Ein Blütenmeer
Mit diesem Legespiel wildert Drei Magier bei den Fans von Memory®-Spielen. Denn genauso wichtig wie das geschickte Legen der bunten Blüten ist es sich auch zu merken, wo welche Plättchen aufgedeckt wurden.
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Von seinem Spielmechanismus, aber auch von der Gestaltung und seines Anspruchs her, eignet sich Serendipity ausgezeichnet als Spiel, bei dem Alt und Jung gemeinsam Freude haben. Bilder: Drei Magier |
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So kann sich Serendipity am Ende präsentieren. Blau hat mit 23 Punkten knapp vor Gelb mit 22 gewonnen. |
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Seit einiger Zeit erleben abstrakte Spiele eine Renaissance und verschiedene Verlage bringen in diesem Genre sehr schöne – und auch schön gestaltete – Spiele auf den Markt. Auf Serendipity trifft beides zu.
Schönes Spiel – einfach und alle Spieler sind ständig eingebunden, weil auch jene beobachten müssen, die gerade nicht am Zug sind. Für die Gestaltung zeichnet Johann Rüttinger verantwortlich. Ihm ist eine harmonische Optik mit vielen Farben gelungen.
Wie schon eingangs erwähnt, ist Serendipity nicht nur ein Legespiel, sondern hat auch das Element des Merkspiels. Ziel ist es, ein möglichst großes Feld seiner Farbe zu legen, Voraussetzung dafür ist freilich erst einmal zu wissen, wo die dafür benötigten Plättchen sind.
Zu Beginn sind alle 91 Blumenkärtchen, wie sie genannt werden, verdeckt am Tisch zu einem Sechseck ausgelegt. Der Spieler, der an der Reihe ist, wählt eines aus und deckt es auf, und legt es wieder an der selben Stelle zurück, wenn das Blumenkärtchen nicht seine Farbe zeigt. Also nach dem Prinzip, das alle von Memory® kennen. Dem entsprechend schauen alle mit Argusaugen zu. Wird ein eigenes Blumenkärtchen aufgedeckt (vor Beginn hat sich jeder für eine Farbe entschieden), hat der Spieler zwei Möglichkeiten:
- er lässt es offen liegen und deckt ein weiteres Blumenkärtchen auf
- oder er darf die Position mit einem anderen verdeckten Blumenkärtchen tauschen.
Möglichkeit zwei wird von Runde zu Runde bedeutender, weil man ja danach trachtet seine Blumenkärtchen an einem Ort zu konzentrieren. Hierin liegen auch die Gemeinheiten von Serendipity: Angenommen, Spieler Blau hat bereits mehrere Blumenkärtchen in seiner Farbe beieinander und deckt ein benachbartes auf, das gelb ist, wird sich Spieler Gelb dieses wieder umgedrehte Blumenkärtchen wahrscheinlich in der nächsten Runde holen und Spieler Blauan dessen Stelle ein neues verdecktes Blumenkärtchen hinlegen. Spieler Blau braucht also so oder so eine weitere Runde, um seine Fläche auszuweiten. Freilich kann für Gelb der Schuss auch ins Knie gehen, wenn sich das verdeckte Kärtchen später ausgerechnet als blaues entpuppt.
Die Farbjoker
Bei einem zusammenhängenden Spielfeld aus lauter Sechsecken gibt es logischerweise Schlüsselfelder. Die sind besonders für die namensgebenden Serendip-Kärtchen von Bedeutung. Serendips sind nichts anderes als Farbjoker, von denen es 13 gibt. Je ein Sechstel bzw. eine der Kanten ist einer der Spielerfarben zugeordnet. Diese Joker geben die wichtigen Zusatzpunkte:
- zwei Punkte und damit doppelt so viele wie für jedes Blumenkärtchen der eigenen Farbe, gibt es automatisch für jeden Serendip, der mit der eigenen Farbfläche verbunden ist
- nochmals zwei Punkte gibt es für jeden Serendip, der mit der richtigen farbigten Seite an die eigene Fläche angrenzt.
Ein Serendip, passend gelegt, kann also bis zu vier Punkten bringen. Dem entsprechend sind sie heiß begehrt und umstritten. Wiederum darf man einen aufgedeckten Serendip entweder am Platz liegen lassen (und farblich passend drehen!) oder aber mit einem anderen Blumenkärtchen vertauschen. Im Gegensatz zu normalen Blumenkärtchen kann dies sowohl ein verdecktes als auch ein bereits offen liegendes Blumenkärtchen sein (aber kein anderer Serendip!).
Ausgesprochene Menschenfreunde sind in einer solchen Situation möglicherweise darauf aus, beim Platzieren und Drehen eines Serendips sowohl sich als auch etwaige Mitspieler zu beglücken. Weniger liebe Zeitgenossen werden einen Serendip so platzieren, dass nur sie von ihm profitieren, auch wenn es anders ginge.
Das Spiel endet, wenn der 13. und letzte Serendip aufgedeckt wurde und auch ein Spieler alle seine 13 Blumenkärtchen aufgedeckt hat. Dann rechnet jeder Spieler die Punkte zusammen, die sich im Zusammenhang mit seiner größten Fläche ergeben.
Fazit
Bei diesen Vorgaben darf man nicht erwarten, einen Schenkelklopfer auf den Spieltisch zu bekommen. Serendipity ist ganz im Gegenteil ein ruhig verlaufendes Familienspiel. Der eine oder andere Ärger, schon wieder kein passendes Blumenkärtchen aufgedeckt zu haben, gehört dazu. Denn der Glücksfaktor ist hoch. Nichtsdestotrotz bleiben den Spielern ausreichend Einflussmöglichkeiten durch das Versetzen von Blumenkärtchen und Serendips. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende gewahrt.
Bei Spielende hat man ein wahres Blütenmeer auf dem Tisch. Stimmig und mit hohem Aufforderungscharakter, Serendipity noch einmal zu spielen.
Bleibt zum Schluss nur noch die Frage, das der Name des Spiels bedeuten soll. Ein Serendip, so kommt man durch Recherchen bei einigen Lexika dahinter, ist eine eher im Englischen gebräuchliche Bezeichnung für Insellösungen. Das Wort stammt aus dem Altpersischen und bedeutet Insel. Die Serendips im Spiel sind also Inseln, an denen die Spieler Plättchen ihrer Farbe andocken können.
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Nr. 991: Serendipity |
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Spielwiese-Code | |
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2008: Drei Magier |
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Themen: keines
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Auszeichnungen
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Preis-Leistungsverhältnis 

