JUBILÄUM. Der Spieleverlag Carlit ist für die Schweizer ein Stück Identität, wie Ravensburger für die Deutschen oder Piatnik für die Österreicher. Carlit + Ravensburger AG, so der korrekte Firmennamen, deutet schon an, da ist irgendwann einmal was "passiert". Der Ursprung des Unternehmens geht auf das Jahr 1939 zurück – Carlit feiert somit seinen 75. Geburtstag.
Seit einem Dreiviertel Jahrhundert stellt der Schweizer Spieleverlag Carlit traditionelle Spiele her. Zu den Klassikern gehören die Kinderpost, Schweizer Reise, Schwarzer Peter, Leiterlispiel oder Eile mit Weile. Spiele, die ein kleines Stück Schweizer Kulturgut ausmachen. "Swissness ist dem Spieleverlag auch bei der Konfektionierung wichtig. Seit vielen Jahren werden Carlit-Spiele in Schweizer Stiftungen zusammengestellt, wo Menschen mit einer Behinderung arbeiten", wird zum Unternehmensjubiläum einmal mehr hervorgestrichen, dass man sich da doch von anderen ein wenig unterscheidet.
Carlit hat nicht nur mit eigenen Spielen unzählige Schweizer zum homo ludens gemacht. Carlit war über die Jahrzehnte auch immer ein starker Importeur und Vertriebspartner. Schon kurz nach Gründung, noch während des Zweiten Weltkriegs, brachte Carlit Monopoly in die Schweiz. Im englischen Design von Waddington, ab 1968 dann eine direkt bei Parker Brothers lizensierte Schweizer Version. Nach der Übernahme von Carlit durch Ravensburger wurde Monopoly noch bis Ende der 80er Jahre von Carlit in der Schweiz vertrieben. Bis heute hat Carlit den Schweiz-Vertrieb für Rummikub.
Die Übernahme durch die Oberschwaben fand 1970 statt. Neben Carlit- und Ravensburger-Spielen werden auch Brio-Holzeisenbahnen und Siku-Modellfahrzeug in der Schweiz durch das Unternehmen vertrieben. Carlit+Ravensburger AG ist ein eigenständiges Tochterunternehmen von Ravensburger.
Wie die Geschichte so spielt
Ausgerechnet an Ravensburger vergab Carlit die Chance auf eines der erfolgreichsten Spiele der Geschichte. Memory®. Ersonnen hatte es der Schweizer Militärattaché William H. Hurter. Carlit hatte abgelehnt, weil bereits ein ähnliches Spiel mit dem Namen Punta im Programm war. So erschen Memory® dann 1959 eben erstmals bei Ravensburger.
Neugestaltung zum Geburtstag
Zum Geburtstag verpasst der Schweizer Spieleverlag zwei seiner Spieleklassiker einen neuen Look. Damit die Liebe zum Spiel immer wieder neu entfacht wird, so Carlit. So gibt’s Eile mit Weile neu mit einem Doppelspielplan wahlweise für vier oder sechs Spieler. Die extragrossen Spielfiguren aus Holz vereinfachen die Siegeszüge nicht nur für ganz kleine Hände. Auch für ältere Mitspieler ist das Halten und Verschieben der „Töggeli“ damit viel einfacher geworden.
Töggeli, so sagen die Schweizer zu dem, was bei den Deutschen die Pöppel sind. Und überhaupt: Eile mit Weile ist die Schweizer Form des Mensch ärgere Dich nicht.
Schnell die Leiter hoch! So heißt die Devise beim Leiterlispiel. Das braucht wohl nicht übersetzt zu werden. Aber genauso schnell kann's wieder abwärts gehen. Das Auf und Ab soll mit dem neuen Doppelspielplan noch mehr Spaß machen, passend zur Jahreszeit präsentiert sich dieser mal winterlich und mal im Sommerlook mit frischen Farben und Motiven.
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