Der Spediteur, der hat es schwör!
Viel Ladegut auf einen kleinen Lkw? Ein Problem. Wenig Ladegut auf einen großen Lkw? Auch ein Problem. Denn beides gibt Minuspunkte. Technisch betrachtet geht es um Effizienz. Trotzdem: Endlich eine Umzugsp(l)ackerei, die Spaß macht!
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Beim Spiel geht es primär um das möglichst optimale Beladen von Lkws. Das sind die Karten, die eine unterschiedliche Ausdehnung der Ladefläche in zwei Dimensionen haben: einmal im Grundriss, einmal in der Höhe, die durch die Zahlen 1 bis 4 die Ebenen angibt, die man zum Stapeln zur Verfügung hat. |
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Mit den farbigen Würfeln werden zuerst die Ladegüter ermittelt: Die Augenzahl gibt an, wie viele Teile in der jeweiligen Farbe genommen werden müssen. |
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Optimales Laden: Dieser Lkw verträgt drei Ebenen Ladegut. Die fünf rot eingezeichneten Flächen konnten mit dem zur Verfügung stehenden Ladegut nicht gefüllt werden und zählen jeweils einen Minuspunkt. Noch schlimmer: Übrig gebliebenes Ladegut zählt doppelt – das 5er-Holzteil in diesem Fall gleich zehn Minuspunkte. Gesamt also 15 Minuspunkte. |
Die dahinter stehende Idee ist witzig: Ein Umzug steht an, wir sind die Spediteure und sollen das Umzugsgut möglichst platzsparend auf einem Lkw unterbringen und dafür nur keinen zu großen Lkw verwenden. Luft zu transportieren, das ist schließlich unrentabel und strapaziert die Umwelt.
Zack & Pack ist jedoch weit davon entfernt ein Wirtschafts- oder gar Ökospiel zu sein! Es geht um puren Spaß und den Wettbewerb, über mehrere Runden hinweg am besten die Balance zwischen Transportgut und Transportkapazitäten zu halten. Dabei ist jede der Runden in eine direkte, etwas hektische Konfrontation der Spieler und einen ruhigen Grübelabschnitt geteilt, in dem jeder für sich versucht das Beste herauszuholen.
Drei klare Eckpunkte
Erklärt ist Zack & Pack schnell. Es gibt nur drei Eckpunkte einer Runde, und die sind so einfach wie klar:
- Nacheinander würfeln die Spieler aus, welches Transportgut sie in der laufenden Rolle zu verstauen haben. Es gibt fünf Würfel, jeder hat eine andere Farbe und Augenverteiligung. Die Farbe korrespondiert mit dem Ladegut aus Holz. Da gibt es die weißen würfelförmigen "Umzugspakete", die anderen – von grau bis violett – entsprechen dem zwei- bis fünffachen Platzbedarf eines weißen Quaders. Wer mit dem weißen Würfel also eine 3 würfelt, mit dem grauen eine 1 und mit dem grünen ebenfalls eine 1, nimmt drei weiße und je ein graues 2er- und grünes 4er-Holzteil aus dem gemeinsamen Vorrat (alle bis auf den weißen Würfel verfügen auch über leere Seiten, und das ist ganz gut so).
- Nun kommt die Wettbewerbsphase. Je nach Spieleranzahl haben die Spieler eine oder zwei Lkw-Karten verdeckt vom Stapel genommen und drehen sie nun gleichzeitig um. Jetzt geht es darum blitzschnell den passenden Lkw zu seinem vorhin erwürfelten Ladegut zu finden. Jede Lkw-Karte hat zwei Informationen: die Ladefläche sowie die Anzahl der Ebenen, mit der die Ladefläche in der Höhe ausgenutzt werden darf und soll. Die Spieler suchen sich gleichzeitig einen Lkw aus. Zur Auswahl stehen die bei den Mitspielern nun offen liegenden Lkw-Karten.
- Hat jeder Spieler seine Lkw-Karte (der Langsamste der vorigen Phase muss sich die oberste vom verdeckten Stapel nehmen!), stapelt er sein Ladegut möglichst optimal auf seinem Lkw. Dabei tüftelt nun jeder für sich und ohne Zeitdruck vor sich hin.
