In unserer Berichterstattung über die Herbstneuheiten dieses Jahres befassen wir uns heute mit neuen Spielen von kleineren Verlagen. Wir beginnen mit fünf sehr unterschiedlichen Spielen. Fortsetzung folgt.
Fangen wir gleich mit der größten Neuheit an: Yago Pool kommt aus der Schweiz und ist kein klassisches Gesellschaftsspiel, aber nicht minder faszinierend. Peter und Yves Brönnimann haben in mehrjähriger Arbeit dieses strategische Fingerbillard aus edlem Material entwickelt. Es hat allerdings auch seinen Preis und kostet 369 Franken, was umgerechnet rund 245 Euro entspricht. Der Platzbedarf beträgt 98 x 68 Zentimeter.
Spiel für "Einwanderer"
Bleiben wir noch in der Schweiz. Helvetiq besteht aus zwei Spielbrettern, 156 Quizkarten mit 312 Fragen und Fotos über die Schweiz, dazu 60 Stimmkarten, 25 Spezialkarten, Würfeln, Spielfiguren, und einigem mehr. Dabei kann jeder eine Art "Einbürgerungstest" machen, also sein Wissen über die Schweiz unter Beweis stellt. "Dieses Spiel enthält keinen Schweizer Pass", merken die Autoren allerdings von vornherein an. Gespielt wird auf zwei Arten. Die Spieler wetteifern einmal um den schnellsten Alpaufzug, auf ihrem Weg müssen sie Fragen zur Schweiz beantworten. Wer zuerst die letzte Kuh und somit die Alp erreicht hat, gewinnt. Das andere Mal vertritt jeder Spieler eine politische Richtung und versucht, seinen Machteinfluss zu vergrössern, indem er einflussreichere Stellen besetzt, über Gesetze abstimmen lässt oder diese anwendet und seine Spezialkarten im richtigen Moment einsetzt. Wer sich zum Schluss zu oberst auf der Karriereleiter befindet, gewinnt das Spiel.
Wort verdreht
Als Neuheit angepriesen wird XART – es ist aber keine. Drehen Sie die Buchstaben um, dann haben Sie Trax. Das gab es schon 1996 und kam damals wie heute aus Neuseeland. Ähnlich wie bei Tantrix (siehe Die Spielwiese 29) müssen die beiden Spieler die Plättchen mit weißen und roten Linien so legen, daß sich Schlaufen ergeben. Der Unterschied: bei diesem Legespiel hier sind die Plättchen quadratisch und auf beiden Seiten zu verwenden.
BeWitched-Spiele
Andrea Meyer verbessert mit ihrem Kleinverlag die Welt. Oder treffender: Die Spieler von Klimapoker sollen das in die Hand nehmen. Sie versuchen, Länder (Karten) mit gleichen Interessen in gemeinsame Konferenzen zu vermitteln. Dabei wollen sie einerseits möglichst große Konferenzen zusammen bringen. Andererseits hat, wer als Erster fast keine Länder mehr übrig hat, ebenfalls Gewinnchancen. Da gilt es, zum richtigen Zeitpunkt auch mal Länder abzugeben in die Hände eines "fähigeren" Kollegen, oder aber möglichst viele Länder zu sammeln, um wenigstens eine große Konferenz zustande zu bringen. Klimapoker ist für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahre.
Startspieler ist von Ted Alspach, die Spieldauer unter zwei Minuten. Ein Kurzspiel? Ja, und nein. Eigentlich geht es auf unterhaltsame Art darum, eine oft leidige Frage zu klären: Wer beginnt ein Spiel? Wer am Tisch hat die größte Hausnummer? Und wer hat letzte Nacht am wenigsten geschlafen? Diese und 51 weitere Fragen helfen.
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… alles gelassen zu nehmen.