Der Mann hat radikale Ansichten: Er fordert "Bildschirme raus aus den Kinderzimmern", sieht Gewalt im Fernsehen und in Computerspielen als "mediale Umweltverschmutzung", und ist deshalb für die Strafsteuer für "Killerspiele". Der deutsche Hirnforscher Manfred Spitzer (Bild rechts, Uni Ulm) wird den mit Sicherheit Kontroversen auslösenden Eröffnungsvortrag der nächsten Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg halten.
| |
Prof. DDr. Manfred Spitzer, Jahrgang 1958, studierte Medizin, Psychologie und Philosophie in Freiburg, wo er sich auch zum Psychiater weiterbildete und die Habilitation für das Fach Psychiatrie (1989) erlangte. Er war von 1990 bis 1997 als Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg tätig. Zwei Gastprofessuren an der Harvard-Universität und ein weiterer Forschungsaufenthalt am Institut for Cognitive and Decision Sciences der Universität Oregon prägten seinen Forschungsschwerpunkt im Grenzbereich der kognitiven Neurowissenschaft und Psychiatrie. Seit 1997 hat er den neu eingerichteten Lehrstuhl für Psychiatrie der Universität Ulm inne und leitet die seit 1998 bestehende Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm. Im Jahre 2004 gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm.
|
Dass die Spielwarenmesse den Hirnforscher eingeladen hat, hängt mit dem Motto der nächsten Spielwarenmesse vom 7. bis 12. Februar 2008 zusammen: "Spielend lernen".
Im Mittelpunkt wird dabei eine Sonderschau in Halle 2 stehen. Weiters wird sich das Spiele-Café in Halle 10 des Themas annehmen, das Branchenforum in Halle 4, ein Gemeinschaftsstand der Schreibwarenhändler ("Way to school") sowie ein gemeinsamer Kongress, der vom Verein "Mehr Zeit für Kinder" und dem Deutschen Verband der Spielwarenindustrie veranstaltet wird.
Webseite Prof. Manfred Spitzer |

