Deckengestaltung
Es musste ja einmal so weit kommen. Eine eigene Version für zwei Spieler des Erfolgstitels Azul, dem Spiel des Jahres 2018.
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Nr. 1657: Azul Duel | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
die Spielsteine aus Kunstharz sind auch hier wahre Fingerschmeichler
Die schlechte Nachricht
Manchen ist es zu bemüht
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| Den Turm braucht es nicht wirklich und er ist fürs Verräumen nur hinderlich, doch ansonsten gibt es beim Spielmaterial auch bei diesem Spiel aus der Welt der Fliesenleger nichts auszusetzen. Azul Duel hat hohen Aufforderungscharakter.
Bild: Asmodee |
Rein ins Spiel!
Nicht, dass man Azul nicht auch zu zweit spielen könnte. Doch wie es heutzutage halt ist, wird die Zitrone so lange es geht ausgequetscht. Da kommen unweigerlich neue Erweiterungen, Versionen und Adaptionen eines Spiels auf den Markt, wenn das Original ein Renner ist. Nicht immer hält dann das Versprechen. Im vorliegenden Fall resümieren wir: Gut, aber nicht überragend.
Das Original besticht in erster Linie durch seinen (damals) originellen Auswahlmodus. Auch in der eigens für zwei Spieler hingetrimmten Ausgabe ist er besonders, aber anders. Hingetrimmt ist vielleicht das Schlüsselwort: Man spürt, dass nach etwas Speziellem gesucht wurde. Doch da sich mit der (vor allem bei Kartenspielen) populären Drafting-Welle die letzten Jahre viel getan hat, ist es nicht mehr einfach zu beeindrucken. Schauen wir genauer hin.
Wir agieren noch immer oder wieder im Königspalatst, doch dieses Mal sollen wir Manuel I. seine Kuppel verschönern. Wieder werden zuerst einmal Fliesen hergestellt. Dazu liegen vier kleine und eine große Manufaktur am Tisch. Auf die große kommen fünf zufällig aus dem Beutel gezogene Fliesen, auf die kleinen jeweils vier. Jetzt kommt der Teil, den wir als „ein bisschen weit hergeholt“ bezeichnen wollen. Alle Manufakturen haben einen sichelförmigen Mondbereich. Warum das so ist und warum er so heißt, wissen die Götter. Oder das gute Dutzend Leute, die in der Spielanleitung für alles Mögliche angeführt sind. Jedenfalls: Auch bei Azul Duel nimmt der Spieler am Zug alle Fliesen einer Farbe aus einer Manufaktur zu sich. Alle übrig gebliebenen kommen in den Mondbereich: Jene der kleinen Manufakturen werden gestapelt, für die Resteverwertung der großen Manufaktur gibt es einzelne Felder im Schatten des Mondes. Das Stapeln bei den kleinen Manufakturen will gut überlegt sein. Kann mein Gegner womöglich gleich was damit anfangen? Denn ab dem ersten Ablegen in einem Mondbereich dürfen auch von dort Fliesen genommen werden – alle einer Farbe aus allen Manufakturen! Das ist sozusagen das, was beim Original die Tischmitte ist, nur durchs Staplen buchstäblich um weitere Ebenen erweitert.
Wozu Fliesen sammeln und was damit anstellen? Hier haben wir den großen Unterschied zum Original. Die zu verfliesende Fläche ist hier individueller. Beide Spieler haben auf ihrem Tableau ein Quadrat aus neun zuerst noch leeren Kuppelfeldern, die in fünf Runden nach und nach mit Kuppelplatten belegt werden. Beliebig, aber durchdacht. Jede Kuppelplatte hat in sich vier Felder, die eine der fünf Farben der Fliesen haben können oder ein Jokerfeld ist oder ein Spezialfeld. Jede Kuppelplatte kann in beliebiger Ausrichtung gelegt werden. Ziel ist es, darauf Fliesen zu platzieren, die direkt aus einer der sechs, wie im Original, unterschiedlich langen Musterreihen auf gleicher Höhe genommen werden. Sofort Punkte gibt es, wenn Fliesen an Fliesen gelegt werden, am Ende Punkte gibt es unter anderem wenn variable Muster erfüllt sind, beispielsweise sieben Punkte für jede vollständig belegte Spalte. Solche Zusatzaufgaben kennt man aus unzähligen Spielen. Bei diesem liegen immer drei zufällige offen am Tisch.
Sie können siegentscheidend sein, weshalb man immer im Auge behalten muss, was der Gegner macht und gegebenenfalls die Wahl und Platzierung eigener Fliesen danach ausrichtet. Beachten solltest du auch Joker in Form von Bonusplättchen, die sich durch das Abräumen der Manufakturen ergeben – mit ihnen kannst du später Musterreihen füllen. Und wie beim Original gibt es Ablagefelder für nicht verwendete, „zu Bruch gegangene“ Fliesen, die Punkteabzug bewirken.
Unterm Strich
Unterm Strich ist einiges von Azul bekannt, das Spielgefühl allerdings anders. Richtig konfrontativ geht es aber bei diesem Duell nicht zur Sache. Und wer denkt, zu zweit geht es schneller, irrt. Auch Azul Duel dauert im Regelfall etwa eine Dreiviertelstunde. Azul Duel oder Azul zu zweit zu spielen, bleibt weitgehend Geschmackssache.
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Nochmals spielen? Ja, schon. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Asmodee zur Verfügung gestellt |




