Der Grafiker Volkan Baga und Sandra Breitkopf, Art Director bei Ravensburger, schildern im Interview, wie Der Name der Rose aufs den Spielplan und die Spieleschachtel kam.
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Atmosphärisch sehr dicht: Der Name der Rose. |
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Der Grafiker des Spiels bei der Arbeit: Volkan Baga.
Bild: Baga
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Unter den für den "Graf Ludo" nominierten Spielen in der Kategorie "Beste Familienspielgrafik" findet sich auch eines, das auf den ersten Blick an einen "alten Meister" erinnert. Und tatsächlich entstand die Grafik zu Der Name der Rose (Ravensburger) wie viele berühmte Gemälde zuvor: Es wurde in Öl gemalt. Verantwortlich war der Würzburger Maler und Illustrator Volkan Baga. Hand in Hand mit ihm arbeitete Sandra Breitkopf, Art Director bei Ravensburger.
Verraten Sie uns doch bitte, wie solch ein Spiel entsteht.
Sandra Breitkopf: Zuerst erarbeiten wir ein Autorenmuster. Dabei handelt es sich bereits um das Spiel, jedoch in einfachster Form. Der Spielplan ist beispielsweise nur skizzenhaft dargestellt, es gibt noch keine detaillierte Gestaltung und auch keine Verpackung. Gemeinsam mit dem Redakteur spielen wir das Spiel einmal komplett durch. Währenddessen machen wir uns Notizen, welchen Stil das Design bekommen soll.
Was bei "Der Name der Rose" recht schnell und klar definiert war.
Sandra Breitkopf: Ja, in der Tat. Unser Ziel war ein auf den Roman zugeschnittenes Äußeres. Im Mittelpunkt sollte das Kloster stehen, das zwar altertümlich und dunkel, aber nicht bedrohlich wirken sollte.
Die Gestaltung des Covers und der Karten erinnert an ein Gemälde in einer großen Galerie. Ist das Zufall oder Absicht?
Volkan Baga: Ich habe mich von den alten Meistern inspirieren lassen, habe geschaut, wie dort die Porträts aussehen. Worauf wurde besonders geachtet? Wie war die Körperhaltung? Und so weiter. Um in die Atmosphäre einzutauchen, habe ich mir schließlich noch den Film und das Hörbuch zugelegt.
Sie malen mit Ölfarben, eine recht ungewöhnliche Technik bei der Gestaltung von Brettspielen. Warum?
Volkan Baga: Ich finde es wichtig, dass bei den Arbeiten ein ansprechendes Original entsteht. Der Realismus, in dem ich arbeite, hat absoluten Vorrang. Deshalb kam eine digitale Illustration für mich nie in Frage.
Und wie gelangt das Gemalte schließlich ins Spiel und auf die Verpackung?
Volkan Baga: Alle Malereien, die auf einer großen Holzplatte entstanden, wurden digitalisiert und in den Größen skaliert. Da ich bei kleinen Bildern nicht so detailgetreu malen könnte, sind die Motive der Spielkarten im Original viel größer. Dem Spiel liegt damit eine Verbindung aus traditioneller und moderner Technik zu Grunde.
Was passiert mit den Original-Gemälden?
Volkan Baga: Ganz ehrlich: Die hängen bei mir an der Wand. Von Zeit zu Zeit verkaufe ich aber auch das ein oder andere
Verleihen Sie nur Spielen Ihre "Öl-Handschrift"?
Volkan Baga: Nein, normalerweise entsteht einmal im Jahr ein Spiel, bei dem wirklich alles in Öl umgesetzt wurde. Gleichzeitig arbeite ich an einem Sammelkartenspiel. Für Magic – The Gathering male ich mittels Ölfarben ständig neue Karten. Außerdem gestalte ich Buchcover und erledige freie Arbeiten für private Sammler.
Der Spielgrafikpreis "Graf Ludo" würdigt die ansprechende Gestaltung von Gesellschaftsspielen. Ihre Meinung dazu?
Sandra Breitkopf: Das ist eine großartige Idee, die uns als Verlag motiviert, dem Kunden eine hohe Qualität und damit ein perfektes Spiel im Regal zu garantieren.
Volkan Baga: Endlich mal ein Preis, bei dem die Grafik und die Kunst dahinter gewürdigt wird. Das ist toll. So spürt man, dass sich die mühevolle Arbeit lohnt. Außerdem weckt er den Ehrgeiz, seine eigenen Ansprüche noch höher zu schrauben.
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