Unterschiedlich unterwegs
Der Nürnberger Spielkarten-Verlag (NSV) hat sich in wenigen Jahren vom weitgehend unbekannten Player zur ersten Adresse für kleine unkomplizierte Spiele mit großer Suchtgefahr profiliert. Von ihm stammt beispielsweise Qwixx. Twenty One unterhält ebenso kurzweilig mit einem einfachen Würfelwertungssystem.
![]() |
Nr. 1260: Twenty One | Spielwiese-Code | |
|
|
Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
|
![]() |
|
| Bei Twenty One sind die Spieler unterschiedlich schnell auf unterschiedlichen Wertungszetteln unterwegs. Eine Partie endet sofort, wenn der erste Spieler alle fünf Reihen gefüllt hat. Bild: spielwiese.at |
|
Die gute Nachricht
Volltreffer für eine Kleingruppe, „einfach mal schnell was spielen“ will
Die schlechte Nachricht
Der Wertungsblock geht rasch zur Neige, vor allem wenn in größeren Runden gespielt wird (kann aber nachgekauft werden)
Rein ins Spiel!
Diese kleine unscheinbare Würfelspiel leistete schon mehrmals gute Dienste. Mal zum Einsteig in den Spieleabend, mal zwischendurch, auch unterwegs im Urlaub … Twenty One ist ein ideales Thekenspiel: es nimmt geringen Platz ein (sowohl als Schachtel wie auch zum Spielen), ist schnell erklärt, dauert kurz und macht süchtig. Was auch unsere Testspieler bestätigten, indem sie das Spiel nach dem Ausprobieren selbst kauften.
Zum Spielen braucht es denkbar wenig. Sechs unterschiedlich farbige Augenwürfel, einen Wertungszettel und einen Stift für jeden Spieler.
Geschmissen werden immer alle sechs Würfel gleichzeitig. Die Spieler schauen dann, welche Würfel sie auf dem Wertungszettel in ihrer Reihe abbilden, eintragen und werten können. Dazu muss a) die Farbe des Würfels passen und b) entweder gleich viele oder weniger Augen zeigen, wie das Farbfeld auf dem Wertungsblock. Man darf auch mehr als ein Feld eintragen. Für jede der sechs Farben gibt es ein Feld pro Reihe. Fünf Reihen gibt es.
Der spielbestimmende Clou am Ganzen ist, dass die Spieler unterschiedlich unterwegs sind. Die Anordnung der Felder auf den Wertungszetteln ist bei jedem Spieler anders. Beim einen Spieler beginnt die erste Reihe mit einer blauen Sechs, bei einem anderen mit einer roten Sechs, beim dritten mit einer grünen Sechs … Die Varietät setzt sich bis zum Ende der fünften Reihe fort. Ein Würfelergebnis nutzen die Spieler also unterschiedlich. Der aktive Spieler entscheidet, ob er den Wurf akzeptiert oder ein zweites Mal würfelt, um ein – für ihn! – vielleicht passenderes Resultat zu erzielen. Damit müssen seine Mitspieler leben. Oft genug werden sie sich ärgern, hätte ihnen doch der erste Wurf jede Menge Punkte gebracht.
Twenty One weist im Wertungssystem noch zwei Besonderheiten auf. Kann man einen Würfel 1:1 in seinen Wertungszettel übernehmen (stimmen also Farbe und Augenzahl exakt überein), kreuzt man ein kleines Kästchen neben dem Farbfeld an. Das bringt einen Bonuspunkt. Hat man mehrere Boni in einer Reihe hat, steigen die Zusatzpunkte exponentiell. Drei Boni ergeben z.B: bereits sechs Zusatzpunkte. Ansonsten werden die eingetragenen Würfelfelder jeder Reihe addiert. Kann oder will ein Spieler keine Zahl eintragen, muss er ein noch leeres Feld ergebnislos streichen. Gemeinerweise kann man sich das nicht aussuchen, sondern muss das erste freie Feld von links in der Reihe streichen. Die Höhe der theoretisch zu erzielenden Punkte nimmt in der Reihe von links nach rechts ab.
Erst wenn eine Reihe vollständig gefüllt ist – mit Zahlen oder Streichungen –, darf die nächste Reihe von Twenty One in Angriff genommen werden. So sind die Spieler fast immer mit unterschiedlicher Geschwindigkeit unterwegs. Deshalb gibt es zwei Strategien, das Spiel zu gewinnen. Entweder man geht es langsam an und hofft auf satte Punkte in den Reihen oder schaut, als Erster alle Reihen gefüllt zu haben. Dann endet das Spiel sofort und mit etwas Glück hat man insgesamt mehr Punkte gesammelt, weil die Mitspieler beim Ausfüllen hinterher hinken. Beide Strategien können aufgehen.
Natürlich, Twenty One ist sehr glücksabhängig. Der Spielreiz ist trotzdem sehr hoch, weil verschiedene Aspekte zusammentreffen. Die immerwährende Hoffnung, der nächste Wurf bringt ein noch besseres Ergebnis, weshalb man hasardiert und manchmal lieber eine Streichung in Kauf nimmt; die Schadenfreude, als aktiver Spieler den anderen ein gutes Ergebnis zu vermasseln; vor allem aber, dass alle immer gleichzeitig involviert sind.
| Nochmals spielen? Ja, und für den nächsten Urlaub oder die nächste längere Zugfahrt ist es schon vorgemerkt. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von NSV zur Verfügung gestellt |