Für nicht ausgenutzte Kapazitäten auf dem Lkw gibt es pro QUader einen Minuspunkt, überschüssige Teile bringen doppelte Minuspunkte (siehe Beispiel rechts). Wer die wenigsten Minuspunkte erzielt, bekommt als bester Spediteur der Runde einen 10-Punkte-Chip zur Belohnung. Wer am Ende die meisten Punkte hat, ist Gewinner. Eine Partie Zack & Pack endet, sobald ein Spieler seine "Schulden" nicht mehr bezahlen kann, sprich: er nicht mehr ausreichend Chips hat, damit 1:1 seine Minuspunkte zu begleichen.
Ablauf lässt keinen kalt
Man ist zu jeder Zeit am Spielgeschehen interessiert. Selbst die Würfelphase lässt keinen kalt, weil jeder mitfiebert, was der andere wohl an "gutem" oder "schlechtem" Ladegut erhalten wird. Je kleiner ein Holzteil ist, desto flexibler ist man beim Stapeln. Ganz "schlecht" sind die violetten 5er-Holzteile – die bleiben oft ungenutzt nach der Bauphase neben dem Lkw liegen, weil man sich einfach verschätzt hat. Eigentlich ist jeder Spieler erleichtert, wenn der violette Würfel auf eine leere Seite gefallen ist.
Hektik bricht in der zweiten Phase aus, weil innerhalb weniger Sekunden sich jeder für eine der ausliegenden Lkw-Karten entscheiden muss. Und keiner will es darauf ankommen lassen, als Letzter blind eine Lkw-Karte vom verdeckten Stapel ziehen zu müssen. Wobei man dabei natürlich Glück haben kann. Aber eben nur kann.
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Der Name des Spiels spielt auf die Redewendung "mit Sack und Pack" an. Durchaus berechtigt: Hier wie dort geht es um Transport. Pack war eine andere Bezeichnung für Gesinde, also Dienstboten oder auch allgmeine Leute. Wenn also jemand mit Sack und Pack umgezogen ist, hatte er seine Sachen und seine "Leute" mitgenommen. |
Im Gegensatz zu dem ähnlich angelegten Ravensburger-Spiel Make 'n' Break stehen die Spieler bei Zack & Pack nur bei der Ressourcen-Auwahl kurz unter Druck, aber nicht beim Bauen selbst. Würfeln und Aussuchen sind die Adrenalinbringer, während das Bauen dann als Ruhephase genossen wird. Dieser Wechsel gefällt den Spielern! Auch dass man einander nicht weh tun kann bei diesem Spiel. Eher selten kommt es vor, dass sich zwei oder gar mehr Spieler auf die selbe Lkw-Karte stürzen wollen, denn dazu sind die Würfelergebnisse meist zu unterschiedlich. Wir haben darüber hinaus auch öfter erlebt, dass Spieler einander selbstlos Tipps geben, wie man das Ladegut mit den Vorgaben der Lkw-Karte am besten in Einklang bringt.
Keine Sekunde fad
Freilich: Wenn das räumliche Vorstellungsvermögen fehlt, dann tut man sich schwer bei Zack & Pack, ganz egal, ob man nun zehn oder 100 Jahre alt ist. Das ist die Kernkompetenz, die bei diesem Spiel erforderlich ist. Aus diesem Grund halten wir die Empfehlung ab 10 Jahre auch für recht hoch gegriffen. Vom Mechanismus her kann es auch ein Achtjähriger spielen.
Der Glücksanteil ist relativ hoch – durchs Würfeln und die zufällig aufgedeckten Lkw-Karten. Aber stört das jemanden? Nicht bei dieser Art Spiel. Die beiden größten Pluspunkte dieses Spiels sind sein Aufforderungscharakter durch das Spielmaterial und sein Wiederholungsreiz. Zack & Pack spielt man gerne auch zwei, drei Mal hintereinander an einem Abend oder verregneten Nachmittag. Es wird einem keine Sekunde dabei fad.
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Nr. 1000: Zack & Pack |
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Spielwiese-Code | |
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2008: Kosmos |
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Themen: Transport, Umzug, Lkw |
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Auszeichnungenspiel gut |
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