11. November 2015
Von Ikea lernen
ARNO
MILLER
Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea Spiele in sein Programm aufnimmt. Das Jammern des übrigen Handels wird dieses Mal aber besonders groß sein.
Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea Spiele in sein Programm aufnimmt. Das Jammern des übrigen Handels wird dieses Mal aber besonders groß sein.
Es sind alles andere als neue Spiele, die zusammen mit Spielzeug unter der gemeinsamen Bezeichnung Lattjo in diesen Tagen in den unmöglichen Möbelhäusern in die Regale gestellt werden. Da gibt es ein Jenga, das dann eben Lattjo Stapelspiel heißt. Ein Lattjo Carrom-Spiel, eine Lattjo Spielsammlung, ein Lattjo Kartenspiel und so weiter.
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«Natürlich ist das kein Selbstzweck. Ikea hofft – verdient! – auf ein gutes Geschäft. |
Es sind zwei andere Dinge, die dem Spielehandel und noch mehr so manchem Spielehersteller ins Gebein fahren werden – und sollten.
Erstens. Die gesamte Palette aus 40 (!) Produkten präsentiert sich aus einem Guss. Im typischen, mal witzigen (Hirnhaube!), mal minimalistischen Ikea-Design.
Wenn Ikea etwas anpackt, dann ordentlich.
Was mich unmittelbar zu Zweitens führt. Da wird nicht einfach nur Spielzeug vor die Konsumentennase gesetzt. Begleitet wird die Markteinführung von Sinnstiftung im besten Sinn. „Miteinander spielen macht uns kreativer, stärker und aktiver“, lautet eine der Botschaften. „Spielen ist ansteckend. Los geht’s!“ lautet eine andere Aufforderung. Bewusst werden auch die Erwachsenen angesprochen. Ein Buch „Gemeinsam spielen!“ unterbreitet übrigens konkrete Vorschläge.
Online oder herkömmlich spielen, das war kein Aus- und Abgrenzungsthema. Spielen ist Spielen. Und so gibt es folgerichtig auch eine Lattjo Spiele-App.
Die Schweden haben im Vorfeld in zwölf Ländern 16.000 Erwachsene, 6000 Kinder und 7000 Jugendliche befragt, ob sie spielen, was sie spielen, was sie gerne spielen würden, wie sie sich ideales Spielzeug vorstellen, und all diese Dinge. Natürlich holte sich Ikea auch Fachleute ins Haus. Die Ergebnisse der Studie sind auf 60 Seiten auch für Laien zusammengefasst. Natürlich ist das alles kein Selbstzweck. Ikea verspricht sich ein gutes Geschäft mit seiner neuen Kollektion.
Trotzdem. Dass diese geballte Initiative fürs Spielen von einem Marktfremden kommt, sollte der angestammten Branche zu denken geben. Vor allem die Ansätze, wie Spielen (wieder) mehr ein selbstverständlicher Teil des Alltag sein sollte. Das ist erfrischend anders.
Was denkst du darüber?

