Essen. Spielemesse. Tag 3. Was einem so ein- und auffällt.
15. OKTOBER 2016
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Es hat mittlerweile Tradition, dass der De-Cassan-Clan auf seinem Stand in Essen das Spiel veröffentlicht, das den österreichischen Autorenwettbewerb gewonnen hat. in diesem Jahr ist es das Kartenspiel Potions Brew. Damit gelinge es "für die moderne Hexe das Brauen von Tränken und damit das Aufladen des persönlichen Hexenamuletts wie durch Zauberhand", lautet die Drumherumgeschichte. Es geht um Zauberrezepte und Zutaten, die dafür gesammelt werden müssen. Soweit, so bekannt. Was das Spiel aufs Erste von ähnlichen Herausforderungen unterscheidet: Wie durch "Zauberhand" lassen sich Zutaten in der eigenen Auslage auch umschichten.
Autor ist ein junger Mann namens Andreas Prior. Szene-Insidern, denen das Gesicht (links) bekannt vorkommen sollte, irren nicht. Er ist Schwiegersohn von Maria und Walter Schranz. Die beiden sind nur ständige Begleiter und die linke und die rechte Hand von Dagmar und Ferdinand de Cassan und Andreas Prior hilft ebenfalls schon seit vielen Jahren, das Spieleuniversum der De Cassans zu organsieren. Mit Potions Brew tritt Prior in die Stapfen des Schwiegervaters als Spieleautor. Von ihm ist unter anderem die Kartenspielversion von Die Tore der Welt.
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Nachdem es erwiesenermaßen bisher noch nie von Erfolg gekrönt war traditionelles Brettspiel mit Elektronik in Verbindung zu bringen, loten die Spieleverlage das digitale Potenzial jetzt auf anderem Weg aus. "Twiddle – let’s play!" heißt eine neue App, die die Interessengemeinschaft Spieleverlage e.V. für Brettspieler entwickeln ließ. Die neue Spieleplattform soll Spielern und solchen die gerne spielen wollen die Möglichkeit geben, sich mit anderen Spielern zu treffen oder zu vernetzen.
Die Spieleverlage sind sehr optimistisch, dass die neue App viele tausend User vernetzen wird. "Gerade bei jungen Menschen kann ‚Twiddle – let’s play!’ der absolute Renner werden und Brettspiele noch populärer machen", sagt Hermann Hutter, der Vorstandsvorsitzende des Spieleverlage e.V. Die Nutzer der App können jederzeit feststellen, wann und wo sich Menschen treffen, um miteinander zu spielen. Twiddle informiert auch darüber, welche Vereine Spielabende anbieten oder auch, welche Cafés und andere Einrichtungen Spiele ausleihen.
Außerdem kann sich ein Spieler über sein Nutzerprofil anderen Spielern vorstellen, in dem er beispielsweise von ihm gern gespielte Spiel-Kategorien auswählt, seine Interessen angibt oder auch Spielrunden und Mitspieler sucht und einlädt. Er kann Freunde finden oder mit anderen Nutzern chatten. Über eine Navigation kann man sich auf einer Karte orientieren und z.B. nahe gelegene Spieletreffs oder Spielecafés finden.
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Apropos Kundenbindung, die bei Twiddle natürlich eine zentrale Rolle spielt. Piatnik geht hier ebenfalls einen neuen Weg. Auf der Spielemesse in Essen wurde man durch den aktuellen Verlagsprospekt darauf gestoßen, dass der österreichische Spieleverlag einen eigenen Club gegründet hat. Die Mitgliedschaft ist offenbar kostenlos, als Vorteile wird eine ganze Reihe versprochen. "Mit etwas Glück", heißt es, erhalten Mitglieder "unsere neuesten Spiele gleich nach dem Erscheinen gratis nach Hause", es gibt die Gelegenheit in exklusiven Runden Prototypen zu testen, und man darf auch in das Heiligtum des Verlages in der Wiener Hütteldorfer Straße, um die Produktion zu besichtigen. Acht Mal pro Jahr sollen Mitglieder mit Informationen zu verschiedenen Aktionen und Gewinnspielen per Newsletter unterrichtet werden.
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