bzw. einem dritten Sammelplatz nachschauen. Dabei zielt die Fähigkeit deines ersten Tierplättchens genau darauf ab, in diesen Auswahlmechanismus bei den Sammelplätzen einzugreifen. Je nach Tier, profitierst einmal mehr du oder ein Mitspieler, der aber auch Schaden nehmen kann.
Apropos Schaden. Einige Waldkarten bringen durch Soforteffekte Krankheiten oder einen Waldbrand über die eigene Auslage. Beliebt ist hingegen die Heidelbeere, die bringt dir nämlich Nahrung. Es kommt also auch bei Waldland darauf an, durch überlegtes Sammeln von Karten dein persönliches Stück Natur gewinnbringend zusammenzustellen. Eine Saison geht aufs Ende zu, wenn der Waldstapel aufgebraucht ist. Nach der Zwischenwertung werden für die nächste Saison alle Waldkarten wieder entfernt und als neuer Waldstapel gemischt.
Flügelschlag, Cascadia, Meadow, Mischwald, um nur einige zu nennen, sind alles erfolgreiche Spiele der letzten Jahre, die rund um das Thema Natur und Artenvielfalt kreisen. Bietet Waldland in diesem Spektrum gänzlich Neues? Nicht wirklich. Handwerklich sehr gut gemacht, aber schlussendlich dann doch more of the same.
Wer sich auf dieses üppig und sehr ansprechend ausgestattete Spiel einlässt, muss, und das hat sich in allen Testrunden gezeigt, immer wieder mit stockendem Verkehr rechnen. Vielleicht sind es dann doch eine Spur zu viele Möglichkeiten, die bedacht werden sollten. Aber so ist’s im wahren Waldland ja auch: die Natur ist ein komplexes System.
|
Nochmals spielen? Eventuell, denn die angegebenen 90 Minuten werden doch schnell überschritten |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Piatnik zur Verfügung gestellt |




