Kommt noch was?
Schweinebande ist ein Blind-date auf dem Viehmarkt. Der Glücksfaktor ist zu hoch für ein wirklich stimmiges und ausgewogenes Spiel.
Viehmarkt ist. Aber ein eigenartiger. Da schickt jeder Spieler zwei oder drei Bauern (an anderer Stelle auch als Gehilfen bezeichnet) dorthin, aber die wissen nicht um das Gesamtangebot, sondern sehen immer nur ein Vieh nach dem anderen. Eine Art Blind-date. Manche Geschichten haben eben einen Pferdefuß.
Vielleicht auch nicht
Trotzdem: Irgendwann muss für jeden Bauern – das sind die Spielfiguren, die die Spieler einsetzen – entschieden werden, ob damit das soeben aufgedeckte Tier "gekauft" wird oder nicht. Kommt noch was Besseres nach? Womöglich. Vielleicht auch nicht. Aber kaufen heißt noch lange nicht, dass das Tier dem Bauern auch etwas bringt, wa ja eigentlich der Zweck eines Viehkaufs wäre. Wie gesagt: Pferdefuß in der Geschichte.
Sehen wir großzügig darüber hinweg. Wir haben den Viehmarkt mit 25 verdeckten Angeboten vor uns. Das sind Plättchen, die entweder einen Hahn (2 Punkte), ein Schaf (3), eine Ziege (4), einen Esel (5), ein Schwein (6) oder ein Rind (7) auf der noch nicht sichtbaren Vorderseite zeigen. Ach ja, und dann gibt es noch heiß begehrte Plättchen mit Futtervorrat. Aber davon später.
Wer an der Reihe ist, deckt eines der Plättchen auf und entscheidet sich, ob er einen seiner Bauern daraufstellt. Dann ist der nächste Spieler am Zug. So geht es reihum. Das Platzieren einer Spielfigur heißt zweierlei: Dem Spieler gehört auf jeden Fall das Plättchen und damit das abgebildete Tier. Und er hat die Chance sich weitere Plättchen zu sichern, die in gerader Linie von dem mit dem Bauern/Gehilfen wegführen. So weit bzw. so viele bis zum Spielfeldrand oder einem anderen Bauern.
Wenn nämlich alle Spieler ihre zwei oder drei Bauern (das hängt von der Spieleranzahl ab) gesetzt haben, werden die Plättchen kassiert. Dabei gilt als Reihenfolge: Wer zuerst alle Figuren gesetzt hat, darf als Erster nehmen, was von großem Vorteil ist. Denn dieser Spieler hat die beste Auswahl. Dafür hat er darauf verzichtet, in der laufenden Runde ein vielleicht besseres, für seine Pläne passenderes Tier aufzudecken und zu "kaufen".
Viermal aufdecken, platzieren, einheimsen, füttern
Bei insgesamt 100 Plättchen und 25 Feldern gibt es vier Spielrunden bei Schweinebande, in denen so verfahren wird. Am Ende jeder Runde haben die Spieler ihre Plättchen vor sich abgelegt, womit es jedoch noch nicht getan ist. Die Tiere sollten noch in den eigenen Bauernhof gebracht werden, um am Ende überhaupt gewertet zu werden. Dabei wird eine, sagen wir: eigenwillige Rechnerei angewendet.
- Wer vier gleiche Tiere hat, darf ein Tier davon in den Bauernhof stellen – die anderen drei kommen aus dem Spiel
- Wer von jeder Tierart ein Plättchen gesammelt hat, darf das wertvollste, das Rind in den Bauernhof stellen – die andern fünf kommen aus dem Spiel.
Die übrig gebliebenen Tiere müssen nun "gefüttert" werden. Die Punktezahl des Tieres ist auch sein Futterbedarf. Hat man kein Futter, muss man Tiere an verkaufen: in die Schachtel geben, wofür man so genannte Futtermarken bekommt. Die schauen wie kleine Heubündel aus. Der Einfachheit halber kann man es auch auf die leicht kannibalistische Weise machen und gegenrechnen: Mit einem Esel (er hat die Zahl 5) "füttert" man zum Beispiel einen Hahn (2) und ein Schaf (3) – Esel in die Schachtel, Hahn und Schaf bleiben – außerhalb des Bauernhofs! – für die nächste Runde liegen. So oder so: Die liegen gebliebenen Tiere bilden den Stock dafür, was in der folgenden Runde sinnvollerweise gesammelt werden sollte, müssen aber womöglich ein zweites Mal durchgefüttert werden, wenn's mit dem Sammeln schiefgeht.
Glücklich ist, wer Futtervorrat hat
Und jetzt kommen wir zu den Plättchen Futtervorrat: Wer eines davon ergattert, ist zumindest für die laufende Runde alle Futtersorgen los. Der Spieler darf alle seine Tiere ohne das Brimborium von Kauf und Verkauf behalten. Futtervorrat kommt allerdings nur viermal unter den 100 Plättchen vor. Es ist großes Glück, wenn man eines aufdeckt oder beim Abräumen erhascht.
Zum wirklich befriedigenden Spiel fehlt Schweinebande der gewisse Kick. Es ist zwar ein gewisser Nervenkitzel, was man als Nächstes aufdecken wird und welche Möglichkeiten die Konstellation der aufgedeckten Plättchen einem bringen. Früh seine Bauern platzieren hat zwar den Vorteil als Erster, Zweiter etc. aussuchen zu können, aber den Nachteil nicht zu wissen, welche Verteilung sich auf dem Spielplan ergibt. Die eigenen Einflussmöglichkeiten sind recht bescheiden, am besten funktioniert Schweinebande bei drei oder vier Spielern. Insgesamt plätschert das Spiel aber ohne Höhepunkte vor sich hin. Man muss sich bewusst sein, dass der Glücksanteil sehr hoch ist.
Ein kleiner Tipp: Erfahrungsgemäß ist es meist leichter eine Sechsergruppe an Tieren (von jeder Art eines) zu sammeln, als sich auf die wertvolleren Tiere zu konzentrieren.
Nebenbei noch eine Schweineprämie
Was hat es aber mit dem Namen des Spiels auf sich? Es gibt eine "Schweineprämie". Wer nach der vierten und letzten Runde vier Schweine vor sich liegen hat, darf nicht nur eines von der Gruppe in seinen Bauernhof legen, sondern zwei. Das war's und ist ebenso an den Schweineborsten herbeigezogen wie anderes bei diesem Spiel.
![]() |
Nr. 1063: Schweinebande |
|
|
Spielwiese-Code | |
|
|
|
|
Themen: Landwirtschaft, Tiere, Handel |
|
|
|

| E | 8 | 
Preis-Leistungsverhältnis
Wiederspielreiz
Anspruch
-Service:
... Vordringen in Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat!